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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (27)

Liebes Brautpaar, werte Trauzeugen, geschätzte Hochzeitsgäste, ich möchte Sie hiermit recht herzlich auf dem Standesamt begrüßen.

Liebe Frau Mustermann, lieber Herr Mustermann,
Sie haben heute 2 Ringe mitgebracht. Der Ring ist ein altes Symbol der Liebe und Verbundenheit. Ich habe zum Thema Ringe ein Gedicht gefunden, dass ich Ihnen zu diesem Anlass gerne vortragen möchte.

Gedanken beim Betrachten eines Ehringes von Rudolf Weiss:

Manchmal ringen miteinander,
manchmal ge-ring schätzen,
manchmal um den Finger wickeln,
niemals aber aneinander ein Ende finden.

Wer kennt das nicht, - manchmal ringen miteinander -, wenn man mit seinem Partner nicht einer Meinung ist.

Es kommt auch vor, dass der eine die Leistung des anderen in der Ehe - manchmal gering schätzt -. Sei es das Kochen des Lieblingsgerichtes oder das Erledigen von Besorgungen.

Sie kennen doch auch die Situation, wenn der eine den anderen - um den Finger wickelt - um Ihn oder Sie zu etwas zu überreden, was der Partner sonst vielleicht nicht machen würde.

Niemals aber aneinander ein Ende finden -. Dies ist der Satz, der mir persönlich am besten gefällt. Denn darunter verstehe ich, das aufeinander eingehen und jeden Tag Freuden und Sorgen miteinander zu teilen.
Sicher stimmen Sie mit mir überein, dass eine Ehe aber auch mehr verlangt. Es gehört ein gewisses Maß an Toleranz dazu, um dem Anderen den Platz an seiner Seite zu ermöglichen. Man muss sein eigenes Ego etwas zurückstellen und dem Anderen gewisse Freiräume zugestehen.

Es fällt dabei manchem sicher nicht leicht alte Gewohnheiten wie z. B. ein bestimmtes Hobby oder eine bestimmte Sportart aufzugeben oder einzu-schränken, falls diese in der Partnerschaft zu Spannungen führt. Vielleicht haben Sie das ja selbst auch schon erfahren.

Wichtig ist es dafür Verständnis zu zeigen, aber auch sein Leben auf das miteinander einzustellen. So werden Sie Freuden doppelt so stark und Sorgen nur halb so schlimm empfinden. Gemeinsamkeit heißt etwas zusammen zu machen.

Es gibt hierzu eine nette Anekdote:
Zwei Radfahrer fahren auf einem Tandem einen Berg hinauf. Oben angekommen sagt der Eine zu dem Anderen: " Mensch, war das ein steiler Berg." Darauf erwidert der Andere: "Ja, und häte ich nicht die ganze Zeit gebremst, wären wir ihn sicher wieder rückrärts hinuntergerollt."

Was ich damit sagen will ist, dass nicht jeder nach seinen Vorstellungen künftige Wege verfolgt, sondern dass man sein Handeln aufeinander abstimmen sollte.

Das Schöne ist, dass Sie nun einen Partner an Ihrer Seite haben, mit dem Sie sich bereden und beraten können, um dann Ihre Entscheidungen zu treffen.

Bemühen Sie sich deshalb miteinander zu reden, über das was Sie freut und besonders über das was Sie bedrückt.
Lassen Sie es nicht zur Sprachlosigkeit kommen. Denn jeder von uns braucht jemanden, mit dem er reden kann. Durch Reden können viele Unklarheiten beseitigt werden.
Probleme und Unstimmigkeiten die in einer Ehe auftauchen, können überwunden werden. Eine Ehe ohne Gefahren und Risiken gibt es nicht.

Deshalb sollten Sie immer ein offenes Ohr und ein offenes Wort füreinander haben. Das wird Ihnen helfen diese Gefahren und Risiken zu meistern.

Dies ist sicher nur ein kleiner Teil der Ehe, doch haben Sie mit dem Willen dem Anderen beizustehen und mit der Liebe, die Sie füreinander empfinden, ein gutes Fundament geschaffen, um die Anforderungen die auf Sie zukommen werden zu bewältigen.


Abschließend wünsche ich immer eine Portion Willenskraft und Geduld um in Zukunft auch schwierige Probleme auszudiskutieren und immer wieder einen neuen Anfang zu finden. Denn mit jeder gemeinsam bewältigten Krise werden Sie mehr zusammenwachsen und es wird aus zwei Einzelpersonen eine Gemeinschaft.
Wenn Sie dann dann ab und zu ihren Ehering betrachten, denken sie vielleicht an diesen Tag zurück und an das kleine Gedicht, dass sie heute hier gehört haben.


 
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