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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (357)

Sehr geehrtes Brautpaar!
Werte Hochzeitsgäste!

Ich begrüße Sie und alle Ihre Gäste herzlichst zur bedeutungsvollsten Feierstunde Ihres heute beginnenden gemeinsamen Lebens.
Sehr geehrte Braut Frau ..., geschätzter Bräutigam Herr ......
als Ihr zuständiger Standesbeamter möchte ich Ihnen einige Gedanken zur Ehe mit auf Ihren gemeinsamen Lebensweg geben.
Vor dem heutigen Tag haben Sie sich schon lange Ihr gegenseitiges Ja-Wort gegeben und Sie fühlen sich persönlich einander verpflichtet.
Rechtlich gesehen war dies jedoch nur eine lose Bindung.
Mit diesem Wörtchen Ja, das Sie beide in Ihrem bisherigen Leben in den verschiedensten Lebenslagen schon oft gesprochen haben, fällen Sie in dieser Stunde eine Entscheidung über Ihre gemeinsame Zukunft.

Wir alle waren in der Schule und haben so manches gelernt, vieles haben wir auch wieder vergessen: oft und oft lernten wir für die jeweilige Prüfung, nahmen große Mengen an Wissensstoff auf.
Aber lernten wir eigentlich zu leben?
Die alten Römer hatten ein Sprichwort und sie hatten Recht damit:
Zuerst einmal ist das Leben wichtig und dann erst komme die Philosophie und das Denken.

Man strebt oftmals nach materiellen Dingen; man glaubt das Glück hängt ab von Geld und Gut, einer gesicherten Existenz oder gar von den Mitmenschen. Nein, Ihr persönliches Lebensglück hängt ausschließlich davon ab, wie Sie beide, die sich am heutigen Tag das JA-Wort zu einer gemeinsamen Zukunft geben, sich einander verstehen und auch bereit sind für den Ehepartner Opfer zu bringen.

Jeder Mensch muß im Ablauf seines Lebens hin und wieder neu beginnen. In keiner Ehe fehlen Kummer, Sorgen und Leid. In der besten Ehe kann es zu Krisen kommen.
Nehmen Sie sich jedoch ernstlich vor, nach einer Auseinandersetzung noch am gleichen Tag durch ein versöhnendes Wort oder durch ein Zeichen der Liebe den Frieden wiederherzustellen. Denken Sie daran, jeder von Ihnen hat seine Fehler und der andere die Last, diese auch zu ertragen. Wenn des anderen Handlung, Unterlassung oder Wort Sie auch kränkt oder ärgert, sehen Sie es nicht als böse Absicht, sondern als Unzulänglichkeit, die menschlich ist und die sich auch bei Ihnen findet.
Bedenken Sie auch, dass es trotz des alltägliches Stresses dem wir großteils beruflich ausgeliefert sind, es ganz wichtig ist, sich Zeit zu nehmen.
Dazu möchte ich Ihnen das Gedicht \"Ich wünsche Dir Zeit\" von Elli Michler vortragen:
Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche Dir nur, was die meisten nicht haben.
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freuen zu und lachen,
und wenn Du sie nützt, kannst Du etwas draus machen.

Ich wünsche Dir zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Dir zeit - nicht zum Rasten und REnnen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche Dir zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge Dir übrigbleiben
als Zeit für das Stauen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche Dir zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche Dir: Zeit zu haben zum Leben!\"


Zum Glück und Glücklichksein, von dem alle sprechen, nach dem sich alle sehnen, gehört zweifellos die Zuverlässigkeit und Treue des Partners. Ohne sie hängt alles in der Luft, ist unsicher, macht unruhig. Ein wichtiger Bestandteil einer Ehe ist stets das Vertrauen dem Partner gegenüber und dieses Vertrauen sollen Sie auch stets hochhalten.
Wo Menschen zusammenleben, muß einer auf den anderen Rücksicht nehmen.
Also kommt es für das Gelingen einer Ehe sehr darauf an, die Liebe bewußt zu pflegen und zu schützen.

Sie beide geben sich in wenigen Augenblicken das große Versprechen, gemeinsam durchs Leben zu gehen, die Freuden - ebenso auch die Sorgen - zu teilen, immer in Liebe füreinander zu sorgen, einander nie zu verlassen und in allem, was immer auch die ungewisse Zukunft bringen mag, zusammenzustehen und zusammenzuhalten.

Wenn Sie beide dieses Versprechen, das gesamte Leben hochalten, dann bin ich sicher, daß Ihr gemeinsamer Lebensbund nie ernstlich erschüttert wird.
Wenn Sie beide gewillt sind, dieses große Versprechen vor mir abzugeben, dann bitte ich nunmehr meine Fragen, die ich an Sie beide richten werde, zu beantworten:

Ich frage Sie, Herr ............. Ist es Ihr freier Wille und unbeeinflußter Entschluß mit Ihrer Braut, Frau .................................
den Bund der Ehe zu schließen, dann bitte ich sie um Ihre Antwort?
Ich frage nun Sie, Frau ............. Ist es Ihr freier Wille und unbeeinflußter Entschluß mit Ihrem Bräutigam, Herrn .................................
den Bund der Ehe zu schließen, dann bitte ich sie um Ihre Antwort?


Sie beide haben nun die Ehe nach den Vorschriften des Gesetzes der Republik Österreich geschlossen und ich freue mich aussprechen zu dürfen, daß Sie nun rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Für Sie beide, für Ihre Nachfahren und zum Beweise für jedermann, daß Sie heute nach gesetzlicher Vorschrift geheiratet habt, habe ich Ihr ernstes Versprechen in das Ehebuch eingetragen. Ich werde nun diese Urkunde vorlesen und Sie beide und Ihre Trauzeugen dann zur Unterschrift bitten.

VERLESEN DES EHEBUCHES

UNTERSCHRIFTEN

Zum Abschluß möchte ich Ihnen noch ein Zitat vom Philosophen Arthur Schopenhauer mit auf Ihren gemeinsamen Weg mitgeben:
Im Herzen steckt der Mensch, nicht der Kopf.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

 
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