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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (491)

Liebes Brautpaar,

ein für Sie beide wichtiger Schritt,
und ein ganz besonderer Anlass
führt uns heute hier zusammen.

Sie haben sich vielleicht gefragt, was wird die Standesbeamtin wohl für eine Ansprache halten. Bei einer Hochzeit erwartet man in erster Linie, dass die Standesbeamtin über das Thema Ehe redet. Doch dies ist ein sehr umfassendes Thema.

Und was will ich Ihnen nun sagen, was Sie nicht sowieso schon wissen! Zum anderen habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Rede kaum im Gedächtnis bleibt, wenn sie zu viele verschiedene Inhalte hat. Ich habe mir daher heute vorgenommen, nur über das Thema „Komplimente“ zu sprechen und Ihnen dazu ein paar Gedanken auf Ihren gemeinsamen Weg mitzugeben.

Ein chinesisches Sprichwort sagt:

Mit Komplimenten kannst du die Liebe gewinnen.
Vielleicht denken Sie jetzt zurück, wie Sie sich kennen gelernt haben. Sie sind sich besonders aufgefallen. Der Partner hatte so ein ganz besonderes Etwas, das Sie anziehend fanden, mag es seine Stimme, sein Lachen, sein Aussehen oder sein Auftreten sein.

Jedenfalls spürten Sie eines Tages, dass Sie diesen Partner für sich gewinnen wollen. Bestimmt ist dabei auch das eine oder andere Kompliment gefallen, an das Sie sich nun gerne zurückerinnern.

Das Kompliment hat dann sicher auch nicht seine Wirkung verfehlt.

Vom Dichter Victor Hugo stammt der Ausspruch:

Ein Kompliment ist wie ein Kuss durch einen Schleier.

Er will damit sagen, dass man mit einem Kompliment viel Zuneigung ausdrücken kann. Ein Kompliment bringt Wärme in die Beziehung, lockert auf und ist besser als jede noch so gut gemeinte Kritik. Ein Kompliment spornt uns an, unsererseits den Partner zu loben, unsere Aufgaben gut zu erfüllen und dem Partner entgegenzukommen.
Um dem Partner gute Komplimente zu machen, muss man auf Ihn eingehen. Jeder möchte, dass der andere seine Individualität erkennt und herausstreicht. Dies sollte das Ziel sein.

Dann wird ein geglücktes Kompliment zu einer charmanten Vergrößerung einer kleinen Wahrheit,

wie Johannes Heesters sagt.

Komplimente zu machen, ist ein Training im positiven Denken. Die Gedanken werden auf das Positive ausgerichtet. Das stimmt einen selbst froh und heiter und wirkt sich daneben auch auf das Verhalten des Partners aus. Im Vordergrund steht die Wertschätzung des Partners. Kritische Gedanken haben daneben weniger Platz. Und das schadet auch nicht, denn wer will schon gerne kritisiert werden !

Eine Eheschließung fordert von beiden Partnern sehr viel Engagement für die Partnerschaft. Die Zuneigung, die Sie heute so stark verbindet, gilt es zu bewahren.

Im Laufe der Ehe können aber auch Krisen kommen. Kritikwürdige Dinge können zutage treten. Ich würde mir wünschen, dass Sie dann an Ihre Hochzeit zurückdenken und mein Thema: Die Macht der Komplimente.

Liebe Frau X, lieber Herr Y, es folgt jetzt der große Augenblick:
Wir kommen nun zu dem JA, das Ihre Partnerschaft besiegelt.
Ein JA zum gemeinsamen Lebensweg in Liebe und Treue.

Und wegen der Bedeutung des Augenblicks darf ich Sie nun bitten, sich zusammen mit den Trauzeugen von Ihren Plätzen zu erheben.

 
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