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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (366)

Ich möcht üch rächt härzlech ufem Zivilstandsamt ....... begrüesse.

Am ..... haben Sie das Gesuch um Vorbereitung Ihrer Eheschliessung eingereicht. Das gesetzlich vorgeschriebene Vorbereitungsverfahren ist durchgeführt und abgeschlossen worden. Somit steht der heutigen Ziviltrauung also nichts mehr im Wege.

Ich habe mir so hin und her überlegt, was ich Euch beiden heute zu Ihrer Ziviltrauung sagen soll. Einerseits möchte ich nicht nur ein paar nüchterne Gesetzesartikel zitieren, andererseits ist es ja auch nicht Aufgabe einer Zivilstandsbeamtin, Ihnen einen Vortrag über Liebe und Ehe zu halten.

Heute aber ist doch ein ganz spezieller Moment in Ihrem Leben. Die Heirat ist wie ein Marchstein auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg. Und Ihr gemeinsamer Lebensweg hat ja nicht erst gestern angefangen und sicher haben Sie zusammen bereits auch schon einen Sturm überstanden.

Jetzt aber haben Sie sich entschlossen, die Ehe miteinander einzugehen und Ihren gemeinsamen Lebensweg ab heute im Sinne unseres Gesetz als Mann und Frau weiterzugehen.

Dieser Eheweg wird sicher nicht immer nur gerade aus gehen. Auch in Ihrer Ehe werden sich bestimmt schöne und weniger schöne Sachen ergeben. Es wird darum Ihre Aufgabe sein, Freud und Leid miteinander zu teilen und zu versuchen, allfällige Schwierigkeiten miteinander zu überwinden. Gerade dann, wenn einmal etwas nicht ganz rund läuft, haben Sie sich gegenseitig besonders nötig.

Sie sind heute hierher gekommen um die letzten Formalitäten zu erfüllen, die das Gesetz beim Abschluss einer Ehe vorschreibt. Der heutige Tag darf aber sicher nicht nur eine blosse Erfüllung von Formalitäten sein, nein er soll ein ganz besonders schönes Ereignis sein, ein Tag zum feiern und ein Tag zum glücklich sei.

Und wenn Sie in ein paar Augenblicken das kleine Wörtchen Ja aussprechen werden, sind Sie sich sicher bewusst, was für eine grosse Bedeutung in diesem Wörtchen Ja liegt. Sie sagen eben bewusst Ja zum Partner und zur Partnerin, d. h. Sie sind bereit, einander so anzunehmen wie Sie sind, mit all den Fehlern und Schwächen, aber auch mit all den Stärken und Vorteilen.

Die beiden Zeugen übernehmen mit ihrer Anwesenheit eine gesetzliche Pflicht, denn sie werden mit ihrer Unterschrift im Eheregister das Ja-Wort des Brautpaares bestätigen.

Nicht die berufliche oder gesellschaftliche Stellung macht eine gute Ehe aus, nein, es ist der gute Wille, einander zu verstehen, zu achten, einander beizustehen und zu helfen, wenn immer es nötig ist.

Liebe, gegenseitiges Verständnis, sowie Achtung vor den Eigenheiten des Ehepartners, das sind ein paar wesentliche Voraussetzungen für eine gute und harmonische Ehe.

Dass es in einer Ehe funktioniert, ist nicht einfach ein wunderschöner Zufall, nein, eine harmonische Gemeinschaft ist das Resultat täglicher Bemühungen, einander die Liebe zu zeigen, aufeinander einzugehen, miteinander zu reden und einander zuzuhören.

Das waren so ein paar Gedanken von mir zur Ehe ganz allgemein gewesen. Aber was soll ich Ihnen, als Zivilstandsbeamtin schon sagen, was eine Ehe ist, wie sie sein soll oder wie man sich verhalten muss, damit man ein Leben lang glücklich sein kann. Sie wissen ja beide selbst, dass es für eine gute Beziehung oder aber jetzt für eine gute Ehe viel mehr braucht, als etwa einen Eheschein oder ein schweizerisches Familienausweis.

Die Trauung ist eine rechtliche Handlung, die in unserem Schweizerischen Zivilgesetzbuch, im 5. Titel des Eherechtes, genau geregelt ist.
Das Gesetz kann Ihnen zwar keine glückliche Ehe garantieren, aber es gibt Ihrer Lebensgemeinschaft einen festen rechtlichen Rahmen.

Das Eherecht regelt die wichtigsten ehelichen Rechte und Pflichten zwischen Mann und Frau und zeigt den rechtlichen Weg auf für eine Lösung von Schwierigkeiten in der Ehe.

Ich möchte Ihnen hier nicht allzu viel über Recht und Gesetz erzählen, aber ein Artikel aus diesem Eherecht möchte ich Ihnen schnell vorlesen.
Es ist der Art. 159, und der lautet:
(aus Gesetz vorlesen)

Zum Güterrecht (auch geregelt im schweiz. Zivilgesetzbuch im 6.Titel ab Art. 181) möchte ich nur kurz erwähnen, dass als ordentlicher Güterstand die Errungenschaftsbeteiligung gilt. Durch den Abschluss eines Ehevertrages, der bei einem Notar abgeschlossen werden muss, kann aber auch die Gütergemeinschaft oder die Gütertrennung vereinbart werden.

Heute ist Ihr erster Hochzeitstag und ich hoffe, Sie werden ihn auch in den nächsten Jahren nicht vergessen und ab und zu daran denken, was Sie einander heute versprechen. Geniessen Sie Ihre Gemeinschaft, tragen Sie Sorge zu einander und ich hoffe und wünsche für Sie, dass Sie ein Leben lang glücklich sein dürfen.

Und mit dieser Hoffnung lade ich das Brautpaar ein, mir in Anwesenheit der beiden Zeugen die folgende Frage zu beantworten::

Herr ......................... ich richte an Sie die Frage:
Möchten Sie mit Frau .................................... die Ehe eingehen?

Frau .......................... ich richte an Sie die Frage:
Möchten Sie mit Herrn .........................................die Ehe eingehen?

Da Sie beide meine Frage mit \"Ja\" beantwortet haben, ist Ihre Ehe durch Ihre gegenseitige Zustimmung kraft des Gesetzes geschlossen.

 
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