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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (384)

Verehrtes Brautpaar!

Heute tritt ein großer Wendepunkt in Ihrem Leben ein. Sie schließen mit der Vergangenheit ab und richten Ihren Blick vorwärts, in die Zukunft. Von dem Leben, das hinter Ihnen liegt, nehmen Sie eigentlich heute Abschied.

Die Ehe, verehrtes Brautpaar, möchte ich mit einem großen und breiten Fluß vergleichen: Er fließt dahin, unerschütterlich, ohne große Eile, gemächlich, langsam und sicher. Doch auf einmal kommt eine Stromschnelle, und nun ist es aus mit der gewohnten Gemächlichkeit, jetzt entscheidet sich, was weiter geschehen wird, was weiter geschehen soll: Und doch, was eben noch reißend war, fließt wieder in der gewohnten Ruhe dahin bis hin zur nächsten Stromschnelle.

Ihre Ehe, die Sie heute beginnen, entspringt der Quelle der Zuneigung, entspringt der Quelle der gemeinsamen Interessen und der Quelle der Liebe, in jedem Fall beginnt der Fluß des gemeinsamen Lebens mit dieser Quelle zu fließen. Meist geht es ruhig dahin, auf einmal aber kommen die Wirbel und auf einmal geratet Sie in die Stromschnellen und es heißt da, sich richtig zu verhalten: Da dürfen Sie nicht ausweichen aber auch nicht stehenbleiben, sondern müssen durch diese Gefahr hindurchlaufen.

Aber da Sie zu zweit sind, haben Sie den Halt des Partners, und in diesem Halt werden Sie den Lauf des Flusses bestehen und nicht etwa den Lauf des Flusses aufhalten.


Sie suchen ja auch in Ihrer Ehe, wie andere auch, das Glück. Dass es Ihnen wird, ist Ihr Wunsch, ist der Wunsch aller, die mit Ihnen diesen Tag feiern. Das Glück sollen Sie aber nicht alleine im Äußerlichen suchen, Sie würden es dort nicht finden. Suchen Sie es in Ihrem Inneren, in Ihrer Häuslichkeit. Und wenn es Ihnen dazu noch gelingt, Ihre Persönlichkeiten in vollkommenen Einklang miteinander zu bringen, dann haben Sie das Glück gefunden.

Ich habe hiermit ein ganz anderes Bild der Ehe verwendet, als man kennt. Das Bild vom Hafen der Ehe ist gebräuchlicher als das des Flusses. Aber die Ehe ist keinesfalls ein Ende, ein Hafen sondern ein Anfang, eine Quelle. Und Ihnen wünsche ich nun alles Gute für dieses mit der heutigen Quelle begonnen Flusses der Ehe. So führt Sie der Entschluß, die Ehe zu schließen, auf die Höhe Ihres Lebens. Von dieser Höhe schauen Sie zurück auf das Vergangene, was einst auch schön war und in die Zukunft, die glücklich werden soll. So nehmen Sie das Wagnis der Ehe auf sich in unbedingten Vertrauen auf den anderen, denn Sie wissen, daß er Sie mit Willen nicht enttäuschen wird.

Bitte erheben Sie sich nun!

Nachdem ich Kraft Gesetzes zur Entgegennahme Ihrer Eheschließung berufen bin, alle vom Gesetz gestellten Vorbedingungen erfüllt erscheinen, bitte ich Sie höflich, Ihren freien Willen eine gültige Ehe zu schließen, feierlich zu erklären.

Ich frage nun Sie, Herr ﷡﷡﷡﷡﷡ wollen Sie aus eigenem, freien Willen die Ehe mit Frau ﷡﷡﷡﷡﷡ eingehen, so antworten Sie mit einem JA.

Ich frage nun Sie, Frau ﷡﷡﷡﷡﷡, wollen Sie aus eigenem, freien Willen die Ehe mit Herrn ﷡﷡﷡﷡﷡ eingehen, so antworten Sie mit einem JA.

Aufgrund Ihrer gegenseitigen, einstimmigen Beantwortung erkläre
ich Sie hiemit für rechtmäßig verbundene Eheleute.


Nun wollen Sie zum äußeren Zeichen Ihrer inneren Verbundenheit
die Ringe wechseln.





 
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