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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (393)

Sehr geehrte Frau,
sehr geehrter Herr ,

ich freue mich Sie beide im Standesamt auf der Burg in ...... begrüßen zu können, um von Ihnen ein Versprechen entgegen zunehmen, welches die rechtliche Grundlage für ihr gemeinsames Leben schafft.

Im kleinsten Kreis haben sie sich eingefunden, um den Start in das Abenteuer Ehe zu wagen. Sie wissen, dass die Eheschließung nur Minuten dauert, doch die daraus resultierenden Wirkungen ihr weiteres gemeinsames Zusammenleben weit reichend beeinflussen werden.
Der heutige August erhält seine Besonderheit und seinen Höhepunkt durch ihr gegenseitiges JA-Wort.

Sicher werden Sie jetzt nicht von mir erwarten, dass ich vom Sinn und der Bedeutung einer Ehe spreche. Es wäre auch unpassend, wenn ich versuchen würde, ihnen Belehrungen zur Führung ihrer Ehe erteilen zu wollen.
Sie sind beide zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Lebensweg durch Liebe, Vertrauen und Gemeinsamkeit schöner und inhaltsreicher wird und dass die Ehe die richtige Form für ihr weiteres Zusammenleben bildet. Sie wissen, dass sie täglich an ihrer Partnerschaft feilen müssen. Sie haben erfahren, dass die Ehe kein Fertighaus ist, sondern ein Gebäude, an dem täglich konstruiert und weiter gebaut werden muss.
Sie haben das Leben in seiner ganzen Vielfalt - mit seinen Licht- und Schattenseiten kennen gelernt, Sie haben Erfahrungen gesammelt und erkannt, dass das gegenseitige „Füreinander da sein“ zu den schönsten Dingen im Leben gehört – allein durchs Leben zu gehen liegt wohl auch nicht in der Natur des Menschen.
Es gibt keine ewige Wahrheit, keine ewige Treue, keine zeitlose Vernunft. Es gibt immer nur die Geschichte zweier Menschen selbst. Wir wissen nie, welchen Ausgang unsere Ehe und unser Leben nehmen, wie wir und der andere sich entwickeln, wie lange unsere Liebe hält und unser gemeinsames Leben erfüllt. Aber wir vertrauen, wir wagen, wir glauben und wir hoffen.
Vom Ursprung her hängt das Wort „EHE“ mit „Ewigkeit“ zusammen. Mindestens jedoch bedeutet das Wort Ehe von „lange Dauer“. Als Standesbeamtin kann auch ich Ihnen keine Garantie für „ein Leben lang“ geben. Nur soviel, was Ehepartner verbindet ist die „Liebe“ aber auch der „Streit“. Was alles verbindet ist die Liebe, was alles auflösen kann sind ewige Streitereien.
Als Leitgedanke kann ihnen vielleicht folgendes Zitat, dessen Autor ich vergessen habe, dienen: Soviel du nehmen willst, musst du auch geben.
Willst du ein ganzes Herz, so gib dein ganzes Leben.
Ihre Ehe soll keine Fessel werden, sondern ein Band der Hilfsbereitschaft, des Vertrauens und des Verstehens sein. Vertrauen und Achtung, sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe und ihrer Partnerschaft, ohne welche diese nicht bestehen kann, denn ohne Achtung hat die Liebe keinen Wert und ohne Vertrauen keine Freude.
Nach einem Leben, das jedem von Ihnen in der Vergangenheit glückliche und erfolgreiche Stunden gebracht hat, aber auch nicht ohne Sorgen an ihnen vorübergegangen ist, sind sie bereit gemeinsam ihren Weg fortzusetzen. Gemeinsam durch die Welt zu ziehen, ist auch schöner als allein zu stehen.
Das Wort „gemeinsam“ ist in unserer hektischen Zeit, mit den sich häufig überstürzenden Ereignissen von großer Bedeutung.

Gemeinsam schaffen wir das
Gemeinsam stehen wir das durch
Gemeinsam haben wir die Stärke, die dem einzelnen von uns fehlt Sie sind dabei ihre „wilde Ehe“ zu zähmen und den Wechsel vom „Paar ohne Trauschein“ zum „Paar mit Trauschein“ zu vollziehen.
Stehen sie ihrem Partner immer zur Seite, halten sie zu ihm und halten sie sich an ihm fest. Jeder wird so dem anderen Mut, Kraft aber auch Geduld und Freude geben.
Wie tröstend kann ein liebes Wort sein, wie aufbauend eine Umarmung, eine Berührung oder zärtliche Geste.
Durch ihre Lebenserfahrung wissen sie aber auch, dass die Ehe an jeden Partner hohe Anforderungen stellt.
Sie können sich durch den Erhalt ihrer Liebe und ihres gegenseitigen Vertrauens, gute Voraussetzung für die Entwicklung ihrer Ehe schaffen.
Wenn sie als Eheleute immer von diesen Voraussetzungen ausgehen und ihr gemeinsames Leben bewußt gestalten, wird sich ihre Beziehung weiter entwickeln, wird ihr Füreinander, wird das SEIN von Mann und Frau in schönen und schweren Stunden ständig tiefer und inniger.
Wie sie aus eigenen Erfahrungen wissen, ist ein Zusammenleben nicht immer leicht. Es wird immer einmal Stunden geben, die mit Sorgen und Problemen ihr Glück überschatten. In solchen Momenten fassen sie sich ruhig einmal bei den Händen und denken daran, dass auf graue, verregnete Tage auch wieder schöne Tage ja Wochen folgen werden. Ein Tipp an dieser Stelle von mir:
Lassen Sie den Alltag nicht zu alltäglich werden, denn auch jeder Alltag ist ein Tag ihres Lebens. Mark Twain sagte sinngemäß einmal: Gib jedem Tag, die Chance der schönste deines Lebens zu werden.




Als Standesbeamtin weiß ich nicht, über welche Wege Sie zueinander gefunden haben. Es ist und bleibt ihre persönliche Geschichte, zu deren Fortsetzung in der Ehe ich ihnen heute alles erdenklich Gute wünschen möchte.

Sehr geehrtes Brautpaar,
wohl nur den wenigsten Menschen ist es vergönnt, mit der ersten großen Zuneigung zu einem anderen Menschen auch das große Lebensglück zu treffen.
Der Mensch selbst, ist immer auf der Suche nach einem Stück Glück und Geborgenheit. In die Wiege der Menschen wurde dabei das Bedürfnis gelegt, nicht allein zu bleiben, sondern sich einen Weggefährten zu suchen. Sie haben ihre Wahl getroffen und ich möchte mit einem Gedicht von Josef Dirnbeck die Zeremonie der Eheschließung beginnen.
Unser Ja ist ein Ja.
Unser Ja ist kein Jaja,
Unser Ja ist kein Möglicherweise,
kein unter Umständen, kein Probeweise.
Unser Ja ist kein Naja.
Unser Ja ist ein ja zu uns , wie wir sind und wie wir werden können.

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Frage freier Wille und fester Entschluß

Die Liebe ist immer ein Wagnis.
Aber nur wer wagt wird gewinnen. Theodor Neuss

 
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