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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (458)

Musik „Thats the reason“

Es freut mich, sie alle am Standesamt X zur standesamtlichen Trauung von Herrn X und Frau Y recht herzlich begrüßen zu dürfen. Ganz besonders begrüße ich das Brautpaar, die Eltern des Brautpaares und die Trauzeugen.

Gleich zu Beginn möchte ich Ihnen einen wunderschönen 1. Hochzeitstag wünschen, der nicht nur für sie, das Brautpaar, Ihre Familien und Freunde in wunderschöner Erinnerung bleiben soll. Auch für mich ist heute ein ganz besonderer Tag. Sie, liebes Brautpaar sind das erste Paar, das ich durch die standesamtliche Trauung zu Eheleuten verbinden darf.

Als erstes möchte ich ihnen sagen, dass ich es sehr schön finde, wenn zwei, die sich lieben, den Schritt zum offiziellen „JA, wir gehören zusammen“ gehen. In der heutigen, schnelllebigen Zeit ist dieses JA zueinander nicht mehr selbstverständlich.

„Die EHE ist kein Fertighaus, in das man einfach einziehen kann, sondern ein Haus, an dem ständig konstruiert und ausgebaut werden muss.“ Ich habe mir überlegt, was für eine Ehe wichtig ist. Was man braucht, um einen festen Grundstock, den man immer weiter ausbauen kann, zu legen? Ich vergleiche jetzt eine Beziehung, eine Ehe mit einer Linie. Zuerst steht jeder steht an einem Ende der Linie. Um die Enden zueinander zu führen braucht man Verbindungspunkte, an denen sich die Enden zueinander neigen, um sich verbinden zu können. Es bedarf an Liebe, Vertrauen und als weitern sehr wichtigen Eckpunkt setze ich die Zeit.

Einen Menschen zu lieben heißt, ihn so zu nehmen wie er ist. Mit all seinen Stärken, die einem selbst Kraft und Stütze geben aber auch mit seinen Schwächen. Liebe heißt, seinem Partner das eigene ICH sein zu lassen ohne ihn umkrempeln zu wollen – gemeinsam ein WIR aufbauen und wachsen lassen – aber trotz dem gemeinsamen WIR soll auch jeder an seiner eigenen Persönlichkeit arbeiten um bereit zu sein Liebe zu empfangen sie aber auch zu schenken.

Hat man vertrauen zu sich selbst und liebt man seinen Partner ist es wohl nicht schwer zu vertrauen - einander vertraut zu sein – sich dem Partner an zu vertrauen – sich zu trauen – oft ist es aber doch nicht so leicht, wie es sich anhört. Genauso, wie es manchmal nicht einfach ist „Beziehung zu leben“ und totales Vertrauen zu haben. Geht man einen gemeinsamen Weg ist dieses gegebene und erhaltene Vertrauen aber sehr wichtig für eine Ehe.

Einer, meiner Meinung nach sehr wichtiger Eckpunkt in jeder Freundschaft, Partnerschaft, Ehe ist ZEIT. Es bedarf alles an Zeit um zu reifen. Damit aus Verliebtheit Liebe entsteht – braucht es Zeit. Um aus anfänglich, vielleicht zögerlichem Vertrauen bedingungsloses Vertrauen entstehen zu lassen – braucht es Zeit. Es ist aber auch wichtig, sich immer wieder Zeit füreinander zu nehmen aber auch Zeit für einen selbst – Zeit, in der die anfänglichen wenigen Eckpunkte durch die die Enden der Linie zueinander geführt wurden um viele weitere Punkte zu erweitern.

Ich glaube, dass ZEIT einer der wichtigsten Eckpunkte ist.
Dazu möchte ich Ihnen ein Gedicht von „Elli Michler“ vorlesen:

ICH WÜNSCHE EUCH ZEIT
Ich wünsche Euch nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche Euch nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche Euch Zeit, Euch zu freun und zu lachen, und wenn Ihr sie nützt, könnt Ihr etwas draus machen.

Ich wünsche Euch Zeit für Euer Tun und Euer Denken, nicht nur für Euch selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche Euch Zeit, nicht zum Hasten und Rennen, sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche Euch Zeit, nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge Euch übrig bleiben als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun, anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche Euch Zeit, nach den Sternen zu greifen, und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche Euch Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche Euch Zeit, zu Euch selber zu finden, Jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Euch Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche Euch: Zeit zu haben zum Leben!

Einen weiteren Eckpunkt in Ihrer Beziehung darf ich ihnen heute mit auf den gemeinsamen Weg geben – Ihren Hochzeitstag –

Um ihrer Beziehung nun auch rechtlichen Charakter zu verleihen ersuche ich sie nun aufzustehen.

Der Bund der Ehe wird dadurch geschlossen, indem sie meine Fragen, die ich Ihnen jetzt stellen werde ohne Bedingung und Zeitbestimmung mit JA beantworten.

Ich frage nun sie Herr X, sind sie bereit, aus freiem Willen, mit der hier anwesenden Frau Y den Bund der Ehe zu schließen?

Nun frage ich auch sie Frau Y, sind sie bereit, aus freiem Willen, mit dem hier anwesenden Herrn X den Bund der Ehe zu schließen?

Um nun Ihre Verbundenheit auch nach Außen für alle sichtbar zu machen bitte ich sie nun, sich die mitgebrachten Eheringe anzustecken.

Da sie beide meine Frage ohne Vorbehalt und vor Ihren Trauzeugen mit JA beantwortet haben erkläre ich sie nun zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten.

KUSS





Um den formellen Teil abzuschließen muss ich nun die Eintragung aus dem Ehebuch auszugsweise verlesen und bitte sie Frau Y und sie Herrn X, sowie die beiden Trauzeugen anschließend diese Eintragung zu unterschreiben.

Musik „Power of love“

Jetzt ersuche ich sie liebes Brautpaar und sie liebe Trauzeugen diese Eintragung zu unterzeichnen.

Am Ende der standesamtlichen Trauung möchte ich ihnen noch gerne ein Gedicht mit auf den Weg geben:

EINANDER GEFUNDEN
Wie kommen die zwei zusammen,
wie finden sie so eng zueinander,
dass sie eines Tages, in stiller Zuneigung
oder leidenschaftlicher Begeisterung,
einander durchs Leben tragen möchten?
Das ist Geheimnis!
Wenn man jemanden gerne sieht,
wird man früher oder später
ihm oder ihr begegnen, und sei es im Traum.
Liebe kann man nicht beweisen.
Liebe kennt keine Logik.
Du kannst nicht genau sagen,
was dich am anderen so bezaubert,
aber bei jeder Berührung, bei jedem Blick
klopft dein Herz schneller.

Man träumt voneinander.
Man fand beieinander ein Zuhause,
lange bevor man miteinander wohnte.
Man wuchs in das Leben des Partners hinein.
Man fühlt sich wohl beieinander.
Man fühlt sich wohl
in dem großen Geheimnis, das LIEBE heißt.


Und jetzt freut es mich ganz besonders, Ihnen die Heiratsurkunden zu überreichen und als Erste recht herzlich zu gratulieren und ihnen für ihr gemeinsames Geheimnis der Liebe alles Gute zu wünschen.

Musik „Weus`d a Herz hast wia Bergwerk“

 
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