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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (396)

Liebes Brautpaar, werte Trauzeugen, sehr geehrte Angehörige, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen. Sie sind heute am 07.07.2007 zum Zwecke der Eheschließung hier bei uns im Standesamt erschienen. Aus einem „Ich“ und einem „Du“ wird heute für Sie beide ein gemeinsames „Wir“.

Neben der Tatsache, dass Sie heute am 07.07.2007 die Ehe schließen möchte ich Sie noch auf ein paar weitere Kuriositäten zum heutigen Tag aufmerksam machen. Diese Trauung ist heute die siebente von 7.
Sie selbst haben sich heute vor 7 Jahren, also am 07.07.2000 kennengelernt, befinden sich somit im verflixten 7. Jahr.
Ihrem Kind haben sie vielleicht schon des öfteren „Der Wolf und die 7 Geißlein“ oder „Schneewitchen und die 7 Zwerge hinter den 7 Bergen vorgelesen“.
Manches Mal ärgern Sie sich vielleicht über den Partner, wenn er seine 7 Sachen nicht wegräumt.

Für einander sind Sie möglicher Weise eines der 7 Weltwunder und am heutigen Tag werden Sie wie auf Wolke 7 schweben und wenn Sie sich später das Ja-Wort geben, sind Sie vielleicht sogar im 7.Himmel.

Wenn es am Siebenschläfertag regnet, sind 7 Wochen mit Regen gesegnet.
Dieser Bauernregel kann Gott sei Dank keiner großen Bedeutung zukommen, der Siebenschläfertag war der 27.Juni, da hat es ziemlich stark geregnet, und heute haben wir strahlenden Sonnenschein.
Aber zu meinen 57 Trauungen hat es sicher noch keine 7 x geregnet.

Aber jetzt versieben, Verzeihung Verschieben wir diese Wortspielerein und kommen zu dem Teil, weswegen wir ja eigentlich heute hier sind.

Bevor wir aber zur eigentlichen Trauungszeremonie kommen, habe ich mir ein paar persönliche Gedanken zu Ihrem heutigen Tag gemacht.

Zu Beginn ein kurzes Zitat:

Alle Liebe hat eine sichtbare Seite: die Tat.
Eine hörbare Seite: das Wort.
Und eine unsichtbare Seite: die Regung des Herzens.

Ihre Hochzeit ist die sichtbare Seite Ihrer gegenseitigen Liebe. Das Ja-Wort, das Sie sich später gegenseitig aussprechen werden, ist die hörbare Seite. Die Regung des Herzens aber war der ausschlaggebende Punkt für Ihre Entscheidung, heute Ihre Ehe zu schließen.

In der Ehe binden sich zwei unverwechselbare Personen eng aneinander. Sie haben sich lieben und schätzen gelernt. Sie sind füreinander unersetzbar.

Die Unersetzbarkeit schweißt sie förmlich zusammen. Jeder will für den anderen da sein, für ihn sorgen und ihn verwöhnen. Aber er will auch gleichzeitig vom anderen respektiert werden.

Sie beginnen am heutigen Tage einen neuen Lebensabschnitt. Aber Sie können das Alte nicht auslöschen, es hat nur eine neue Qualität erhalten. Ich wünsche Ihnen, dass diese neue Qualität Ihr neues Leben bestimmt, aber ich wünsche Ihnen ebenfalls, dass das Alte Sie weiterhin tragen möge.


Seien Sie Ihren Mitmenschen und vor allem Ihrem gemeinsamen Kind und geben Sie Ihnen das beste, was Sie überhaupt geben können. Das ist eine Forderung an Ihr Leben, an Ihre Ehe, die Sie heute beginnen. In Ihrer Ehe sollen Sie sich die Kräfte holen, um als Beispiel nach außen wirken zu können.

Im Leben aber stehen Sie als Ehepartner.
Ein Paar, das meint, es wisse und könne eh schon alles, wird sich auf Dauer als lebensuntüchtig erweisen. So sollten Sie bereit sein, immer aufs neue zu lernen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den goldenen Mittelweg finden, dass Sie das Gute, die Liebe und die Hilfsbereitschaft der Ungerechtigkeit, Lieblosigkeit und Hartherzigkeit vorziehen und darin die Kraft erkennen, die allein das Gute im Menschen zu wecken vermag.

Im Verlauf Ihrer Beziehung verbringen Sie mehr oder weniger Zeit miteinander, gehen durch Phasen, in denen Sie das Gefühl haben, dass Sie sich nichts zu sagen haben und erleben genauso Zeiten, in denen Sie sich nicht mehr vorstellen können, ohne den anderen zu leben. Wenn Sie eine solche Phase durchmachen, vergessen Sie nicht, dass Beziehungen immer von einem Auf und Ab geprägt sind, dass alles, was heute noch eckig und kantig ist, sich im Laufe der Jahre noch abschleifen und runden muss.

