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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (345)

Begrüßung

Feststellung der Personalien des Brautpaares und der Zeugen

Ansprache

Liebes Brautpaar,
der Hochzeitstag ist ein ganz besonderer Tag, sie haben sich gefunden und geben einander heute das JA Wort.
Ich habe als Einleitung Ihrer Trauungszeremonie eine altgriechische Sage gewählt.
Sie erzählt, dass es zu Anbeginn der Zeit nicht Männer und Frauen gab wie heute.
Am Anfang schreibt Plato gab es Kugelmenschen. Sie waren rund und hatten zwei Köpfe, vier Hände, vier Füße und verschiedene Geschlechtsteile.
Diese Wesen waren glücklich, denn sie waren eins miteinander. Ihre Harmonie und Stärke erregten aber den Neid der Götter.
Sie zerschlugen die Kugelmenschen und machten daraus Mann und Frau.
Was aber den beiden Teilen bis zum heutigen Tag blieb, ist die Sehnsucht nach der fehlenden Hälfte,
die Sehnsucht nach der Einheit.

Liebes Brautpaar,
in dieser altgriechischen Sage steckt tiefe Weisheit:
Jedes Herz spricht eine eigene Sprache und sucht den, der sie versteht.
Ihr Herz hat ihn gefunden. Neben Ihnen sitzt der Mensch, der Ihr Glück vollkommen macht.
Sie wollen nun gemeinsam Ihren Lebensweg fortsetzen
- Heiraten -
Die Beziehung zweier Menschen ist ein langer Weg, auf dem man immer neue Schritte machen muss, Liebe und Glück erfahren darf, aber auch Schwierigkeiten und Konflikte zu bewältigen hat.
Um Ihre Schritte aufeinander abzustimmen, braucht es Sinn für Harmonie.
Wirkliche Harmonie des Herzens lässt dem Partner den nötigen Freiraum für die Entfaltung seiner Persönlichkeit.
Sie zwingt nicht zum Gleichschritt, drängt die eigenen Ansichten nicht auf.
In dieser Harmonie fühlen sich Partner gehalten, getragen, verstanden.
Dieser Schwung und der Rhythmus der Liebe sind nicht bleibendes Geschenk. Sie verlangen die Mühe der Einübung in den kleinen Schritten des Alltags.
Kalil Ghibran, ein Schriftsteller aus dem arabischen Raum, schrieb über die Ehe:

Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel.
Lasst sie eher wie ein wogendes Meer
zwischen den Ufern eurer Seele sein.
Füllt einander den Becher,
aber trinkt nicht aus einem Becher.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,
aber lasst jeden von euch auch allein sein,
so wie die Saiten einer Laute allein sind
und doch zur selben Musik erzittern.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen

Dass Ihnen, liebes Brautpaar, die Harmonie Ihrer Schritte gelinge und Sie Ihre Liebe jung und frisch erhalten, wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Konsensgespäch

Ringtausch

Beurkundung

Am Schluss Ihrer Trauungszeremonie darf ich noch einmal an die Eingangs erwähnte altgriechische Sage erinnern, zwei Hälften, die sich sehnsüchtig suchen und eine Einheit bilden.
Dieses Symbol gebe ich Ihnen in Ihre Ehe mit.

 
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