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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (485)

Sehr geehrtes Brautpaar, liebe Hochzeitsgäste, ich darf Sie sehr herzlich zur bevorstehenden Trauung von ...... begrüßen.
Die Hochzeit ist zweifelsohne eine der wichtigsten und weitreichendsten Ereignisse im Leben eines Menschen. Sie betrifft und verändert aber nicht nur Euer Leben alleine. Eure Hochzeit ist ein familiäres Ereignis, über das sich besonders Eure Familie und Freunde freuen. Ein solches Ereignis gibt aber auch die Möglichkeit die andauernde Alltaghektik zu vergessen und nachzudenken.
Ihr habt bereits einen Teil eures Lebens miteinander verbracht und nunmehr schließt ihr heute die Ehe, weil ihr erkannt habt, dass ihr gleichgerichtete Lebensziele und Wünsche habt. Eure gemeinsamen Ziele kann ich natürlich nur vermuten. Aber es kann nur von Vorteil sein, wenn ihr euch diese persönlichen Ziele setzt und ernsthaft versucht sie zu verwirklichen.
Euch ist jedoch bewußt: nicht alle Vorsätze können erreicht werden! Einerseits ist es nicht sinnvoll, beim ersten Fehlschlag die Flinte gleich ins Korn zu werfen, andererseits soll sich Eure Beziehung entwickeln und an neuen Zielen orientieren können. Insofern erscheint es vernünftig diesen Mittelweg anzustreben. Dann wird in einigen Jahren die Freude und Zufriedenheit über das, was ihr gemeinsam erreicht habt, eure Beziehung noch mehr festigen.
Daher habt ihr euch bestimmt schon überlegt, wie ihr eure Partnerschaft gestalten wollt. Ein Grundsatz für die Gestaltung der Ehe besteht möglicherweise darin, die persönliche Freiheit des Partners bzw. der Partnerin nicht einschränken zu wollen. Denn manche Menschen versuchen nach der Eheschließung, den anderen zu verändern und zu vereinnahmen. Weiters ist eine wesentliche Grundlage für das Gelingen einer Ehe, dass ihr als Ehepartner \"einig werden\" nicht mit \"gleich werden\" verwechselt. Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, beide Begriffe bedeuten in etwa desselbe. Ihr stimmt sicher zu, dass \"gleich werden\" auch anpassen oder sich unterordnen bedeuten kann. Egal ob sich ein Partner die Unterordnung des anderen erwartet oder ob ein Partner von sich aus versucht sich bedingungslos anzupassen, das Ergebnis ist immer das gleiche: die Eigentständigkeit und Selbständigkeit geht verloren. Aber gerade unterschiedliche Anschauungen und verschiedene Charaktere machen eine Ehe auf Dauer erst interessant. Weiters ist die gegenseitige Zuneigung eine Voraussetzung für das Gelingen einer Ehe, aber dazu kommen noch die gegenseitige Wertschätzung und die gegenseitige Anerkennung. In diesem Zusammenhang darf man auch die Anerkennung der beruflichen sowie privaten Arbeit eines Partners nicht vergessen. Denn man weiß ja, wieviel schöpferische Kraft durch eine echte Zuneigung frei wird. Diese Einstellung ist aber im Grunde genommen nichts anderes als das, was ganz allgemein Liebe genannt wird. Nämlich, wenn ihr beide zueinander sagt: \" Bleib so wie du bist!\". Denn ihr schließt mit eurem Ja-Wort nicht nur einen Vertrag, in dem ihr, die Eheleute erklärt, in unzertrennbarer Gemeinschaft zu leben, Kinder zu zeugen und zu erziehen und sich gegenseitig Beistand zu leisten. In Wirklichkeit sollte eine Ehe wesentlich mehr sein, als diese gesetzliche Bestimmung. Die Ehe sollte immer von Grundsatz geleitet werden, einander mit Anstand zu begegnen, Freude zu bewahren und füreinander Beistand zu leisten.
