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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (422)

Liebe Xxxxxxx, lieber Xxxxxxx, liebe Gäste des Brautpaares.

Wir sind heute zu diesem feierlichen Anlass zusammengekommen und ich darf Euch als Standesbeamter der Gemeinde Xxxxxxx recht herzlich willkommen heißen.
Für die, die mich noch nicht kennen; mein Name ist ....xxxxxx. Ich bin im Jahre 2002 zur Standesbeamtin bestellt worden und seid Ende 2006 nehme ich hier in Xxxxxxx auch Eheschließungen vor. Die Auswärtigen Gäste möchte ich kurz darauf hinweisen, dass hier in Ostfriesland nicht alle Xxxxxxx heißen, sondern dass ich die angeheiratete Cousine von Xxxxxxx bin und deshalb den Namen Xxxxxxx trage.

Vielleicht schwingt heute ja ein bisschen Aufregung bei Euch mit. Im Vorfeld eurer Hochzeitsvorbereitung war das ja nicht so, da haben sich alle nur gewundert wie ruhig und gelassen ihr beide seid. Bei mir ist eine Eheschließung immer mit etwas Lampenfieber verbunden und heute ist für mich die erste Eheschließung von Freunden, die ich zwar gerne mache, die aber doch mit etwas mehr Aufregung verbunden ist.

Heute ist Eure standesamtliche Hochzeit, und morgen wird die Zeremonie in der Kirche fortgesetzt. Heute wie auch am Samstag liegt ein Quäntchen Ernst in diesem Tage. Heute bekommt ihr von mir Eure Heiratsurkunde, am Samstag erhaltet Ihr in der Kirche noch Gottes Segen dazu. Die Ehe ist ein besonderer Schritt in Eurer Beziehung. Mit dem kleinen Wörtchen „ Ja“ bekommt eure Beziehung eine neue Dimension. Ihr wollt fest zusammengehören, und wie ich von euch weiß irgendwann auch eine Familie gründen.

Nach außen hin wird sich wohl nicht viel ändern oder für andere erkennbar werden. Ihr habt bereits euer gemeinsames Haus bezogen. Habt Euch in den Jahren des Zusammenlebens geprüft, die Vorzüge, aber auch die kleinen und vielleicht größeren Schwächen voneinander kennen gelernt. Ihr habt Meinungsverschiedenheiten ausgetragen, Euch wieder ausgesöhnt, was sicherlich auch zum Wesen einer Ehe gehört.
Heute nun macht Ihr noch den letzten Schritt, der zu einer echten ehelichen Gemeinschaft nach dem Gesetz gehört, richtiger gesagt, Ihr gebt Euch das Eheversprechen durch das „Ja-Wort“.

Aber wie ist es eigentlich so weit gekommen. Es begann am 99. Oktober 1975 als Xxxxxxx in Sande als 2. Kind seiner Eltern geboren wurde. Seine Kindheit, die er in Reepsholt verbrachte, so habe ich mir erzählen lassen verlief eigentlich recht normal. Er soll ein unheimlich agiles Kind gewesen sein. Und seine Eltern, hier besonders seine Mutter hatten es oft schwer den kleine Ausreißer wieder einzufangen. Doch dann begann für ihn auch der Ernst des Lebens und er besuchte den Kindergarten in Xxxxxxx. Anschließend die Grundschule in Reepsholt und die Realschule in Xxxxxxx. Sein beruflicher Werdegang wurde von seinem Vater geprägt, denn nach der Schule begann er wie auch sein Vater eine Ausbildung als Tischler. Seine Ausbildung absolvierte er bei der Tischlerei Jochens in Xxxxxxx. Seine Prüfung bestand er dort mit Auszeichnung, so dass für ihn die Meisterprüfung nur die logische Konsequenz war. Hierbei legte er auch sehr viel Ehrgeiz und Einsatz an den Tag. Die erforderlichen Lehrgänge wurden neben der regulären Arbeit absolviert. Und von seinem Meisterstück einer modernen Bar kann man nur schwärmen.

In seiner Freizeit beschäftigte er sich u.a. mit der Musik. Er lernte das Keyboard und anschließend das Saxophon spielen. Er musizierte im Orchester, bei den Kohlmusikanten und auch als Alleinunterhalter und als 2 Mann Duo sorgte er bei Volksfesten und Familienfeiern für den richtigen Ton.

Auch sonst war er kein Kind von Traurigkeit und gewann dem Leben viele positive Seiten ab. Durch sein aufgeschlossenes Wesen gewann er viele Freunde, die ihm auch jetzt noch immer zur Seite stehen. Und ihm u.a. einen tollen Junggesellenabschied beschert haben.

