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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (390)

Beginnen möchte ich mit einer kleinen Geschichte und damit den Begriff Ehe und Familie umschreiben:
Es war einmal eine seltsame Versammlung in der Werkstatt des Tischlermeisters. Alle Werkzeuge waren gekommen, sie wollten ihre Uneinigkeiten schlichten. Vorsitzender was der Hammer, aber sofort verlangen die Anwesenden seinen Rücktritt – warum wohl? Er ist viel zu laut, und dann habe er auch noch diese schreckliche Angewohnheit, immer die anderen zu schlagen, vor allem die Nägel, die traf er immer auf den Kopf! Das sah der Hammer ein, meinte aber, dann könne der Schraubenzieher auch nicht bleiben, der verdrehe immer alles und führe ein gar gewundenes Leben. Der Schraubenzieher sah das ein, aber das Sandpapier müsse dann ja wohl auch gehen, das gehe immer sie grob mit allen um, habe so rauhe Sitten, reibe sich an allen. Ja, das sah das Sandpapier ein, aber was sei denn dann mit dem Zollstock? Da waren sich alle einig, der Zollstock sei so was hochmütig, benehme sich, als sei er das Maß aller Dinge, messe immer alle nur an sich selbst, als gebe es nur einen Perfekten weit und breit. Just da trat der Tischlermeister in die Werkstatt, band seine Schürze um und machte sich ans Werk. Er nahm den Zollstock und maß, er nahm den Schraubenzieher und schraubte, er nahm den Hammer und schlug, er nahm das Sandpapier und feilte. Er verwandelte ein grobes Holz in ein gar feines Möbel. Und verließ die Werkstatt. Da waren die Werkzeuge wieder allein und nahmen ihre Versammlung wieder auf. Da sprach die alte Säge: „Es ist wohl klar, dass wir alle verschieden sind, aber diese Verschiedenheit nutzt der Tischler. Und unser Wert liegt gerade darin, was uns so verschieden und so einzigartig macht. Lasst uns daher nicht soviel Obacht geben auf unsere schlechten Seiten, sondern vielmehr die guten in den Vordergrund stellen.“ Da befand die Versammlung, es gebe viel Gutes über alle zu sagen, der Hammer sei stark, der Schraubenzieher schaffe Verbindungen, das Sandpapier gleiche aus, was unterschiedlich oder rau sei, und der Zollstock sei genau und präzise. Und sie spürten, dass sie zusammen alles in sich vereinten, was der Tischl!
er für e
in gutes Möbelstück brauchte. Sie waren stolz auf Ihre Unterschiede und auf Ihre Fähigkeiten, gemeinsam Großes zu bauen. Und gilt das nicht auch für Menschen – für ein harmonisches Miteinander in Ehe und Familie?
Versucht daher nicht nur
durch Eure Augen zu sehen
durch Eure Ohren zu hören
durch Eure Seele zu fühlen,

sondern versucht
durch die Augen des anderen zu sehen,
durch die Ohren des anderen zu hören,
durch die Seele des anderen zu fühlen.

Mit viel Menschlichkeit, mit Charakterstärke, Hilfsbereitschaft und gegenseitigem Vertrauen - mit wenig Egoismus, Rechthaberei und Pingeligkeit werdet Ihr aufkeimende Krisen, die auch zu einer Ehe gehören, gut meistern.

Und ein Zauberwort für das ganze Leben, besonders aber für die Ehe und Familie möchte ich Euch besonders ans Herz legen:

Es ist das Wort Zufriedenheit.

Es beinhaltet: Neidlos anderen ihr Hab und Gut zu gönnen, wunschlos glücklich zu sein und auch einmal ruhigen Gewissens gemeinsam faulenzen zu können.
Dabei jedoch immer darauf zu achten, dass Zufriedenheit nicht in Gleichgültigkeit ausartet.

Bitte stets daran denken:
Das erste, was der Mensch erfährt ist die Familie.
Das letzte, an das sich der Mensch klammert ist die Familie Die Familie allein vermittelt Liebe, Glück und Geborgenheit.
Die Ehe ist eine Brücke, die man täglich neu bauen muss.
Am besten von beiden Seiten.
In diesem Sinne wünsche ich Euch das Beste auf Eurem gemeinsamen Lebensweg, dass alle gesteckten Ziele und Wünsche in Erfüllung gehen.

 
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