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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (35)

Liebes Brautpaar, sehr geehrte Gäste, ich heiße Sie hier in ….., , herzlich willkommen.

Sie, liebes Brautpaar, können sich heute endlich Ihr Ja-Wort geben, nachdem Sie in den letzten Wochen doch einige bürokratische Hürden zu überwinden hatten.

Möglicherweise waren Sie überrascht, zu erfahren, dass es für ein gemischtnationales Paar etwas schwieriger ist zu heiraten als für ein Paar, in dem beide österreichischer Herkunft sind. Denn eigentlich leben wir doch in Zeiten, in denen nationale, ethnische und kulturelle Unterschiede oder Grenzen immer weniger eine Rolle spielen sollten.

Schließlich werden die Menschen mobiler und offe¬ner für Neues oder bislang Fremdes. Immer mehr Menschen lernen im Beruf oder im Urlaub fremde Länder kennen. Und der Lebensstil vieler orientiert sich immer stärker an Mustern, die aus vielen ver¬schiedenen Ländern kommen: Wir hören englische Musik, trinken französischen Wein, essen italienische Gerichte, kaufen skandinavische Möbel, begei¬stern uns für asiatische Entspannungstechniken.

Und eigentlich verkörpern auch Sie beide einen neuen Trend. Denn die Zahl der Eheschließungen von Menschen, die eine unterschiedliche Staatsan¬gehörigkeit haben oder unterschiedlichen Nationen angehören oder von unterschiedlichen Kulturen geprägt sind, diese Zahl nimmt zu, langsam, aber doch bemerkbar. Das zeigt, dass die Menschen heut¬zutage kosmopolitischer empfinden und denken.

Sie sind nicht mehr eingespannt in die Traditionen und Bräuche ihres Landes, sondern blicken sozu¬sagen über den Tellerrand hinaus. Sie suchen sich selbst die Vorbilder aus, die ihnen gefallen und die zu ihnen passen. Und fragen dann nicht, woher sie kommen.

Deshalb können auch Menschen unterschiedlicher Herkunft heute viel leichter zueinander finden. Aber wie eh und je kommt es dann darauf an, wie diese beiden Menschen miteinander auskommen.

Denn in der Liebe und in der Ehe geht es immer um zwei einzelne Menschen. Es geht um zwei Persönlichkeiten, die sich zueinander hingezogen fühlen und sich ein gemeinsames Leben aufbauen wollen.

Liebe kennt keine Grenzen.

So heißt es in einem Sprichwort. Und das bedeutet nicht nur, dass Liebe Grenzen überwindet, also Hin¬dernisse oder Unterschiede, sondern es heißt auch, dass es in einer Beziehung nur auf diese bei¬den unverwechselbaren Individuen ankommt, auf die Menschen an sich.

Wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben und einander schätzen, dann sehen beide den anderen als Einzelwesen und nicht als Angehöri¬gen einer bestimmten Kultur oder Nation. Sie füh¬len sich zu dem anderen hingezogen, und die Welt drumherum ist erst mal gar nicht so interessant. Was sie interessiert, ist vielmehr, wie der andere denkt, fühlt und handelt. Was interessiert, ist, wie er sich gibt, was er kann, wovon er träumt oder welche Ziele er hat.

Und wichtig für die Beziehung ist dann, dass diese beiden Menschen Gemeinsamkeiten entdecken, dass sie sich verstehen und Vertrauen zueinander entwickeln. Denn wenn sie zusammenbleiben wol¬len, dann wollen sie sich j a aufeinander verlassen können. Wenn sie eine Ehe eingehen wollen, dann wollen sie ja eine enge Bindung von Mensch zu Mensch herstellen.

Sie wollen dann ihren eigenen Weg finden, um ihre gemeinsame Zukunft zu gestalten. Einen Weg, der ihren individuellen Wünschen und Zielen ent¬spricht und der auch von traditionellen Vorgaben abweichen kann.

Denn die Ehe ist eine Beziehung von Mensch zu Mensch. Sie funktioniert, wenn diese beiden Men¬schen Verständnis füreinander haben, wenn sie einander vertrauen und an ihre gemeinsame Zukunft glauben. Und dann hilft sie, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen gut zu bewältigen.

Um Ihre Ehe nun zu schließen, bitte ich Sie, sich von den Plätzen zu erheben.

Ich frage zuerst Sie, Herr N. N : Ist es Ihr freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau N. N. die Ehe einzugehen, dann antworten Sie mit „Ja".

Wollen auch Sie, Frau ..., aus freiem und eigenem Willen mit dem hier anwesenden Herrn ... die Ehe eingehen, dann antworten auch Sie mit „Ja".

Nachdem Sie beide vor mir Ihren Willen kundgemacht haben die ehe miteinander eingehen zu wollen, sind Sie nunmehr Kraft Gesetz rechtmäßig verbundene Eheleute.

Sie können sich jetzt gegenseitig Ihre Ringe anstecken, die auch in unseren modernen Zeiten ein Symbol dafür sind, dass zwei Menschen sich miteinander verbunden fühlen.

Ehebuch !!


Für Ihren gemeinsamen Lebensweg wünsche ich Ihnen viel Glück, vor allem, dass Ihre gemeinsamen Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen mögen.
 
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