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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (446)

Liebe __________ , lieber ___________,

seid herzlich willkommen im Schloss _________. Ich begrüße auch herzlich alle Verwandten und Freunde, die heute bei mir sind.

(Namenserklärung vorlesen)

Vielleicht schwingt heute ein bisschen Aufregung mit, bei mir ist es wenigstens so. Es ist mir eine ausge-sprochene Freude, Freunde ums „Ja-Wort“ zu fragen, aber es ist auch mit ein bisschen Lampenfieber verbunden. Ich habe mir nun ein paar Gedanken gemacht, die ich Euch mit auf den Weg geben möchte.

Ein Standesbeamter hat keine kleinen Zauberflaschen mit der Aufschrift „Glück“, „Zufriedenheit“, „Zärt-lichkeit“, „Lust“, „Weisheit“, „Treue“, „Demut“ usw. Ich weiß nur:

Freundschaft und Liebe gebären das Glück des menschlichen Lebens, wie zwei Lippen den Kuss, der Seelen entzücken (Hebbel)

Wie soll der Mensch leben? Was braucht der Mensch um ein gutes Leben zu führen? Was sucht Ihr? Was macht Ihr aus Eurer Ehe? Beziehungen sind harte Arbeit. Möbelgemeinschaft ist keine Ehe. Es war einmal ein Bildhauer, der einen riesigen Granitblock bearbeitete. Jeden Tag hieb und hackte er an dem formlosen Stein herum. Ein kleiner Junge der zusah fragte ihn: „ Was suchst Du denn?“ „Abwarten“, sagte der Bildhauer. Eine Woche später kam der Junge wieder. Inzwischen hatte der Bildhauer ein schönes Pferd aus dem Granitblock heraus gemeißelt. Der Junge starrte sprachlos das Pferd an und fragte den Bildhauer: „ Woher hast Du denn das gewusst, dass das darin steckt?“

Am Start Eurer Ehe steht Ihr vor einem unbehauenen Fels der Liebe. Die gemeinsame Arbeit kann be-ginnen um Eure Träume von Ehe und Glück in die Realität umzusetzen. Es kann nur Euer Werk sein, die Ehe in bestimmter Form zu verwirklichen. Ab heute seid Ihr der Bildhauer Euers Lebens.

Sammelt in der Ehe nicht Jahre mit Gewohnheiten und Langweile, sondern sammelt Verständnis fürein-ander.

Versucht nicht nur
durch Eure Augen zu sehen,
durch Eure Ohren zu hören,
durch Eure Seele zu fühlen, sondern
durch die Augen des anderen zu sehen,
durch die Ohren des anderen zu hören,
durch die Seele des anderen zu fühlen.

Dann werdet Ihr immer füreinander Verständnis haben. Nur so könnt Ihr die Barrikade der Unsicherheit einreißen. Eine solche Lebensweise wir Euch und Euern Kindern förderlich sein. Denn was Eltern die Kin-der lehren, ist und bleibt immer die Hauptsache fürs menschliche Leben.




Heute gibt Ihr euch ein Versprechen
Ich will wachen, wenn Du müde bist.
Ich will erinnern, wenn Du vergisst.
Ich will schweigen, wenn Du Recht hast.
Ich will sprechen, wenn Du irrst.
Ich will voran gehen, wenn Du zögerst.
Ich will stark sein, wenn du versagst.
Ich will gehen, wenn Du allein sein musst.
Ich werde aber immer da sein, wenn Du mich brauchst.

Einen festen Lebensbund zu schließen ist immer ein besonderes Ereignis, weil man dem anderen da-durch sagt, du bist einzigartig für mich. Nun möchte ich euch also bitten, zum „Ja-Wort“ mit mir aufzuste-hen.

Nun frage ich Dich, ______, bist du bereit, mit der hier Anwesenden ______ die Ehe zu schließen, dann antworte mit „JA“.

Nun meine Frage an dich, _______, bist du bereit, mit dem hier Anwesenden _______ die Ehe zu schlie-ßen, dann antworte mit „JA“.

Da Ihr beide meine Frage unter Beisein der beiden Trauzeugen mit „Ja“ beantwortet habt, stelle ich fest, dass ihr kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Nun dürft ihr die Ringe wechseln.

(Heiratseintrag vorlesen)

Zum Schluss gebe ich euch noch einen kleinen Spruch mit auf den Weg, der lautet:

Die Liebe allein versteht das Geheimnis andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden (Cle-mens Brentano).

Ich wünsche euch den ganzen Reichtum dieser Ehe und freue mich nun als erste gratulieren zu können.







 
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