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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (369)

Ich begrüße Sie alle recht herzlich zur standesamtlichen Eheschließung!
Besonders begrüßen möchte ich dich, .........., und dich ............und
freue mich, dass ich heute die Trauung vollziehen darf.

Als ich mir einige Gedanken für eure Trauung überlegte, sind mir einem Buch
von Johannes Brantschen folgende Zeilen aufgefallen:

Ein neugeweihter Priester machte sich sehr viele Gedanken um seine
Hochzeitspredigt. Auf einem Spaziergang begegnete er einer alten Walliserin,
der er seine Schwierigkeiten gestand.
"Eigentlich weiß ich nicht, was ich den Brautleuten sagen soll".
"Ach", antwortete sie spontan, "sagen Sie ihnen doch, sie sollen einander
immer wieder verzeihen".
"Denn das Wort "Verzeihung" ist die beste Münze im Haus".

Und genau diese Worte möchte ich euch weitergeben.
Ihr beide kennt euch nun schon sehr lange und wisst daher, dass eine
Partnerschaft nie etwas abgeschlossenes ist. Es gibt immer wieder in einer
Beziehung gute und weniger gute Tage. Und es gibt immer wieder Momente in
einer Partnerschaft, in der man geteilter Meinung ist. Deshalb ist das
Miteinander-Reden ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung.
Denn diese Beziehung zwischen zwei Menschen kann nur gedeihen, wenn ihr
miteinander im Gespräch bleibt und einander immer wieder zeigt, wie viel ihr
euch bedeutet.

Ein anonymes Sprichwort lautet: "Zu einer glücklichen Ehe gehören zwei gute
Verzeiher".
Vergeben meint jedoch, den anderen mit seiner Vergangenheit, mit oder trotz
seiner Schuld zu bejahen und zu lieben. Denn Vergebung bindet und verbindet,
sie baut Brücken und Zuwege und sie eröffnet ein neues Leben.
Man merkt nun auch, dass das Wort "Verzeihung" ebenfalls ein wichtiger Punkt
für eine glückliche Ehe ist.

Doch wenn man für seinen Partner keine Zeit findet, kann man all diese
Punkte auch nicht umsetzen.
Wenn ich mir Zeit für den anderen nehme, dann sollte ich ganz für ihn
dasein.
Es gelingt nicht jeden Tag, auch nicht jede Woche.
Aber hin und wieder sollte es möglich sein, sich diese "Stunde Zeit" heraus-
zuschlagen.

Denn durch die gemeinsame Zeit wird auch das Vertrauen zum Partner wieder
gestärkt. Und Vertrauen gibt Sicherheit, Geborgenheit, und Ausgeglichenheit.

Liebe .........., lieber ............!

Ihr schließt heute die Ehe, weil ihr gleichgerichtete Lebensziele und
Wünsche habt. Ihr erhofft euch Sicherheit, ihr möchtet euch aufeinander
verlassen können. Ihr wollt euch gegenseitig unterstützen und gemeinsam viel
erleben.

Ich wünsche euch noch, dass ihr immer wieder Zeit füreinander findet und zum
Partner haltet, was auch kommen mag.

Zu diesen Gedanken möchte ich euch noch zum Abschluss ein Gedicht von Rudolf
Weiß, dass den Titel "Dumm" trägt, mitgeben:

Es wäre dumm ein Herz und eine Seele zu werden, wenn wir
miteinander doch zwei von jedem haben können.

Ich wünsche euch:

"Werdet zwei Herzen und zwei Seelen in einer glücklichen Ehe"
 
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