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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (453)

Sehr verehrtes Brautpaar, Frau …… und Herr ….., liebe Jenny, werte Angehörige der jungen Familie,

ich begrüße Sie sehr herzlich hier in unserem Standesamt, welches Sie heute sicher mit besonders großen Erwartungen betreten haben.

Ganz zu Beginn möchte ich Sie einmal auf unsere originelle Wandgestaltung aufmerksam machen – sie nimmt Bezug auf … Ein schönes Gleichnis für eine Ehe, meine ich … Bis vor wenigen Jahren befand sich in diesen Räumen ein beliebtes Restaurant und ich kann mir gut vorstellen, dass diese alten Mauern schon den einen oder anderen Heiratsantrag belauschen konnten. So gesehen gibt es kaum einen passenderen Ort für das Ja-Wort, welches wir nun gemeinsam mit Spannung erwarten.

Sie wissen, wie Ihre Beziehung in einer Begegnung ihren Anfang nahm und dann immer umfassender und stärker wurde. Nun, da Sie im Begriff sind, ein Ehepaar zu werden, schweifen Ihre Gedanken und die Ihrer Angehörigen sicher noch einmal zurück zu den Anfängen Ihres einander-Kennenlernens. Wer hätte das gedacht, dass die beiden sich mal ins Ehevergnügen stürzen, sagt der eine heute – und der andere war sich ja schon immer ganz sicher, dass es mal so kommen würde. Sie beide sind ganz allein unbeirrt, immer zielsicherer den Weg gegangen, der Sie heute ins Standesamt führt und einen der bedeutendsten Schritte im Leben zweier Menschen gehen lässt.
Sie haben nun schon eine ganz entscheidende Bewährungsprobe Ihrer Zweisamkeit bestanden. Sie haben die Geburt von Jenny am ….. 2006 sicher noch als ganz großen Tag in genauer Erinnerung. Ein Kind beim Aufwachsen zu begleiten ist schon eine nicht enden wollende Bewährungsprobe – und damit das auch gelingt, bedarf es ganz zweifellos der Fürsorge so liebevoller Eltern, wie sie heute hier vor uns sitzen.



Heute nun möchten Sie Ihrem Zusammenleben durch die Eheschließung den größtmöglichen offiziellen Charakter verleihen. Sie möchten den Geburtsnamen des Mannes, …, zu Ihrem gemeinsamen Ehenamen bestimmen und nachher als Eheleute und Familie … unser Standesamt gutgelaunt wieder verlassen.

Zuvor möchte ich aber noch einige persönliche Worte an Sie richten.
Allein die Liebe vermag zwei einzigartige, völlig verschiedene und freiheitsliebende Menschen so eng miteinander zu verbinden, dass sie sich ein Leben ohne diesen Partner gar nicht mehr vorstellen können.
Denn Ihr Partner ist einzigartig, ja, eigentlich sogar unergründlich. Das ist es, was Ihre Beziehung spannend bleiben lässt. Der Partner, den Sie in Liebe und mit allen seinen großen und kleinen Einzigartigkeiten bedingungslos und dauerhaft annehmen, wird ein Leben lang Ihre eigene Vervollkommnung, Ihre „bessere Hälfte“ bleiben. Liebe ist das sicherste Fundament für eine Ehe, aber anders als ein Betonfundament ist Ihre Liebe, so groß sie heute schon sein mag, in der Lage, weiter zu wachsen. Reinhard Mey hat das in besonders treffende Worte gefasst:

Keine Stunde gibt´s die ich bereute
Und mir bleibt nur als Trost dafür, dass keine wiederkehrt:
Viel mehr als gestern liebe ich dich heute Doch weniger, als ich dich morgen lieben werd.

Liebende Augen, verehrtes Brautpaar, entdecken den anderen jeden Tag neu. Und es gibt da immer wieder etwas Neues am anderen zu entdecken. Kein Mensch wird ernsthaft behaupten wollen, man fände dabei nie ein Haar in der Suppe und es geräte nie ein Sandkorn im Getriebe. Aber: Wahrhaft Liebende nehmen daran keinen Schaden. Selbst wenn mal die Meinungen aufeinander prallen – nun, das kann mal vorkommen. So ein Streit ist wie ein luftreinigendes Gewitter. Wenn die dunkle Gewitterwolken abgezogen sind und ein großer bunter Regenbogen den Himmel überspannt, werden Sie spüren, dass Sie gemeinsam allen Lebenslagen gewachsen sind.
Sie haben sich füreinander entschieden. Damit aus Ihrer Beziehung eine Ehe wird, müssen Sie sich in öffentlicher Form – durch das Ja-Wort nämlich – zu Ihrem Partner bekennen. Ich bitte das Brautpaar und die Angehörigen, sich dazu von den Plätzen zu erheben.

