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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (438)

Sehr verehrtes Brautpaar!


Ich darf Sie heute zu Ihrer standesamtlichen Trauung hier in ............. sehr herzlich begrüßen.
Mein besonderer Gruß gilt natürlich dem Brautpaar Frau ............ und Herrn.............
sowie den beiden Trauzeugen.

Der Ehevertrag, den Sie heute vor mir rechtskräftig schließen wollen, bedeutet einen neuen Abschnitt in Ihrem Leben. Aus einem ICH und einem DU wird für jeden von Ihnen ein WIR. Dennoch wird diese Einheit, die Sie in Liebe anstreben, immer zugleich auch eine Individualität bleiben. Diese beiden Persönlichkeiten müssen nun immer wieder von neuem aufeinander abgestimmt werden. Und eine solche Abstimmung setzt voraus, dass man zuerst wissen muss wie man selbst ist.

Was will man denn geben, wenn man sich gar nicht kennt?
Die alte Forderung nach Selbsterkenntnis behält also auch in der Ehe ihren Sinn und gewinnt sogar einen gesteigerten Sinn. Die Erfahrung wird Sie lehren, dass Sie durch diese Suche nach Selbsterkenntnis zwar vorwärtskommen, aber es niemals einen Abschluss gibt. Die tiefsten Tiefen unseres Ichs bleiben uns verborgen. Wir können uns ihnen nur behutsam nähern oder sie erahnen und bei dieser sinnvollen und notwendigen Suche nach der eigenen Persönlichkeit wird Ihnen Ihr Ehepartner der beste Gefährte sein.

Vieles von dem, was wir an uns selbst nicht erkennen können, erkennen wir auf dem Umweg über den Partner. Indem wir auf Ihn eingehen, uns um ihn bemühen, mit ihm im Gespräch bleiben, öffnen wir uns, ermöglichen wir ihm Einblick und Einsicht. Und so erfahren wir uns selbst im anderen. Ihr Partner soll zu einem unentbehrlichen Begleiter Ihrer Selbsterkenntnis werden und auf diese Weise gehen Selbst- und Partnererkenntnis fließend ineinander über. Dieses behutsame, schöpferische Geben und Nehmen soll Ihre Ehe durchdringen und daraus soll Vertraulichkeit wachsen, wie sie nur so zustande kommen kann, wenn die Liebe das einigende Band des Zusammenseins ist.

Ich habe nun mit ein paar wenigen Worten versucht, Sie auf die Bedeutung des heutigen Tages hinzuweisen und bitte Sie nun zum eigentlichen der standesamtlichen Trauung – dem Konsensgespräch – sich von den Plätzen zu erheben.

Ich frage Sie, Herr ist es Ihr freier und fester Entschluss mit Frau .................. den Bund der Ehe zu schließen, dann antworten Sie bitte mit einem deutlichen JA !

Nun frage ich Sie, Frau .......................... ist es auch Ihr freier und fester Entschluss mit Herrn die Ehe einzugehen, dann antworten auch Sie mit einem deutlichen JA !

Nachdem Sie nun beide vor Ihren Trauzeugen erklärt haben, die Ehe miteinander eingehen zu wollen, erkläre ich Sie kraft meines Amtes für rechtmäßig verbundene Eheleute.

Zum äußeren Zeichen Ihrer Verbundenheit bitte ich Sie nun den Ringwechsel vorzunehmen.

Mit dem heutigen Tag wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt, den ich Ihnen nun auszugsweise vorlese und Sie anschließend bitte, diesen mit Ihrer Unterschrift zu versehen.

Zum Abschluss bleibt mir nichts anderes mehr übrig, Ihnen alles Gute für Ihren gemeinsamen Lebensweg zu wünschen und mögen alle Ihre Wünsche und Hoffnungen, die Sie in diese Ehe setzen, auch in Erfüllung gehen.

 
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