Auch Xxxxxxx wurde als 2. Kind ihrer Eltern am 99. November 1977 in Viersen geboren. Ich habe mich im Internet erstmal mit Viersen bekannt gemacht. Viersen macht dort mit folgenden Worten auf sich aufmerksam, sie sei die Kulturstadt am Niederrhein mit ca. 78.000 Einwohnern. Ob Kunstattraktion, gesellige Feste oder romantisches Altstadtflair. Viersen sei eine lebendige Stadt, in der sich ein Besuch lohne.
Xxxxxxx besuchte in ihrer Geburtsstadt den Kindergarten, die Grundschule und auch die Realschule. Ihre Ausbildung zur Heilpädagogin absolvierte sie an der Bischöflichen Liebfrauenschule Mönchengladbach. Für Xxxxxxx stand schon früh fest, dass sie mit ihren Berufswünschen in den sozialen, erzieherischen Bereich gehen würde. Vielleicht wurde sie familiär geprägt, aber ihre Erfahrungen bei den Pfadfindern haben sicherlich auch dazu beigetragen.
Steht doch auch bei den Pfadfindern der junge Mensch als ganzheitliche Persönlichkeit im Mittelpunkt.
Neben den Pfadfindern beschäftigte sie sich in ihrer Freizeit auch mit der Musik. Sie spielte Querflöte und wie Xxxxxxx auch Saxophon in einem Orchester. 2001 verließ sie dann Viersen, um in Zetel ihre Zelte aufzuschlagen. Hier ist sie auch heute noch im Kindergarten tätig.
Und vor 5 Jahren war es dann soweit: Xxxxxxx und Xxxxxxx lernten sich kennen und lieben. Xxxxxxx hielt sich damals immer öfter in Zetel auf und irgendwann lernten wir auch den Grund kennen: Xxxxxxx.
In einem Gespräch sagte Xxxxxxx dann einmal zu mir:
Xxxxxxx, das ist eine, die passt zu mir. Sie ist ganz natürlich und nicht eine, die sich dauernd verstellt. Da wurde uns schon klar, das ist was „festes“.

Er zog dann in Ihre Wohnung mit ein. Später suchten sie sich in Zetel eine gemeinsame Wohnung mit Garten. Und dann 2006 wurden die Planungen für die weitere Zukunft schon etwas fester, denn die beiden kauften sich im Strooter Kampen in Xxxxxxx ein gemeinsames Haus mit großem Garten.
Da das Haus in Teilbereichen noch nicht ganz fertig gestellt war. Konnten die beiden hier noch ihrer eigenen Vorstellungen mit einbringen, wobei Xxxxxxx durch seine handwerklichen Fähigkeiten selbst überall mit Hand anlegte. Trotz des eigenen Hauses ist Xxxxxxx nach wie vor sehr mit ihrer alten Heimat verbunden. So hält sie einen engen Kontakt zu ihrer Familie und ihren Bekannten in Viersen. Weihnachten und der Karneval in Viersen bzw. Dölken sind für sie immer eine Reise wert. Und vor kurzem sagte sie noch: Wenn ich Xxxxxxx nicht kennen gelernt hätte, dann wäre ich nicht hier in Ostfriesland geblieben.
Aber sie ist gott sei dank geblieben
Ja, und nun stehen bzw. sitzen wir hier auf dem Standesamt.

Mir fällt es schwer die Wünsche für euer künftiges Eheleben zu formulieren. Und was macht jemand dem die richtigen Worte fehlen? Er zitiert einen klugen Menschen. Dies möchte ich auch mit den Worten von Wiebke Herich (aus dem kleinen Buch der Zärtlichkeiten) machen:



Ich will
Jeden Tag ein Stück mit dir gehen,
etwas dir geben
dir sagen, wie froh es mich macht,
an deiner Seite zu leben;
deine Zuneigung
dein Verständnis
und deine Stärke spüren.

Diese Zeilen beinhalten all das, was eine gute Ehe ausmacht, auch wenn der Alltag nach den Feierlichkeiten wieder eingekehrt ist. Auf diesen Pfeilern gründet das Fundament, das ihr heute gelegt habt. Wir alle, die hier heute anwesend sind und die Euch kennen, wünschen, dass dieses Fundament ein tragfähiger, aber auch fruchtbarer Boden für Eure Ehe sein wird und dass all Eure Hoffnungen und Erwartungen in Erfüllung gehen.

Bewahrt Euch eure Natürlichkeit, Euren Humor und die Geselligkeit, kurz gesagt bleibt einfach so wie ihr seid, dann werdet ihr nicht nur selbst Freude an eurer Ehe haben, sondern auch wir können an dieser Freude teilhaben.

Bei den Eltern kommt am heutigen Tage regelmäßig etwas Wehmut auf, aber man gibt ja kein Kind weg, sondern erhält Schwiegersohn bzw. Schwiegertochter dazu wie man so schön sagt. Auch wenn die räumliche Entfernung hier bei Xxxxxxx etwas weiter ist, so wird die Freude bei den gegenseitigen besuchen, umso größer sein.

Ich meine, speziell der heutige Tag ist dazu angetan, den Eltern zu danken.

Denn Sie haben mit Liebe und Sorge über euch gewacht und Euch größtenteils dahin gebracht, wo ihr beruflich und privat jetzt steht. Sie haben also den Grundstein gelegt für euer späteres Leben, das dazugehörige Haus müssen ihr nun selbst bauen.


Um nun Eure Ehe zu schließen, möchte ich euch und eure Trauzeugen bitten, sich von den Plätzen zu erheben.

Ich frage nun Dich, Xxxxxxx Xxxxxxx, ist es dein freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau Xxxxxxx xxxxxxxxxdie Ehe zu schließen, dann antworte bitte mit „Ja“.

Willst auch du, Xxxxxxx xxxxxxxxxxx aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn Xxxxxxx Xxxxxxx die Ehe schließen, dann antworten auch du bitte mit „Ja“.

Da ihr beide meine Frage übereinstimmend mit „JA“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass ihr damit kraft Gesetzes rechtlich verbundene Ehegatten seid.

Als Symbol für diese Verbundenheit können ihr Euch jetzt gegenseitig Eure Ringe anstecken. (Kuß)

 
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