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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (22)

Ich darf Sie alle nochmals hier im Trauungsraum der Marktgemeinde Musterort zur standesamtlichen Trauung willkommen heißen.
Ein besonders herzlicher Gruß gilt unserem Brautpaar, Herrn Mustermann und Frau Musterfrau.

Lieber Mustermann, liebe Musterfrau!
Ihr habt im Standesamt Musterort erklärt, die Ehe miteinander eingehen zu wollen. Die gesetzlichen Voraussetzungen wurden von mir geprüft und sind gegeben.

Als Trauzeugen sind Herr Musterzeuge aus Musterort und Herr Musterzeuge aus Musterort anwesend. Auch Ihnen ein herzliches Willkommen.

Geschätztes Brautpaar!
Ihr seit heute aus einem ganz besonderen Anlass hierhergekommen, nämlich um Euch das JA-Wort zu geben und somit den Willen zu bekunden, den weiteren Lebensweg gemeinsam als Eheleute zu gehen.

Ihr habt sicherlich schon vor dem heutigen Tag viele Eurer persönlichen Vorstellungen im Rahmen Eurer Lebensgemeinschaft verwirklichen können. Durch den nunmehrigen Schritt der Eheschließung zeigt Ihr jedoch, dass die Ehe einen hohen Stellenwert für Euch hat. Das Ja-Wort vereint Euch sozusagen zu einem Paar im offiziellen Sinn.


Für heutige Begriffe ist es eigentlich gar nicht mehr vorstellbar, dass ein kurzes „ja“ derart weitreichende Folgen nach sich zieht. In einem Buch mit dem Titel „Optimisten brauchen keinen Regenschirm“ habe ich aber den Beweis dafür gefunden, dass es sich auszahlt, am Beginn eines jeden neuen Tages „ja“ zu sagen. Der Tag, der vor uns liegt, ist einzigartig und kein Tag unseres Lebens kommt je wieder zurück. So betrachtet, ist jeder Tag ein kurzes Leben für sich und mit jedem Erwachen erhalten wir eine neue Chance, kostbare Zeit bestmöglich zu nützen.
Beantwortet deshalb bitte nicht nur meine anschließende Frage mit einem überzeugenden „Ja“, sondern startet in jeden Tag Eurer Ehe bereitwillig mit einem gemeinsamen „Ja“.

In einer Zeit, die geprägt ist von beruflichem Leistungsdruck und Karrieredenken, werden an die Begriffe Ehe und Familie ganz besondere Anforderungen gerichtet.
Zeit ist in unserer Gesellschaft ein sehr kostbares Gut geworden. Wir alle kennen den Ausspruch aus dem Wirtschaftsleben: „Zeit ist Geld!“

Doch wie ist es in der Partnerschaft? Ich selbst mache leider ständig die Erfahrung, dass mir die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt. Wir alle sind in einer ähnlichen Situation. Die Anforderungen im Beruf werden immer mehr – und Freizeitinteressen und Partnerschaft sollen unter einen Hut gebracht werden. Und irgendwie drückt einem ständig das schlechte Gewissen für die wichtigsten Dinge im Leben zu wenig Zeit zu haben. Auch wenn die Uhren immer gleich ticken – in den ersten Monaten nach der Hochzeit ist die Zeit eine Schildkröte, später hoppelt sie wie ein Hase durchs Kalenderfeld; nähert man sich dem Rentenalter, dann flitzt sie wie ein Windhund um die Rennbahn der Jahre.
Wie die Zeit vergeht, nimmt man gewöhnlich nicht wahr. Aber dass die Zeit vergangen ist, werdet Ihr in Zukunft auch an Euren Hochzeitstagen bemerken.

Ich möchte an dieser Stelle einen der vielen – nicht ganz ernst zu nehmenden – Sprüche einfließen lassen, die sich mit dem alltäglichen Problem des Zusammenlebens der Ehepartner beschäftigt.
„Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden,
die man alleine niemals gehabt hätte.“

Umgekehrt bietet die Ehe die einmalige Chance, Momente des Glücks mit dem anderen zu teilen und dadurch die Bindung zueinander weiter zu vertiefen. Die Ehe äußert sich also in vielfältiger Art und Weise: als Ort der Zuflucht und menschlicher Wärme, als Ort der Anerkennung und Wertschätzung oder als Ort von Harmonie und Glück. Man darf nur nicht müde werden, den täglichen Herausforderungen zu begegnen, wenn man sich eines starken Partners an seiner Seite sicher sein kann.