Ich nehme an, ein weiterer wesentlicher Grund für eure Eheschließung ist die Harmonie in eurer Partnerschaft. Wir alle kennen Harmonie als ein wunderbares Gefühl der Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und inneren Ruhe. Manche Leute sind der Ansicht, man könne dieses Gefühl nicht selbst herbeiführen und schon gar nicht auf Dauer erhalten. In den ersten Monaten oder auch Jahren einer Partnerschaft kann man sich eine Harmonie, die sich rein zufällig ergibt, durchaus noch vorstellen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass diese Vorstellung nach mehreren gemeinsamen Jahren nicht mehr so realistissch ist. Ihr beide wisst es daher, wie wichtig es ist, auch als Ehepartner in der Lage zu sein, Harmonie unter anderem dadurch auszubauen, indem ihr miteinander redet. Harmonieren im Gespräch kann aber auch bedeuten: Einer sagt \"Ja\" und der andere \"Amen\". Dies wäre keinesfalls sinnvoll, sondern: Übereinstimmung ist nur möglich, wenn man an den Problemen und Schwierigkeiten, aber auch an der Freude und dem Glück des Partners ehrlich interessiert ist. Das partnerorientierte Gespräch bildet daher eine wichtige Grundlage für eine gefestigte Harmonie in der Partnerschaft.
Es ist aber auch wichtig, dass es für die Partner die Möglichkeit geben soll, sich zurückzuziehen und schweigen zu können. Vor allem soll jeder Partner versuchen, die Ehe immer wieder zu verschönern und soll daher alles vermieden werden, was Streit und Unstimmigkeiten hervorruft. Und wenn eure Meinungen und Wünsche einmal auseinander gehen, so muss sich durch guten Willen auf beiden Seiten immer wieder ein gemeinsamer Weg finden lassen.
Weiters muss euch bewusst sein, dass ihr durch das heutige Ja-Wort auch die Verantwortung für einander übernehmt und euch versprecht, miteinander durch das Leben zu gehen, Freud und Leid ehrlich zu teilen und einander in Not und Unglück nicht zu verlassen, sondern zusammenzuhalten, was auch immer geschehen mag. Denn es ist sicherlich keine wirkliche Ehegemeinschaft, wenn sich ein Partner ausschließlich um die eigenen Angelegenheiten kümmert und für den Partner und die Kinder keinerlei Zeit finden will.
Ihr habt euch also einander für ...... Jahren schätzen und lieben gelernt und nunmehr beschlossen, den Bund der Ehe einzugehen. Zur Bekräftigung dieser Eheschließung habt ihr zwei Trauzeugen gerufen, die euer Ja-Wort nicht nur hören und bezeugen sollen, sie sollen auch als \"Freunde\" einwenig aufpasssen auf diese Ehe.
Somit wende ich mich den gesetzlichen Bestimmungen zu und stelle fest, dass ihr beide alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe erfüllt habt und keinerlei Ehehindernisse vorhanden sind.
Ich darf nunmehr das Brautpaar ersuchen, sich zur Abgabe der Erkärungen von den Plätzen zu erheben.
So frage ich den Bräutigam ........ ist es dein ernster, freier und wohlüberlegter Wille, mit der hier gegenwärtigen Braut, Frau .... die Ehe einzugehen, so antworte mit einem deutlichen und vernehmenbaren Ja.
So frage ich auch die Braut ..... ist es ......... .
Nachdem ihr nun vor euren Zeugen erklärt habt, die Ehe miteinander einzugehen, erkläre ich die Ehe zwischen ....... für geschlossen. Ihr seid nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute und gemäß den von euch abgegebenen Erklärungen, habt ihr von nun an den Familiennamen ..... zu führen.
Zum Zeichen eurer Verbundenheit ersuche ich euch den Ringwechsel vorzunehmen.

Jede Eheschließung wird in das sogenannte Ehebuch eingetragen, welches durch eure anschließende Unterschrift abgeschlossen wird. Dieser Eintrag der heutigen Trauung lautet wie folgt: ........
Ihr habt nunmehr rechtmäßig die Ehe geschlossen, wobei der Begriff \"schließen\" im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend ist, denn es klingt nach abgeschlossen und fertig, als ob man nichts mehr dazu beitragen braucht.
Deshalb meine ich, dass ihr heute eure Ehe \"eröffnet\" habt und wünsche Euch daher abschließend, dass ihr auch in Zukunft eure Ehe täglich von neuem - so wie heute - mit Liebe eröffnet!
Danke!


 
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