Seien Sie daher mutig in Bezug auf Ihre Liebe. Betrachten Sie die schwierigen Zeiten als eine Möglichkeit, sich zu verändern. Bleiben Sie in harten Zeiten zuversichtlich, und bleiben Sie in dem Bewusstsein, dass die Eigenschaften, die Sie am Anfang zum anderen hingezogen haben, noch immer existieren und dass Sie sich an ihnen wieder aufrichten können. Und bedenken sie, dass die schönen Zeiten durch Ihre gemeinsame Lebenserfahrung und durch die Sorgen, die Sie miteinander geteilt haben, noch intensiver werden.

Wenn wir jemanden lieben, machen wir oft den Fehler anzunehmen, dass unser Partner dies ohne ein besonderes Verhalten unsererseits weiß und fühlt. Die Erfahrung des Gefühls, geliebt zu werden, erwächst jedoch aus einer Vielzahl von besonderen Handlungen und Hilfestellungen. Lassen Sie daher keine Gelegenheit aus, durch kleine Aufmerksamkeiten, liebevolle Rücksichtnahme, Verständnis, freundliche Worte der Anerkennung Ihrer Liebe dem Partner gegenüber Ausdruck zu verleihen, denn je mehr Sie geben, um so mehr werden Sie zurückerhalten.

Denken Sie recht oft an diesen schönsten Tag in Ihrem Leben, ganz besonders, wenn die Alltagssorgen Sie belasten und schwere Pflichten zu erfüllen sind. Möge dieser heutige Tag das erste Glied einer endlos langen Kette glücklicher Tage für Sie werden. Teilen Sie Ihr Glück miteinander, denn wie Albert Schweitzer schon sagte, das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.


Somit kommen wir nun heute bereits zum 7.x zu dem Teil, der für Sie und Ihr weiteres Leben sehr wichtig ist, denn um eine Ehe rechtsgültig schließen zu können, müssen beide Verlobten vor dem Standesbeamten persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären, die Ehe miteinander eingehen zu wollen.

Ich bitte Sie deshalb, meine Fragen, die ich nach gesetzlicher Vorschrift an Sie zu richten habe, zu beantworten, und darf Sie ersuchen, sich dazu von Ihren Plätzen zu erheben!

Ich frage nun Sie, Herr , ist es Ihr freier und fester Entschluss, mit der hier anwesenden Frau die Ehe zu schließen, dann antworten Sie bitte mit einem „Ja“.

Nun frage ich Sie, Frau, ist es auch Ihr freier und fester Entschluss, mit Herrn den Bund der Ehe einzugehen, dann antworten Sie bitte ebenfalls mit einem „Ja“.

Da Sie nun beide meine Frage in Anwesenheit Ihrer Trauzeugen übereinstimmend mit „ja“ beantwortet haben, und damit Ihren Willen bekundet haben, miteinander die Ehe eingehen zu wollen, erkläre ich Sie zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten.

Ein Zeichen der ehelichen Verbundenheit sind seit eh und je die Eheringe, und ich ersuche Sie, diese sich nun gegenseitig anzustecken.

So, an dieser Stelle warten wir nun schon alle auf Euren 1. Kuss als Ehepaar.

Wenn Sie nun bitte wieder Platz nehmen.

Im Ehebuch des Standesamtes wurde ein neuer Eintrag angelegt. Diesen Eintrag werde ich nun verlesen und ersuche Sie, diesen im Anschluss daran mit Ihren Unterschriften zu vervollständigen.

So – der Vorteil des Standesbeamten liegt darin, dass er als erster gratulieren kann!


Vor kurzem hab ich auf einer Hochzeit ein Gedicht gehört, und dieses will ich Ihnen nicht vorenthalten, da es auch sehr gut zum Ihrem heutigen Tag passt:


Der Kuss

Der ersten Liebe Hochgenuss
ist ohne Zweifel wohl der Kuss.

Er ist verliebt und macht vergnügt,
ob man ihn gibt oder ihn kriegt.

Er kostet nichts, ist unverbindlich,
denn meistens ist er ja nur mündlich.

Hat man die Absicht, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List,

den Abstand zu vermindern trachten,
um sich mit Blicken anzuschmachten.

Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer,

dann pflegt man mit geschlossenen Augen
sich aneinander festzusaugen.

Doch nicht der Mund allein
braucht der Küsse Ziel zu sein.

Man küsst die Wangen, küsst die Hände
und auch noch andre Gegenstände,

die rundherum mit Wohlbedacht,
an unserem Körper angebracht.

Auch wie man küsst, ist sehr verschieden, ob Norden, Osten, Westen, Süden,

der eine saugt, der andre schmatzt,
als ob ein alter Reifen platzt.

Hingegen wiederum der Keusche,
vermeidet jegliche Geräusche.

Die einen kurz, die anderen länger,
die längsten nennt man Dauerbrenner.

Kurzum ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen in Liebe aufeinander klappen!


In diesem Sinne schließe ich nun Eure Trauung, erinnert Euch immer wieder gerne an Euer heutiges Versprechen, nehmt die frohe Stimmung und die gute Laune des heutigen Tages mit auf Euren gemeinsamen Lebensweg und beginnt mit dieser Stunde eine gute, harmonische und vorallem glückliche Ehe.

 
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