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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (376)
Sehr geehrtes Brautpaar, werte Angehörige und Gäste,
ich begrüße Sie herzlichst zur standesamtlichen Trauung der hier erschienenen Brautleute .... im Standesamt ....

Wie flieht die Zeit, wie eilen die Jahre. Wie rasch verfliegt das unbeschwerte Lachen der Kindheit. Eine junge Menschenblüte reift heran, um sich in den schönsten Jahren eines von Träumen beschwingten Lebens zu entfalten. Jeder von Euch ist bisher seinen eigenen Weg gegangen, allein auf sich gestellt oder wohlgeborgen im Schutze der Eltern. Euer Leben wird jetzt einen wechselvollen Verlauf nehmen. Was es bringen und wie es sich gestalten wird, wissen wir nicht.

Wer wollte - und dabei spreche ich von den älteren Anwesenden - leugnen, dass die eigene Jugend mit all ihren Stürmen und brennenden Sehnsüchten vor Augen steht, wenn sich 2 junge Menschen zum Bund fürs Leben vereinen? Da tauchen Bilder auf und Erinnerungen werden wach, die damals im Herzen getragen wurden, voller Zuversicht, voller Hingabe und kühnen Träumen an die Zukunft. Viele Ihrer Träume erfüllten sich nicht und mussten schweren Herzens begraben werden, ernüchternd von den Erfahrungen, die gesammelt wurden. Aber - und das ist das ewig Wahre - viel Neues, viel ungeahnt Schönes fanden Sie doch auch, woran Sie nie gedacht hatten. Sie lernten, mit Mut und starkem Herzen tragen, was das Leben von Ihnen forderte und das war eben nicht nur Verzicht, sondern auch Fülle. Jeder Tag brachte neue Erkenntnisse und machte Sie immer wissender und immer vielseitiger, Ihre Aufgaben zu erfüllen.

Liebes Brautpaar, einige persönliche Wort seien mir unter Eurem Einverständnis vergönnt:
Es ist mir eine besondere Freude, zwei so liebenswerte Menschen und gut bekannte Freunde im Standesamt .... nach dem Gesetz und Recht in die Ehe zu führen.
Vor ... Jahren nun hat Euch die gegenseitige Sympathie zusammen geführt und die Liebe hat Euren Beschluss bewirkt, zu heiraten.

Liebe ..., Deinem Wunsch entsprechend gebe ich bekannt, dass Du von .... Dein 1. Kind erwartest. Die gemeinsame Freude an dem Kind und die gemeinsamen Sorgen um das Kind werden Euch noch mehr zusammenschließen. Besonders für die Frau ist es die schönste und erhabenste Aufgabe, durch die eigene Lebensführung den Kindern Vorbild zu sein und sie zu gesunden, tüchtigen und sozial denkenden Gliedern der Familie und damit auch unserer Gesellschaft zu erziehen.
Deiner Familie wird es heute sicher nicht leicht fallen, Dich aus ihrer Obhut zu geben. Aber dagegen Einspruch zu erheben wäre Unsinn, denn Du hast gut gewählt.

Dir lieben .... darf ich Deine Tätigkeit als aktiven Feuerwehrmann in Stunden höchster Not und des mutigen Einsatzes für das Leben des anderen in Erinnerung bringen. Bei jedem ausgebrochenen Brand drohten Dir Gefahren und Hindernisse. Im festen Vertrauen auf Deine Kameraden wagtes Du immer wieder freiwillig, den Brandherd zu bekämpfen. Denkt bitte beide daran, dass auch Eure Ehe nur in Kameradschaftlichkeit und im gegenseitigen Vertrauen möglich ist.

Sehr geehrte Eltern des Brautpaares, mit dem heutigen Tag verlieren Sie weder Sohn noch Tochter. Sie gewinnen dazu, die einen die Tochter ..., die anderen den Sohn ... Also keine Trennung im Familienverband, sondern ein Gewinn. Deshalb schließen Sie beide gleichermaßen in Ihre Herzen ein. Stehen Sie ihnen zum Anfang ihres neuen Lebensabschnittes durch Ihre Erfahrungen bei. Es sind und bleiben weiterhin Ihre Kinder, die Sie in Liebe und elterlicher Obhut zu persönlich denkenden und selbstständig handelnden Menschen erzogen haben. Und doch sind sie keine Kinder mehr. Sie sind erwachsen und gehen den gleichen Weg, den Sie einmal gegangen sind und stehen am Beginn, eine Familie zu gründen. Dabei sind weiterhin Ihre Liebe und Ratschläge gefragt. Die Liebe zu Ihren Kindern wird immer bestehen, doch bei Ratschlägen aus dem eigenen Erfahrungsschatz seien Sie vorsichtig. Geben Sie die nur dann, wenn man Sie darum bittet. Bedenken Sie, dass ein Generationswechsel eingetreten ist. Familiensinn in Übereinstimmung kann uneigennützig Berge versetzen und das Leben erleichtern.

Liebes Brautpaar, ich darf Euch nun bitten, sich von den Plätzen zu erheben, denn ich werde jetzt die Frage an Euch richten, mit deren Beantwortung Ihr selbst nach dem Gesetz den Bund Eurer Ehe schließt.
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