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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (471)

Trauungsrede fremder Staatsbürger mit Dolmetsch


Zunächst darf ich Euch, liebes Brautpaar sowie Eure Trauzeugen nochmals recht herzlich begrüßen:

Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß die deutsche Sprache als „Amtssprache“ nach der österreichischen Gesetzgebung vorgesehen ist und daher auch grundsätzlich bei Trauungen anzuwenden ist. Der Standesbeamte hätte jedoch die Möglichkeit, daß er die in deutsch ausgesprochenen Worte in die, den Eheschließenden geläufige Sprache übersetzt.
Ist also das Brautpaar oder einer der Verlobten der deutschen Sprache und der Standesbeamte der zu übersetzenden Sprache nicht ausreichend mächtig, so ist ein Dolmetscher der Amtshandlung beizuziehen.
Nachdem ich also nicht bosnisch kann, darf ich Frau ........... ebenfalls recht herzlich begrüßen und ihr danken, daß sie sich als Dolmetsch zur Verfügung gestellt hat.

• Niederschrift für Dolmetscher unterschreiben!

Nun zum eigentlichen Trauungsakt:


Bevor ich die große Frage an Euch liebes Brautpaar stelle, die für Euer weiteres Leben von Bedeutung ist, erlaube ich mir, noch einige Worte an Euch zu richten.
Verzeihen Sie mir jetzt schon, die eine oder andere kritische Bemerkung zur Ehe, die jedoch nicht persönlich gemeint ist.

Werter Herr ..........., werte Frau ........... !

Die Eheschließung ist zweifellos eine der wichtigsten und weitreichendesten Ereignisse im Leben eines Menschen. Dies ist in allen Kulturkreisen gleich. Sie verändert meist das Leben eines unverheirateten Menschen, der bisher frei in seinen Tun und Lassen war, in einen Menschen, der Rücksicht nehmen muß, und von nun an in seinen Entscheidungen nicht mehr frei ist. Von nun an ist die Rücksichtnahme gefragt, das Einvernehmen mit dem Partner ist stets herzustellen.

Das Schicksal meint es oft schwer mit den Menschen.
So sind Sie, Hr. ..........., aus irgenwelchen Gegebenheiten nach Österreich gekommen, vielleicht auch gerade deswegen, daß Sie es glücklicher und besser haben als in ihrem Heimatland wo ja dieser schreckliche Krieg herrschte. Ich hoffe, daß in Ihrer Heimat nun die Vernunft gesiegt hat und der Friede wieder eingekehrt ist.
Auch in der Ehe ist der Friede von besonderer Bedeutung. Denn dieser Friede ist ganz einfach zu finden, man muß sich anders ausgedrückt, nur vertragen. Dazu gehört notwendigerweise die Anerkennung, die Achtung und die Wertschätzung des anderen.
Damit in Österreich eine Ehe rechtsgültig ist, muß sie bei einem Standesamt geschlossen wurde.
Sie sind nun zu mir gekommen, um einen Vertrag abzuschließen, denn ganz nüchtern betrachtet, ist die Ehe ein Vertrag. Ein Vertrag zwischen Mann und Frau, zum gegenseitigen Beistand und zur Gründung einer Familie. Und dieser Vertrag wird besiegelt, durch ein Wort, daß Ihr sicherlich schon oft in Eurem Leben ausgesprochen habt, es ist dies das kleine Wörtchen JA. Es ist fürwahr ein kleines Wort und doch so groß in seiner Wirkung. Es verbindet Euch für das ganze weitere Leben, für ein Leben, daß Ihr nach Eurem Willen und Wünschen einrichten werdet.

Sie sind heute zu mir auf das Standesamt gekommen, um das bindende Versprechen abzugeben, die Ehe miteinander einzugehen. Sie sind gekommen, sicherlich nicht um stürmisches Glück zu erringen, sondern in gesetzter und gefestigter Liebe und Kameradschaft, wohl wissend, das das Leben nicht nur schöne Stunden, sondern auch oft harte Prüfungen bereit hält.
Sie wollen füreinander sorgen und einander helfen in allen Nöten des Lebens, die Sie schon reichlich kennengelernt haben aber die Ihnen auch zeigten, daß es miteinander leichter geht, die Hürden des Lebens zu nehmen. Denn die Erfahrung die sich im Laufe eines Lebens ansammelt ist ein außerordentlich wertvolles Gut.
Somit stellt daher der heutige Tag einen bedeutsamen Wendepunkt in Eurem Leben dar.
Maßgeblich zu diesem Lebensabschnitt selbst ist Eure innere Einstellung, nämlich miteinander und füreinander da zu sein.