Ich frage Sie, Herr … usw.
Ich erkläre Sie nunmehr kraft Gesetzes zu rechtmäßig miteinander verbundenen Eheleuten.

Verlesen des Heiratseintrages, unterschreiben


Lassen Sie mich, da Profis professioneller formulieren können als Standesbeamte, nun noch einmal zu Reinhard Mey zurückkommen, diesmal in ungereimter Form, das Zitat stammt von dem Cover der CD „Ich liebe dich“ Liebe ist ein persönliches Erdbeben, Sturmflut, Weltuntergang und Urknall zugleich. Sie ist die Kraft, die unser Lebensgefüge aus den Fugen bringt, der Sprengstoff, der uns unvermittelt aus dem Gestein unserer Gewohnheiten herausbricht. Sie lässt uns die selbstlosesten Opfer bringen und die abscheulichsten Schandtaten begehen. Liebe gedeiht nur in Freiheit, eingezäunt muss sie verkümmern. Liebe ist immer freiwillig. Sie lässt sich nicht erzwingen, nicht erbitten, sie wird uns geschenkt oder versagt und wir können es nicht ändern. ... Und wenn wir alle Geheimnisse des Universums entdeckt und alle Wunder erklärt haben, bleibt die Liebe der letzte geheime Code, den wir nicht entziffern werden.

Mit Ihrer Eheschließung haben Sie sich unzertrennlich und auf Dauer aneinander gebunden. Sie sind gewissermaßen von einem Fahrrad auf ein Tandem umgestiegen. Sie treten gemeinsam in die Pedale und vereinen Ihre Kraft. Entlasten Sie sich dabei auch – wenn einer müde wird, übernimmt der andere die größere Anstrengung. Wechseln Sie sich auch mal auf dem vorderen Platz ab, Sie werden bald herausfinden, wer auf welchen Wegstrecken die Richtung angeben sollte. Nur auf das Ziel werden Sie sich immer gemeinsam einigen. Sicher ist: Auf dem Tandem kommen Sie gemeinsam besser voran als jeder auf seinem einzelnen Fahrrad.

Der heutige Tag ist ein wunderbarer Anlass, Ihren Angehörigen, die Sie bisher auf den wichtigsten Lebenswegen begleitet haben, ein großes Dankeschön zu widmen – was Eltern ein Leben lang für ihre Kinder leisten, vermag man ja erst zu erahnen, wenn man selbst in die Elternrolle schlüpft. Doch die Erfahrung mit ihrem Kind gibt auch Ihnen die Gewissheit: Sie waren und sind bei allen vergangenen Mühen für Ihre Eltern ein wichtiger und wundervoller Mittelpunkt ihres Lebens.

Und auch Sie, werte und Angehörige des Brautpaares, dürfen sich gewiss sein, dass Sie mit Ihrem Rat, Ihrer Lebenserfahrung und mancher tatkräftigen Unterstützung für das Brautpaar wichtig und wertvoll bleiben. Halten Sie als Familie, als Freunde zusammen, geben Sie sich gegenseitig Rückendeckung, Stärke und Unterstützung.

Sie, wertes frischvermählte Paar, greifen heute mehr denn je zuversichtlich nach der Zukunft. Sie blicken in die gleiche Richtung, haben gemeinsame Ziele vor Augen. Die Reiseroute stimmt. Ihr froher Optimismus ist ansteckend, mitreißend – ja, unwiderstehlich. Daraus wird gewiss auch heute ein unvergesslicher Tag. Ich wünsche Ihnen für heute eine fröhliche, erlebnisreiche Feier und für Ihr Eheleben eine dauerhafte und beglückende Liebe.
Abschließend möchte ich Ihnen Ihr Stammbuch der Familie überreichen....
Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich, und ich denke, dass Ihre Gäste Ihnen nun auch gratulieren möchten.

 
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