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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (420)

Sehr verehrte Eltern und Angehörige der Brautleute, liebes Brautpaar!


Ein bedeutsamer Schritt führt Euch heute zum Standesamt um im Kreise Eurer Eltern, Großeltern und Geschwister den Bund der Ehe zu schließen, als Standesbeamter möchte ich Euch ein paar Worte mit auf Euren gemeinsamen Lebensweg geben.


Der Ehevertrag, den ihr heute rechtskräftig schließen wollt bedeutet einen neuen Abschnitt in Eurem Leben. Aus einem Ich und einem Du wird für jeden von Euch ein \"WIR\". - Erst vor kurzem, sagtest du, lieber zu mir – ich freue mich schon sehr auf diesen Tag.

Nun ist dieser Tag, diese Stunde gekommen, in der Eure Gefühle füreinander auch rechtlich fundiert werden sollen. Natürlich werden Zuneigung und Liebe durch die rechtliche Dokumentation weder größer noch kleiner.- Was ihr heute deutlich machen wollt, ist Euer Wille zu einer inneren und äußeren Gemeinschaft auf Dauer. Ihr seid Euch über die Gefühle ganz klar geworden und könnt deshalb an diesem Tag diese gemeinsame Zukunft beginnen.


Auf Eurer Hochzeitseinladung steht zu lesen \"Eine Ehe ist eine Brücke, die man täglich neu bauen muss - am besten von beiden Seiten\"

Liebe , lieber , möglicherweise habt ihr bei der Auswahl dieses Spruches daran gedacht, dass eine Beziehung immer viel mehr ist als Vorstellung und Erwartung. In einer Ehe leben zwei Menschen miteinander
- macht nicht den Fehler zu glauben, dass jeder von Euch die gleichen Gewohnheiten, Vorlieben, Hoffnungen und Erwartungen hat. Nehmt dem Partner nicht das Recht, ein eigenständiges Wesen zu sein, sondern geht aufeinander zu. Niemand hat mehr Rechte oder Pflichten als der andere, niemand ist überlegen oder darf sich so fühlen. Ergänzt Euch gegenseitig – gebt dem anderen vom eigenen Können, den Stärken etwas ab – jedoch ohne Belehrung und Überheblichkeit, allein in Freude und Liebe. – Je mehr einer dem anderen zu geben vermag, um so enger wird eure Gemeinschaft. –

Steht doch nicht auf Eurer Einladung etwas vom BRÜCKEN BAUEN VON BEIDEN SEITEN.

Versucht die Zukunft gemeinsam zu planen und zu gestalten, euer gemeinsames Leben aufeinander abzustimmen, euch in allen Belangen des Lebens miteinander zu besprechen und auszureden, die Meinungen und Ansichten des Partners in die eigenen Entscheidungen einzubeziehen und selbstverständlich auch zu respektieren. Lasst den Partner teilhaben an den Gedanken und Gefühlen, denn aufgestauter Ärger sammelt sich an und kann dazu führen, dass eure Beziehung ausgehöhlt wird statt weiter zu wachsen.

Auch das kann man als BRÜCKEN BAUEN VON BEIDEN SEITEN verstehen.




Geschätztes Brautpaar, ich wünsche Euch, daß ihr zur Kenntnis gelangt dankbar für Euren Partner zu sein, der hilfreich zur Seite steht und bemüht ist, auch in Krisenzeiten das Vertrauen nicht zu verlieren. Diese Dankbarkeit fühlen, aber auch zeigen, kann sich wie ein goldener Faden durch den Alltag ziehen



Wenn Ihr nun das Ja-Wort sprecht, ein Wort, das sehr viel bedeutet, ein Wort, mit dem ihr die Verantwortung für den anderen übernehmt, wollt ihr sagen:

Wir gehören zusammen, wir wollen miteinander leben, miteinander glücklich sein, wir vertrauen einander an - für ein ganzes Leben.


Laßt mich nun zu dem Teil kommen, warum ihr heute hierher gekommen seid, zum sogenannten Konsensgespräch: Ich bitte, euch von den Plätzen zu erheben.

Ich frage Dich nun, Herr , ist es Dein freier und fester Entschluss mit der hier anwesenden Frau die Ehe zu schließen - dann antworte bitte \"JA\"

Ich frage auch Dich, Frau , ist es Dein freier und fester Entschluß mit Herrn die Ehe einzugehen, dann antworte auch Du bitte \"JA\".

Auf Grund Eurer ausgesprochenen Ja-Worte spreche ich aus, daß ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid. Ihr habt damit ein schönes aber auch verantwortungsvolles Versprechen über Euer künftiges Leben abgelegt.

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Anlässlich Eurer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde diesen Eintrag nun auszugsweise verlesen und anschließend bitten, diesen Eintrag mit Eurer Unterschrift zu ergänzen.


Unterschriften:







Verehrtes Brautpaar, zu Eurem gemeinsamen Leben wünsche ich Euch die Liebe und die Zuneigung, die ihr Euch von Eurem Partner im gemeinsamen Leben erwartet.


Anerkennt Euren Partner als den Gegensatz und sucht dort die Einheit in Eurem Leben. Einheit kann man denken, man kann sie aber auch leben und dieses Leben in der Einheit ist ein Leben in der ehrlichen Liebe.

Seid stets bemüht, Eurem Partner zu zeigen, daß ihr füreinander Verständnis habt und dem anderen auch Fehler verzeihen könnt. Bedenkt, kein Mensch ist fehlerfrei und man tut ja selbst auch nicht immer gerade das, welches dem anderen richtig erscheint.


Zum Schluss möchte ich Euch für Euren gemeinsamen Lebensweg alles Gute wünschen und die standesamtliche Trauung mit Worten von Marie von Ebner-Eschenbach schließen:
\"SOWEIT DIE ERDE HIMMEL SEIN KANN, IST SIE ES IN EINER GLÜCKLICHEN EHE\" - Daß Eure Ehe eine solche werden möge, das wünsche ich Euch aufrichtig.

 
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