Wenn jemand ein Haus baut, wird er trachten, ein festes Fundament zu errichten, daß die ganze Last zu tragen vermag. Auch in der Ehe ist es nicht anders. Auch die Ehe braucht ein Fundament, daß man mit folgenden Worten umschreiben kann.
GEDULD
RÜCKSICHTNAHME
EINFÜHLUNGSVERMÖGEN
VERTRAUEN
TREUE
GEGENSEITGE ACHTUNG,
ÜBER ALLEM ABER DIE LIEBE.

Ich hoffe für Sie beide, daß alle diese Fundamentsteine der Ehe bei Ihnen vorhanden sind.

Vielen gilt als höchstes Glück, Wohlhaben, Besitz, Freude und Vergnügen zu erstreben. Wir erleben aber immer wieder, wie vergänglich solche Werte sind und wissen, daß wahres und echtes Glück nur in der Liebe der Menschen zueinander liegt.
Sympathie hat Sie zusammengeführt, Liebe hat Ihren Entschluß bewirkt, zu heiraten. Tradition und Überlegung veranlassen Sie heute, den Bund Ihrer Gefühle rechtlich zu untermauern.
Damit die Ehe rechtsgültig ist, ist die Erklärung Eures Ehewillens erforderlich. Aufgrund der hebenden Wirkung bitte ich Sie, aufzustehen.

Ich frage daher den Bräutigam . „........................“, Kraft meines Amtes und im Beisein Ihres Zeugen frage ich nun, ob es Ihr freier Wille ist, mit der Braut „....................................“ die Ehe einzugehen, alle gerechten Pflichten gegenüber Ihrer Ehefrau und Familie zu erfüllen. Wenn Sie dieses Willens sind, so antworten Sie mit JA.
Ebenso frage ich die Braut „...............................“ , Kraft meines Amtes und im Beisein Ihres Zeugen frage ich nun, ob es Ihr freier Wille ist, mit dem Bräutigam „............................“ die Ehe einzugehen, alle gerechten Pflichten gegenüber dem Ehemanne und der Familie zu erfüllen. Wenn Sie dieses Willens sind, so antworten Sie mit JA.

Falls Ringwechsel gewünscht:
Der Ring ist Sinnbild des in sich Geschlossenen, der Einheit und der Treue.
Nehmet diesen kleinen goldenen Reifen zum äußeren Zeichen Eurer Verbundenheit, Eurer endlosen Liebe, Eurer immerwährenden Bereitschaft, für einender und miteinander leben zu wollen.

Nachdem Ihr Euch also in feierlicher Weise das Jawort gegeben haben, erkläre ich „............................................................................\" als rechtmäßig verbundene Eheleute.


Liebes junges Ehepaar!

Es ist ein schöner Brauch Glück zu wünschen, denn Glück bracht man in allen Lebenslagen. Es mögen Euch alle Hoffnungen und Absichten für Euer weiteres gemeinsames Leben in Erfüllung gehen, besonders jene aber, die Euch am meisten am Herzen liegen.
Möget Euch oft und gern an den heutigen Tag erinnern aber auch an das Versprechen, daß Ihr Euch gegenseitig gegeben habt.

Mit diesen Worten darf ich abschließen und mit dem aufrichtigen Wunsch, es mögen in Eurem künftigen gemeinsamen Leben die sonnigen Tage überwiegen.

GLÜCKWÜNSCHE!
(Nun bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als Ihnen für Ihr künftiges Eheleben nur nach alles Gute zu wünschen und möge dieser heutige Tag das erste Glied einer endlos langen Kette glücklicher Tage für Sie werden.

Verlesung Eintrag im Ehebuch!
Unterschriften! - auch Dolmetsch.


 
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