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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (492)

Sehr geehrtes Brautpaar, verehrte Gäste, ich darf Sie herzlich zur heutigen Trauung begrüßen.

Sie haben wahrscheinlich schon längst darüber nachgedacht, wie Sie sich Ihre Ehe vorstellen oder wie sie ihr Zusammenleben gestalten wollen. Wie man sich zueinander verhält, ist schließlich eine bedeutsame Angelegenheit.

Ich möchte Ihnen heute ein paar Worte über dieses Miteinander Umgehen mit auf den Weg geben, wobei ich auf einen Aspekt eingehen will, der leicht in Vergessenheit gerät:
Und zwar auf das Lob.

Frisch verliebte Paare machen sich meist viele Komplimente. Jeder bewundert den anderen und sagt es auch oder bringt es auf andere Weise zum Ausdruck. Doch mit der Zeit wird das, was man einst gelobt hat – ein Talent, das Aussehen, bestimmte Verhaltensweisen – als selbstverständlich hingenommen. Und keiner verliert mehr ein Wort darüber.

Das ist eigentlich schade. Denn ein Lob macht den Tag doch gleich schöner und hellt die Stimmung auf. So sagte beispielsweise ein französischer Philosoph: Mit der Kunst des Lebens begann die Kunst des Erfreuens.

Jeder freut sich über ein Lob. Und gerade wenn man sich mag, möchte man ja etwas tun, was den anderen erfreut. Und ein Lob erfordert ja eigentlich keinen großen Aufwand. Doch es geht noch um mehr, als den anderen eine Freude zu bereiten.

Es geht um Anerkennung und Bestätigung, die jeder Mensch braucht. Jeder glaubt erst dann wirklich, schön oder klug oder geschickt zu sein, wenn ein anderer es ihm sagt. Manchmal weiß man auch selbst, dass man etwas gut gemacht hat.

Aber die Bestätigung von jemand anderen, zumal die eines geliebten Menschen, wirkt doch ungleich mehr als der eigene Eindruck. Und jeder möchte, dass es anerkannt wird, was man macht und wie man es macht, auch wenn man es gerne tut.


Denken Sie deshalb daran, sich im Laufe Ihrer Ehe von Zeit zu Zeit zu loben. Sagen Sie einander, dass sie gut aussehen, dass sie eine Aufgabe hervorragend erledigt haben, dass sie ein leckeres Essen gekocht haben oder was immer es Lobenswertes gibt.


Um Ihre Ehe nun zu schließen, möchte ich Sie bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben.


Ich frage nun Sie Herr ____________________________ ist es ihr freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau _____________________ die Ehe zu schließen, dann antworten Sie mit „Ja“.

Ich richte meine Frage nun an Sie, Frau _______________ ist es auch Ihr freier und eigener Wille, mit dem hier anwesenden Herrn _______________________ die Ehe zu schließen, dann antworten Sie ebenfalls mit „Ja“.

Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit Ja beantwortet haben, stelle ich fest, dass sie nun rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Als sichtbares Zeichen für Ihre Verbundenheit ersuche ich Sie vorzutreten und sich gegenseitig Ihre Ringe anzustecken.

An dieser Stelle verlese ich auszugsweise aus dem Ehebuch …….

Nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin. Auch in der Ehe ist es nicht selbstverständlich, sich für den anderen schön zu machen oder ihm einen Gefallen zu tun.

Erkennen Sie das an, und frischen Sie das Lob auch hin und wieder etwas auf. Denn wenn Sie von Zeit zu Zeit gelobt werden, dann fühlen Sie sich nicht nur bestätigt, sondern Sie spüren auch, dass Sie den anderen immer noch viel bedeuten.
Ein ernst gemeintes Lob heißt ja, dass man den anderen ernst nimmt und es ernst mit ihm meint.

Zeigen Sie sich Ihre Zuneigung ruhig durch ein Lob. Nehmen Sie in Ihrer Ehe nichts als selbstverständlich hin. Kleine Komplimente erhalten nicht nur die Freundschaft, wie es in einem Sprichwort heißt, sondern auch Ihre Ehe.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre gegenseitigen Komplimente Sie durch ein glückliches gemeinsames Leben tragen.




 
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