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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (21)

Liebes Brautpaar, sehr geehrte Gäste!

Ich begrüße Sie sehr herzlich zur heutigen standesamtlichen Eheschließung.
Mein besonderer Gruß gilt natürlich unserem Brautpaar.

Daher heiße ich Dich,
liebe Musterfrau und Sie,
Herrn Mustermann , sowie

die beiden Trauzeugen
Frau Musterfrau und
Herrn Mustermann

ganz besonders willkommen.

Heute ist es mir als Standesbeamtin eine ganz besondere Freude, dieses Amt ausüben zu dürfen, denn heute darf ich die Trauung einer Schulfreundin, mit der ich viele Jahre gemeinsam die „Schulbank gedrückt“ habe vornehmen.

Da ich die Musterfrau schon seit vielen Jahren kenne habe ich meine Rede in der „Du-Form“ vorbereitet und bitte den Bräutigam auch ihn in dieser persönlichen Form anzusprechen, vor allem auch um bei meiner Rede nicht „durcheinander zu kommen“.

Wir haben uns heute hier am Standesamt versammelt, zu einem besonderen Ereignis, nämlich zur Eheschließung von Musterfrau und Mustermann.

Jede Hochzeitsgesellschaft bringt eine besondere Stimmung in diesem Saal. Manchmal schwingt so ein bisschen Aufregung mit und das ist auch ganz normal, denn eine Eheschließung ist ja schließlich nichts alltägliches, sondern ein herausragendes Ereignis in Eurem Leben und nicht nur für Euch, sondern auch für die Gäste. Jede Familie gewinnt mit der Heirat ein neues Familienmitglied hinzu.

Ihr habt Euch nach reiflicher Überlegung entschlossen, Euer zukünftiges Leben in ehelicher Gemeinschaft zu leben, die Familie zu vergrößern und gemeinsam das Leben meistern.

Dies ist auch in der heutigen Zeit, wo wir so viel von modernem Singledasein hören, noch immer die ureigenste Sehnsucht jedes Menschen – nämlich, einen Partner zu finden, dem man sich bedingungslos anvertrauen kann, mit dem man sein Leben in Glück und Freude verbringen möchte und mit dem man auch die Kinder heranwachsen sehen möchte.

Bereits Franz Kafka hat folgendes gesagt:

Heiraten, eine Familie gründen,
alle Kinder, die kommen, hinnehmen,
in dieser unsicheren Welt erhalten und
gar noch ein wenig führen, ist meiner
Überzeugung nach das Äußerste, das einem
Menschen überhaupt gelingen kann.
Diese etwas nachdenklichen Worte eines großen Mannes zeigen schon, dass die besondere Partnerschaft in einer Ehe auch von Euch in Zukunft „Besonderes“ abverlangen wird.

Denn der Grundstock einer harmonischen, dauerhaften Beziehung ist sicher, neben Liebe, Vertrauen und dem Gefühl der Geborgenheit, das Rücksichtnehmen auf den anderen und manchmal auch das Aufgeben manch kleiner Gewohnheiten.

Das bedeutet natürlich nicht, dass einer seine Persönlichkeit aufgibt und sich dem anderen unterordnet, sondern, dass man versucht miteinander zu leben und seine Beziehung gemeinsam aufzubauen und zu erhalten.

Die Ehe einzugehen bedeutet, dass zwei Menschen all das miteinander teilen wollen, was ihnen das Leben auch bringen mag.
Das werden viele schöne Stunden sein, aber wahrscheinlich auch ein paar traurige. Denn vor Sorgen und Kummer ist niemand gefeit, auch glücklich verheiratete Paare nicht. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, wenn einem der Andere eine Stütze ist, für den Partner einen Halt darstellt und einem zur Seite steht.

Bedenkt jedoch immer, dass jeder Mensch, auch Dein zukünftiger Mann und Deine zukünftige Frau, neben vielen Vorzügen und liebenswerten Eigenschaften – sonst hättet Ihr Euch ja nicht füreinander entschieden – eben auch seine Fehler und Schwächen hat.

Gerade diese kleinen Unebenheiten sind es auch, die einen Menschen liebenswert machen um derentwillen man ihn noch um so mehr liebt.

Man muss sich nur dessen bewusst sein und den anderen so annehmen, wie er eben ist.
Denn was wäre schon ein perfekter Mensch ohne Fehl und Tadel? – Doch nur langweilig und erdrückend!

Zum Schluss möchte ich Euch noch ein Zitat von Sören Kierkegaard, dem bedeutenden dänischen Philosophen des 19. Jahrhunderts, mit auf dem gemeinsamen Lebensweg geben:

Die Ehe ist und bleibt die wichtigste Entdeckungsreise, die der Mensch unternehmen kann.

Ich wünsche Euch nun von Herzen für Eure Ehe alles erdenklich Gute. Möge sie eine immer aufs neue spannende Entdeckungsreise werden, auf der Ihr an Eurem Partner sowohl vertraute, einem Sicherheit gebende als auch verblüffende, einer Beziehung Spannung gebende Züge entdecken!


Um Eure Ehe nun zu schließen, bitte ich das Brautpaar und die Trauzeugen, sich von den Plätzen zu erheben:

Ich kann Euch mitteilen, dass bei der Ermittlung der Ehefähigkeit keinerlei Ehehindernisse festgestellt wurden.

Nun frage ich Dich, Mustermann., willst Du aus eigenem und freiem Willen die Ehe mit Musterfrau schließen, dann antworte bitte mit JA.

Ich frage auch Dich, Musterfrau, willst Du die Ehe mit Mustermann aus eigenem und freiem Willen schließen, so antworte bitte mit JA.

Da Ihr beide meine Frage übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet habt, stelle ich fest, dass Ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Und jetzt ist der entscheidende Augenblick gekommen, wo Ihr Euch gegenseitig die Eheringe anstecken dürft.

An dieser Stelle warten die Fotografen immer auf den Hochzeitskuss!

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Jetzt verlese ich den Eintrag in Eurem Ehebuch, und bitte Euch, dazu Platz zu nehmen.

Ich bitte Sie nun, diese Eintragung im Ehebuch mit Euerer Unterschrift zu bestätigen. Nun bitte ich auch die Trauzeugen um Ihre Unterschriftsleistung.

Die Dokumentenmappe mit den Heiratsurkunden, mit denen Ihr diesen wichtigen Schritt in Euren Leben auch nachweisen könnt, darf ich Euch mit den besten Wünschen unseres Herrn Bürgermeisters nun überreichen.

Ich darf nun die erste sein, die Euch alles Gute für Eure gemeinsame Zukunft und besonders ein glückliches, erfülltes Eheleben wünschen darf.


 
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