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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (374)

Sehr geehrtes Brautpaar!

Sie sind heute hierher gekommen, um eine Partnerschaft einzugehen. Sie haben sich zur Heirat entschlossen, ganz besonders mit dem Ziel der Selbstverwirklichung in Freiheit, aber eben der Selbstverwirklichung in einer gemeinsamen und gewollten Bindung.
Bindung und Freiheit scheinen sich jedoch zu widersprechen und doch gehören sie auf das engste zusammen.
Mit der Freiheit der Person meine ich die Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung des einzelnen Individuums. Dazu gehört die Verantwortung, und damit sind wir bei dem angelangt, um dessentwillen Sie hierher zu mir gekommen sind.
Freiheit könnte man auch definieren als die Fähigkeit, alles zu tun, was man will. Doch diese Definition kann auf Dauer nicht zutreffen. Hätte nämlich jeder diese Auffasung von Freiheit, so käme es über kurz oder lang unweigerlich zu Spannungen und Reibereien.
Lernen Sie, die Freiheit richtig zu gebrauchen und nicht zu missbrauchen.
Mein Wunsch für Sie ist, dass Sie diese Freiheit mehr und mehr in Ihrem gemeinsamen Leben erfahren. Helfen Sie einander, jeder seinem Partner, zu dieser Freiheit der Person zu kommen.
Für viele Menschen gilt als höchstes Glück Wohlstand, Besitz, Freude und Vergnügen. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, dass diese Dinge vergänglich sind, dass wahres und echtes Glück nur in der Liebe der Menschen zueinander liegt und in dem Bewusstsein, im Herzen des anderen eine Heimat zu haben.
Um dieses Glück zu erreichen, müssen Sie einen Ausgleich innerhalb der Vielfalt der jeweiligen Stimmungen, aber auch zwischen den verschiedenen Charakteren, die in einer Partnerschaft bestehen, schaffen. Diese Fähigkeit zum Ausgleich könnte man mit anderen Worten so bezeichnen: Hilfsbereit, Harmonie zu stiften.
Nur in der Achtung und Anerkennung Ihres Partners mit all seinen Stärken, aber auch mit seinen Schwächen und Fehlern kann sich die Harmonie und der innere Friede entwickeln.
Ihr gemeinsames Ziel soll es sein, in allen Situationen des täglichen Lebens aufeinander Rücksicht zu nehmen,
dem Partner stets in menschlicher Weise zu begegnen und ihm auch die notwendige Achtung entgegenzubringen.
Trotz der besten Absichten und Vorsätze gibt es im Leben und in jeder Ehe abwechselnd Höhen und Tiefen. Es kommt oft anders, als man es sich vorgestellt hat. Auch in Ihrer Ehe wird es nicht nur Sonnenschein geben. Neben vielen frohen Stunden werden auch trübe Stunden beschieden sein. Aber ich glaube, dass jeder einzelne von Ihnen das ein bisschen lenken kann und trachten soll, dass die Höhen, die Sonnentage im Leben möglichst überwiegen und die angespannte Zeit nur kurz andauert.
Wichtig ist für Sie daher, dass Sie Ihr heutiges Ja-Wort täglich erneuern, dass Sie sich täglich von neuen, sei es durch Worte, Taten oder durch Gefühlsbezeugungen, zu verstehen geben, dass Sie bereit sind, für eine immerwährende Liebe das Du voranzustellen und das Ich an zweite Stelle zu reihen. Vergessen Sie nicht, dass es im Leben nie einen ABschluss gibt und Sie daher nie aufhören dürfen, einander zu suchen und kennen zu lernen, denn Ehe ist nie ein letztes, sondern Gelegenheit zum Reifen!
Bevor ich nun an Sie die entscheidende Frage stelle, möchte ich Sie noch kurz mit den gesetzlichen Bestimmungen der Eheschließung vertraut machen.
Das Gesetz in Österreich erfordert zum Abschluss einer gültigen Ehe die gleichzeitige und persönliche Anwesenheit beider Verlobter und die Abgabe einer Erklärung auf die Frage des Standesbeamten, ob Sie gewillt sind, die Ehe miteinander einzugehen. Die Bejahung dieser Frage darf an keine Bedingung oder Zeitbestimmung geknüpft werden.
Da nunmehr Ihr Entschluss feststeht, einander als Mann und Frau angehören zu wollen, ersuche ich Sie, auf meine Frage zu antworten und ersuche Sie und die Zeugen, dabei aufzustehen.

So frage ich Sie, Herr ...., ist es Ihr freier Wille und Entschluss, mit der hier anwesenden Frau ... eine gültige Ehe zu schließen, so antworten Sie mit JA.
Frau.... ist es auch Ihr freier Wille und Entschluss, mit dem hier anwesenden Herrn .... eine gültige Ehe einzugehen, dann antworten auch Sie mit JA.

Sie haben nun eine Ehe nach den Vorschriften des Gesetzes geschlossen und sind somit Mann und Frau geworden.

Der Ring ist das Sinnbild des in sich Geschlossenen, der Einheit und der Treue. Nehmen Sie diese beiden kleinen Reifen als äußeres Zeichen Ihrer Zusammengehörigkeit und stecken Sie sie gegenseitig an.

RINGWECHSEL
VERLESUNG NIEDERSCHRIFT

Ich wünsche Ihnen für Ihr gemeinsames Leben den inneren Frieden, den Frieden in Ihrem Heim genau so wie den Frieden mit Ihrer Umwelt, für den jeder von uns ein gewisses Maß an Verantwortung besitzt.
Um diesen Frieden in einer Ehe zu finden, sollten Sie sich, ganz einfach ausgedrückt, vertragen.
Dazu gehört notwendigerweise die Anerkennung des anderen, aber auch Toleranz.
Die Toleranz zeigt sich in den kleinsten Gelegenheiten und entstammt einer tief verwurzelten Hochachtung vor dem Wesen des Menschen, und diese Hochachtung will ich Ihnen von Herzen nicht nur am heutigen Tag, sondern auch für Ihr gemeinsames, zukünftiges Leben wünschen.
Wenn Ihre Ehe Bestand haben soll, ist gegenseitige Rücksichtnahme, Achtung, Liebe und Treue die unbedingte Voraussetzung. In dieser Stunde, in der Sie durch eigenen Entschluss Ihre beiden Schicksale durch das Band der Ehe vereinen wollen, begleiten Sie al meine besten Wünsche.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen das Beste auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg, erinnern Sie sich immer wieder gerne an Ihren Hochzeitstag, nehmen Sie die frohe Stimmung und die gute Laune mit auf Ihren gemeinsamen Lebensweg und beginnen Sie mit dieser Stunde eine gute, glückliche und harmonische Ehegemeinschaft.



 
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