Liebe Musterfrau, lieber Mustermann!
In einem Augenblick wie heute ist es vielleicht auch angebracht, auf den gemeinsamen Lebensweg bis zum Standesamt noch einmal zurückzublicken. Wie war denn die erste Begegnung eigentlich? Was ist mir denn am Partner ganz besonders aufgefallen? Was ist es, das mich noch immer gefangen nimmt? – Seine Stimme, ihre Augen, sein Lachen? Was hat uns denn im Lauf der Zeit eigentlich verbunden und unsere Beziehung stärker und inniger werden lassen?

Im Lauf Eures Zusammenlebens habet Ihr Vertrauen zueinander gewonnen, Achtung füreinander entwickelt und Eure Zuneigung vertieft.
Ihr habt beide das Gefühl, füreinander bestimmt zu sein und die Überzeugung, im gemeinsamen Leben nicht nur gut miteinander auszukommen, sondern vor allem glücklich zu werden. Das Glück beginnt natürlich nicht automatisch mit der Unterschrift am Standesamt, sondern will täglich aufs Neue gesucht und entdeckt werden. Von Eurch beiden wird es abhängen, Euer heutiges Ja-Wort täglich durch Gefühle, Worte und Taten zu erneuern und damit Eure Liebe und Euer Glück wach zu halten und die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen.

Mit Eurer Entscheidung, den Bund fürs Leben einzugehen, habt Ihr euch für eine verbindlichere Lebensform als bisher entschieden und möchtet euer Zueinanderstehen auch nach außen dokumentieren.
Ihr sollt mir nun nochmals Euren Willen, die Ehe einzugehen, vor den anwesenden Zeugen bestätigen und bekräftigen.
Wir kommen jetzt zum Ehegelöbnis und ich darf Euch beide bitten, aufzustehen.

Lieber Mustermann, ist es Dein Wille, die hier anwesende Braut
Musterfrau zur Ehefrau zu nehmen, dann sage JA.

Liebe Musterfrau, ist es Dein Wille, den hier anwesenden Bräutigam, Mustermann zum Ehemann zu nehmen, dann sage JA.

Mit diesem Ja-Wort vertraut Ihr einander Euer Lebensglück an und begründet somit die innigste Gemeinschaft, die zwischen Menschen überhaupt möglich ist.
Ich freue mich, in Gegenwart der Zeugen und aller hier Anwesenden feststellen zu können, dass Ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seit.
(Kuss)

Anlässlich Eurer Eheschließung wurde ein Ehebuch angelegt, das ich Euch nun auszugsweise vorlese.

Ihr seit jetzt beide im Ehebuch des Standesamtes Gaming verzeichnet und die Rechtsgültigkeit Eurer Eheschließung kann somit jederzeit nachgewiesen werden. Ich darf nun das Brautpaar und die Trauzeugen, bitten, den Eheschließungseintrag zu unterschreiben (Mann beginnt).

Sämtliche Unterschriften sind geleistet, und die Ehe ist somit rechtswirksam.

Gelobt mit Euren Worten und besiegelt durch Eure Unterschrift, habet Ihr Euren Willen zur Ehe kundgetan und die Ehe geschlossen, obwohl ich in diesem Zusammenhang die Bezeichnung „schließen“ gar nicht so passend finde. „Geschlossen“ klingt irgendwie nach beendet und fertig.
Dabei ist heute eigentlich das Gegenteil der Fall: Deshalb sollten wir vielleicht besser sagen: Ihr habt Eure Ehe heute „eröffnet“.

Ich freue mich, dass ich Euch als erster zu Eurem soeben eröffneten Ehebund viel Glück, alles erdenklich Gute und viele schöne gemeinsame Jahre wünschen darf. Ich wünsche Euch auch, dass Eure Ehe stets von einem Gefühl der Geborgenheit, der Sicherheit und der menschlichen Wärme geprägt ist und Ihr das Glück in der Ehe findet, dass Ihr euch ersehnt.

(Glückwünsche).
 
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