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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (472)

Liebes Brautpaar!
Werte Hochzeitsgäste!



Als Standesbeamter darf ich euch alle im Standesamt ………… recht herzlich begrüßen.

Es freut mich, dass Ihr Euch, sehr geehrtes Brautpaar, kurzfristig und für mich ziemlich überraschend, entschlossen habt, hier im kleinen Kreis in den Stand der Ehe zu treten.

Liebe ………………, lieber ………………………!

Ihr seid nach reiflicher Überlegung fest davon überzeugt, Eure bisherige Gemeinschaft mit diesem bedeutungsvollen Schritt zu krönen. Ich möchte Euch zu diesem Entschluss meinen herzlichen Glückwunsch aussprechen und freue mich mit Euch. Für mich ist es eine besondere Ehre diese Trauung durchführen zu dürfen, da es sich beim Brautpaar doch um recht gut Bekannte von mir handelt. Insbesondere habe ich mit dem Bräutigam doch schon einige Jahre gemeinsam beim Sportklub ………….. verbracht. In dieser Zeit ist doch eine gewisse Freundschaft zwischen uns entstanden, die uns doch auch außerhalb des Fußball-geschehens immer wieder zusammenführt. Die Gemeinschaft beim Fußballverein wurde nunmehr durch ein besonderes Glück, welches unserem Kapitän widerfahren ist, bereichert. Diese Bereicherung, in der Person unserer xxxxxxx, war nicht nur für den Bräutigam ein Glücksfall sondern auch für unseren Verein. Ich hoffe, dass auch nach dem heutigen Tag die Verbindung von euch beiden zum Sportverein erhalten bleibt.

Gestattet mir nun bitte, dass ich einige persönliche Worte an Euch richte. Ihr beide habt euch vor einiger Zeit kennen, schätzen und lieben gelernt. Diese Beziehung hat für mich stets den Eindruck erweckt, dass ihr Euren weiteren Lebensweg gemeinsam beschreiten werdet. Euer Wille zur Gemeinsamkeit, wurde bereits damit bekundet, dass Ihr euch entschlossen habt eure Partnerschaft mit einem gemeinsamen Kind zu vervollkommnen.

Trotz einiger Zeit, die Ihr beide Euch schon kennt, beginnt für Euch mit dem heutigen Ja-Wort ein neues Lebensgefühl und ein neuer Lebensabschnitt, im dem wie bisher gegenseitiges Vertrauen, Liebe, Achtung und Treue herrschen sollen.

Ihr beide sucht das Glück der Ehe in einem Lebensalter als reife und erfahrene Menschen. Euch ist die Härte des Lebens sicher kein neuer Begriff. Ihr kennt Sie und deshalb erwartet Ihr von der kommenden Ehe vielleicht auch kein jauchzendes, lautes Glück. Ihr ersehnt vielleicht tiefe und stille Freude in der Ehe nach einem bisher doch abwechslungsreichen und bewegten Leben.

Euch verbindet die Sehnsucht nach einem Weggefährten, der mit Euch den Weg wandert, der noch vor Euch liegt. Ungetrübt werden auch die Tage in Eurer Ehe nicht verlaufen. Aber Ihr kennt den Kampf um das Dasein, Ihr wisst, dass das Leben Opfer fordert, und Ihr habt das Vertrauen, dass alle Nöte gemeinsam leichter zu überwinden sind.

Ihr wisst auch aus der Vergangenheit, die Euch sicherlich auch schon Sorgen bereitet hat, dass Euer zukünftiger, gemeinsamer Weg nicht immer leicht sein wird. Aber Ihr seid so gereift, dass Ihr die Gesetze des Lebens erkannt habt und wisst, dass Liebe, Hilfsbereitschaft, Verständnis und Friedenswille stärker sind als Streit und Zwietracht.

So werdet Ihr Euch auch in der Ehe zurechtfinden, insbesondere dann, wenn Ihr mit Einsicht und Klugheit all das überseht, was früher anders war, was noch eckig und kantig ist, was sich noch abschleifen und runden muss, was sich bei gutem Willen aber auch zweifellos abschleifen wird.

So schafft Ihr Euch damit, gestützt auf Eure Lebenserfahrung, das Heim und die Gemeinsamkeit nach der Ihr Euch sehnt und in der Ihr Euch geborgen fühlt.

Ihr beide seid auch schon so gereift, dass Ihr auch nicht mehr versuchen werdet den anderen, sprich Partner, zu verändern.
Ein Grundsatz für Eure Ehe muss darin bestehen, die persönliche Freiheit der Partnerin bzw. Partners nicht einschränken zu wollen. Manche Menschen versuchen nach der Eheschließung den anderen zu verändern und zu vereinnahmen. Ihr beide seid aber sicher einer Meinung, wenn ich sage: „Die Ehepartner sollen so bleiben, wie sie sind!“ Gerade die daraus resultierende Verschiedenheit, die Gegensätz-lichkeit, führt letztlich zur Einheit – einer Einheit, in der jeder von Euch genügend persönlichen Freiraum hat.
Diese Einstellung ist aber im Grunde genommen nichts anderes als das, was ganz allgemein „Liebe“ genannt wird. Nämlich, wenn Ihr beide zu einander sagt: „Sei wie du bist, dann ist alles gut!“

Ich möchte nunmehr zu dem Teil kommen, warum Ihr eigentlich heute hierher gekommen seid, zum sogenannten Konsensgespräch.
Ich bitte das Brautpaar sich von den Sitzen zu erheben.

Ich frage nun den Bräutigam, Herrn ………………. , ist es dein fester und freier Wille, die neben dir stehende Braut, Frau ……….. zu ehelichen, so sprich bitte ein deutliches JA.

Nun frage ich auch die Braut, Frau …………………, ist es auch Dein fester und freier Wille, den neben Dir stehenden Bräutigam, Herrn …………………………. zu ehelichen, so sprich auch Du ein deutliches JA.

Ihr habt nunmehr den Bund fürs Leben feierlich beschworen und ich darf aussprechen, dass Ihr nunmehr rechtsmäßig verbundene Eheleute seid.
Bitte nehmt nun zum Zeichen Eurer Verbundenheit den Ringwechsel vor.

Bitte wieder Platz zu nehmen!


Anläßlich dieser Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und Euch anschließend bitten, diesen Eintrag mit Euren Unterschriften zu ergänzen.

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Liebes Brautpaar !

Ihr habt nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff „schließen“ im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend. Das klingt nämlich nach „abgeschlossen“, „fertig“, und „da braucht man nichts mehr dazu beitragen!“ Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem jene, die heute mitgekommen sind und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen können:
Das es nämlich genau umgekehrt ist! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen!
Deshalb meine ich, dass Ihr heute Eure Ehe nicht „geschlossen“ sondern „eröffnet“ habt.
Ich wünsche Euch, dass Ihr auch in späteren Jahren Eure Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit Liebe eröffnet.

Abschließend darf ich namens des Bürgermeisters die Heiratsurkunde in der von der Gemeinde ………………. gewidmeten Familien-Urkunden-Sammelmappe überreichen.




 
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