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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (368)

Zu allererst möchte ich Sie sehr geehrtes Brautpaar, eure Eltern sowie
Freunde und Verwandte an diesem herrlichen Abend sehr herzlich begrüßen.
Ich glaube, es ist wirklich eine Freude, wenn zwei echte (Ortsangabe)
zueinander finden - und wie wäre es anders - hier am Standesamt in
(Ortsangabe) den Bund der Ehe schließen möchten.

Sehr geehrtes Brautpaar ! Liebe Gäste !

Sie haben sich füreinander entschieden und möchten Ihre Liebe auf dem
Standesamt in aller Öffentlichkeit besiegeln. Sie haben den Partner
gefunden, mit dem Sie sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen können.
Ich möchte Ihnen hiezu viel Freude wünschen - für Ihr gesamtes Leben, für
Ihr Leben als Ehepartner, aber auch für Ihre Eltern, Freunde und Bekannten.

Ehe - warum eigentlich? Einige von Ihnen werden sich denken, warum gerade
jetzt. Die beiden wohnen doch schon viele Jahre zusammen. Andere wiederum
werden Ihre Entscheidung begrüßen und sich darüber freuen.
Freundschaft, so sagten schon die Römer, ist dann, wenn zwei dasselbe wollen
oder dasselbe nicht wollen. Wo liegt dann der Unterschied zwischen
Freundschaft und Ehe? Er liegt gewiss darin, dass die Freundschaft leichter
gekündigt werden kann als die Ehe. Man muss sich aber auch klar sein, dass
Freundschaft wesentlich leichter zu leben ist. In der Ehe ist man immer
füreinander da, unter Freunden trifft man sich nur dann und wann. So könnte
man vielleicht sagen: die Ehe ist die Vollendung der Freundschaft.
Seite 2

Ehe, was stelle ich mir darunter vor und welche Erwartungen setze ich in das
Zusammenleben mit meinem geliebten Partner?
Jede Partnerschaft, jede ernste Beziehung beginnt mit einem zufälligen
Gespräch, mit einer belanglosen Freundschaft oder aber auch mit Liebe auf
den ersten Blick - bis hin zum endgültigen Entschluss, den Bund der Ehe zu
schließen und in guten und in schlechten Zeiten füreinander da sein zu
wollen.
Denken wir doch an das Versprechen vor dem Altar "Wir wollen einander
lieben, achten, ehren und die Treue halten, solange wir leben". Ich meine,
mit diesen Gedanken, mit dieser Einstellung stehen viele Paare und natürlich
auch ihr beide heute vor dem Standesamt.

Ein berühmter Schauspieler hat die Ehe in einer sehr humorvollen
Betrachtungsweise wie folgt charakterisiert:
"Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die
man alleine niemals gehabt hätte."
Damit wird aufgezeigt, dass die Eheschließung zwar in erster Linie den
Schritt ins "große Glück" bedeutet, dieser Schritt aber, wenn wir ehrlich
sind, irgendwann einmal mit dem einen oder anderen Problem verbunden sein
kann.
Ich hoffe, Sie beide sehen dem Eheleben mit Realismus entgegen und wissen
genau, wie Sie Partnerschaft gestalten wollen.




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Eine Grundlage für eine erfüllte Ehe ist zweifelsohne die
Gesprächsbereitschaft. Ich bin davon überzeugt:
Es ist ganz besonders wichtig, dass Sie auch als Ehepartner - so wie
bisher - miteinander reden und durch ehrliches Zuhören an der Freude Ihres
Partners bzw. Ihrer Partnerin teilhaben können.

Die Erfahrung zeigt, erst wenn man gewohnt ist über belanglose Dinge zu
reden, wird
es auch gelingen im Gespräch zu bleiben, wenn der Haussegen einmal schief
hängt.
Nur durch regen und ehrlichen Gedankenaustausch kann eine Partnerschaft
positiv gestaltet werden.


Ein wichtiger Punkt im Eheleben sind die gemeinsamen Ziele.

Sie schließen heute die Ehe, weil Sie gleiche Lebensziele und Wünsche haben.
Sie erhoffen sich Sicherheit, eine harmonische Beziehung, möchten sich
aufeinander verlassen können. Sie wollen sich gegenseitig unterstützen,
gemeinsam viel erleben und vieles mehr.

Es ist klar, dass nicht alle Vorsätze, alle hochgesteckten Erwartungen
erfüllt werden können und sich manche Paare auseinanderleben. Das bedeutet:
Eine glückliche Ehe braucht Pflege und zwar bewusste Pflege.



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Für eine erfüllte Ehe ist es natürlich wichtig, die Liebe und Zärtlichkeit
zu bewahren.
Besonders am Beginn einer Liebesbeziehung ergibt sich die Liebe und
Zärtlichkeit von selbst. Glückliche Paare haben gelernt, auch noch nach
vielen Ehejahren zärtlich und liebevoll miteinander umzugehen. Das kann eine
freundliche Geste, ein liebes Wort, die Anerkennung einer Leistung und auch
die körperliche Zuneigung sein.
Liebe ist ja bekanntlich das einzige auf der Welt, das gerade wächst, wenn
man es teilt.

Ich glaube es genügt, wenn Sie dieses Gefühl, das Sie heute füreinander im
Herzen tragen, Ihre Liebe und Zärtlichkeiten, Ihr offenes ehrliches
Gespräch, aber auch die gemeinsamen Ziele bewahren können, dann haben Sie
für Ihre Ehe schon sehr viel erreicht.
******


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Ich bin nun bereit, Ihre Erklärungen entgegenzunehmen und bitte alle
Anwesenden, sich von den Plätzen zu erheben.

Ich frage dich, Herr ........., willst du aus eigenem Willen die Ehe mit
Frau .......... eingehen, dann antworte bitte mit "JA"
Ich frage auch Sie, Frau ..............., wollen Sie aus eigenem Willen die
Ehe mit Herrn .............. eingehen, dann antworten Sie bitte mit "JA"
Nachdem ihr nun vor Zeugen erklärt habt, die Ehe miteinander einzugehen,
spreche ich aus, dass ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.
Bitte nehmen Sie nun den Ringwechsel als äußeres Zeichen Ihrer Verbundenheit
vor.
Du kannst nun die Braut küssen.
Ich bitte Sie nun wieder Platz zunehmen


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Ihre eben erfolgte Eheschließung wurde im Ehebuch des Standesamtes
.............. Die Eintragung lautet wie folgt:
...................
Ich bitte Sie nun, Ihre Unterschriften unter diese Eintragung zu setzen und
bitte auch die Zeugen zu unterschreiben.
Herr oder Frau- ACHTUNG mit richtigen Namen zu
unterschreiben!!!!!!!!!!!!!!!!!!
*******

Liebes Ehepaar!
Sie haben nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff
"schließen" im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend. Das klingt so
nach "abgeschlossen", "fertig", "da braucht man nichts mehr dazu beitragen!"
Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem all jene, die heute
mitgekommen sind und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen können.
Es ist genau umgekehrt! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und
immer wieder, ja jeden, Tag, etwas dazu beitragen!
Deshalb meine ich, dass Sie heute Ihre Ehe "eröffnet" habt!

Ich persönlich wünschen Ihnen von ganzem Herzen alles erdenklich Gute und
viele gemeinsame Jahre und Jahrzehnte, in den Sie all das verwirklichen
können, was Sie sich heute so fest vornehmen und erträumen.
Ich wünsche Ihnen allen im Anschluss eine schöne und gesellige Feier und
darf hiemit den offiziellen Teil der Trauung beenden.

 
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