logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (477)

Liebes Brautpaar, verehrte Gäste,

ich möchte Sie, Ihre Trauzeugen und Ihre Gäste hier auf dem Standesamt ....recht herzlich willkommen heißen.

Sie sind hierher gekommen, damit ich Ihrer Entscheidung, die Ehe miteinander einzugehen, rechtliche Geltung gebe.

Sie werden sich sicherlich selbst schon Gedanken über die Ehe gemacht haben und wissen, was eine Eheschließung bedeutet.

Aber gestatten Sie mir noch ein paar Worte, die Ihnen vielleicht ein Begleiter auf Ihrem gemeinsamen Weg in die Ehe sein können.

Zwei bisher getrennt verlaufene Lebenswege verbinden sich ab heute zu einem gemeinsamen Weg.

Dieser heutige Tag der Eheschließung ist also in Ihrem Leben ein besonders markanter Tag.

Gemeinsam sind wir stark.......so heißt ein altes Sprichwort. Dies gilt auch besonders für Eheleute.

Nur soll sich dieses Starksein nicht auf bloße Muskelkraft beziehen.

Stärke in einer Ehe erwächst aus gegenseitiger Liebe, gegenseitiger Achtung, aus gemeinsamem Handeln und Denken aber auch aus gegenseitiger Hilfe und Unterstützung, wenn bei einem Eheteil Wolken aufziehen sollten oder sich Sorgen und Nöte breit machen wollen.

Das ......gemeinsam sind wir stark.........sollte jedoch nicht soweit führen, dass jeder seine eigene Persönlichkeit aufgibt.

Auch in einer Ehe braucht jeder Partner seinen Freiraum um sich selbst zu verwirklichen, um sich selbst entfalten zu können.

Ihre Ehe wird mit Leben erfüllt, wenn gegenseitiges Verständnis, Vertrauen, Aufgeschlossenheit, Achtung und Toleranz herrschen.

Bemühen Sie sich daher immer, miteinander zu reden über das was Sie freut und über das, was Sie bedrückt.

Lassen Sie es nie zur Sprachlosigkeit in Ihrer Ehe kommen, denn jeder Mensch braucht eine Person, mit der er reden kann.

Durch das miteinander reden können manche Probleme ausgeräumt werden.
Gefahren und Risiken für die Ehe können überwunden werden.
Eine Ehe ohne Gefahr und Risiken gibt es nicht.

Es kann nicht immer wie am Tag der Eheschließung heiterer Sonnenschein sein.
Der Alltag lässt dies nicht zu.

Ein wesentlicher Faktor für ein glückliches Eheleben ist die Toleranz in der Ehe.
Übersetzt heißt Toleranz ....Entgegenkommen, Duldsamkeit......

Dies soll nicht heißen, dass man aus Bequemlichkeit Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen soll.

Toleranz soll auch nicht ständiges Nachgeben oder Ja-Sagen bedeuten.
Toleranz üben heißt Verständnis füreinander aufzubringen, sich in den Partner hineinzudenken, auch einmal vergessen und vergeben können.

Mit der heute geschlossenen Ehe beginnen Sie eine Lebensgemeinschaft, wie es im Ehegesetz steht und davon gehen sicher auch Sie beide aus.

Man bleibt also ein Leben lang zusammen, teilt Freude und glückliche Stunden, trägt alle Probleme und Sorgen miteinander.

Es ist ein miteinander und voneinander lernen, man wächst nach und nach in die Gemeinsamkeit hinein, die auch Vertrauen und Verlässlichkeit bedeutet.

Verheiratet sein bedeutet aber auch mehr Sicherheit, Geborgenheit und Gewissheit, aber auch Einschränkungen persönlicher Ansprüche, Pflichterfüllungen und das Teilen der vier Wände mit einem Partner.

Selbst wenn man eine Weile zusammen gelebt und zusammen gewohnt hat, fühlt man sich möglicherweise nicht aneinander gebunden, man war ja schließlich nicht miteinander verheiratet.

Also, in dieser Hinsicht soll jetzt eine Wende eintreten.

Jetzt gilt es, füreinander dazusein, denn Patentrezepte für glückliche und harmonische Ehen gibt es nicht, sture Regeln sind weder zumutbar, noch anwendbar.

Geduldig zuhören können, trösten, Mut zusprechen, offen und ehrlich einander zu begegnen, das sind die wichtigsten Bestandteile einer Ehe.

Dabei handelt es sich durchweg um Eigenschaften die uns bekannt sind, die wir einsetzen, wenn es darum geht, etwas zu erreichen.

In der Ehe sollten wir uns jedoch nicht einen persönlichen Vorteil verschaffen.

Nein, diese Eigenschaften wollen wir einsetzen, um der Ehe eine neue Qualität des Zusammenlebens zu ermöglichen, das man auch als gemeinsames Glück bezeichnen kann.

Wenn Ihnen beiden dies gelingt, werden Sie in der Lage sein, ein Leben lang zusammen Glück zu empfinden, Leid zu tragen, Sorgen zu überwinden und Probleme zu lösen.

Ich wünsche ich Ihnen für den Start in Ihre Ehe alles Gute, viel Freude und Glück in der Zukunft.



Ich möchte Ihnen beiden noch einen kleinen Leidsatz mit auf den Weg geben:

„Zärtlichkeit und Zuneigung sollen unsere Begleiter sein, nicht nur in der Zeit der leidenschaftlichen Liebe, sondern auch in den späteren Jahren der Gemeinsamkeit.“



Sie haben den Wunsch geäußert, hier auf dem Standesamt die Ringe zu tauschen.

In diesem Ehering sehe ich ein Symbol darin, dass sich nun ein Kreis schließt. Sie haben sich kennen gelernt, lieben gelernt und nun heute mit der Eheschließung schließt sich dieser Kreis in dem Sie beide sich in der Zukunft bewegen werden.
Lassen Sie nie etwas Unliebsames in diesen Kreis eindringen; aber sind Sie nach außen immer offen für gute Freunde und Bekannte. Ringtausch.


 
zurück zur Übersicht