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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (334)

Sehr geehrtes Brautpaar.
Geschätzte Trauzeugen und Gäste.

Ich heiße Sie alle recht herzlich im Standesamt willkommen.

Liebe ... , lieber ....

Ihr beide, liebes Brautpaar, wollt euch heute ganz offiziell das Jawort geben. Ihr lebt bereits eine Weile zusammen, habt auch schon ein gemeinsames Kind und wollt nun auch vor dem Gesetz als Paar gelten.

Diese Entscheidung hat sicher etwas mit einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl zu tun. Denn in unserer Zeit ist es ja nicht unbedingt nötig, zu heiraten.

Auch wenn es noch ein paar Erleichterungen durch die Eheschließung geben mag, so steht hinter dem Heiratswillen doch der Wunsch, nach außen hin und auch durch einen gemeinsamen Namen zu dokumentieren, dass man als Paar und Familie zusammengehört.

Ihr kennt euch schon länger, habt bereits einiges miteinander erlebt und dabei erfahren, dass ihr gut miteinander auskommt. Ihr seid euch eurer Gefühle sicher, ihr wisst, dass ihr zusammenbleibt.

Und ihr habt erfahren, dass eine enge Bindung bzw. die Familie Zusammenhalt und Rückhalt gibt. Dies ist für jeden Menschen wichtig, auch und gerade in unserer heutigen Zeit, die doch auf vielen Gebieten von raschen Veränderungen und Unwägbarkeiten geprägt ist.

Dann braucht jeder nahe stehende Mensch, einen Ort, wo er angenommen und akzeptiert wird, so wie er ist, und wo er auch aufgefangen wird, wenn er anderswo Konflikte durchstehen muss. Zudem braucht jeder, vor allem wenn er Kinder hat, eine Lebensgemeinschaft, die darauf angelegt ist, auch den Alltag zu organisieren. Und damit ist die klassische Rolle der Familie beschrieben.

Wahrscheinlich hat die Familie, trotz mancher Experimente mit anderen Beziehungsformen, sich gerade deshalb behauptet, weil sie für den Einzelnen diese wichtigen Funktionen übernehmen kann. Sie erfüllt Bedürfnisse, denen andere Bindungen oder Institutionen nicht in der Form Rechnung tragen können. Und damit wird sie für den Einzelnen zu einem Bereich, in dem er in vielerlei Hinsicht gut aufgehoben ist.

Diese Geborgenheit möchten Eltern natürlich zuallererst ihren Kindern vermitteln. Sie möchten, dass ihr Kind gut aufgehoben ist und weiß, an wen es sich immer wenden kann. Es soll spüren und wissen, wohin es gehört.

Lieben heißt Zeit haben für den anderen, für seine Sorgen und Nöte, aber auch für seine Freuden. Liebe ist ein Wechselspiel von Geben und Nehmen. Das lässt sich vor allen Dingen in der Familie mit Kindern erfahren.

Clemens von Brentano hat das natürlich viel schöner formuliert als ich:

"Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden."

Aber der Reichtum der Ehe ist nicht in materiellen Dingen zu finden, sondern in den Gefühlen,

o sich loslassen zu können und doch getragen zu sein,
o Fehler machen zu können und diese verziehen zu bekommen
o Halt zu geben und Halt zu finden
o Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren, aber besonders
o Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren.


Abschließend darf Ich Euch mit einem Gedicht von Jörg Zink über das Glück alles Gute für eure Partnerschaft wünschen.

Ich wünsche dir Glück
Was sollte ich dir Besseres wünschen können?

Es ist wichtig, dass du glücklich bist.
Ein glücklicher Mensch ist schöner,
er ist freundlicher, gütiger.
Er ist einverstanden mit sich und seinem Geschick.
Es geht mehr Frieden von ihm aus
und mehr Weisheit.
Es ist wichtig, dass wir glücklich sind.

Aber wo sind die Quellen des Glücks?
Das müsste man wissen.
Denn es ist nicht leicht, es zu finden,
und manchmal sieht es anders aus,
als wir es uns ausmalen.
Ich wünsche dir aber, dass du es findest.

Ich wünsche Euch, dass Ihr und euer Kind viele Momente des Glücks habt und auch Eure Hochzeit so ein glücklicher Tag ist, an den ihr euch gerne
zurückerinnert.







 
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