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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (37)

Sehr geehrtes Brautpaar!

Ich begrüße Sie zur standesamtlichen Trauung recht herzlich, ebenso Ihre Trauzeugen, Eltern, Verwandten und Bekannten, die heute hierhergekommen sind, um dieser Feier einen festlichen und familiären Rahmen zu verleihen.

Sie haben die Absicht miteinander die Ehe einzugehen. Und heute, sind Sie nun hierher gekommen um diesen Bund zu schließen.

Die standesamtliche Trauung ist ein weltlicher ein rein formaler Vorgang, wer hier den Ersatz für eine feierliche Trauung suchen würde, fände ihn nicht. Und doch ist diese Eheschließung von großer Bedeutung für Sie beide und für Ihre ganze Zukunft. Im bürgerlichen Leben ist die Eheschließung einer der wichtigsten Vorgänge, im menschlichen Leben aber der Wichtigste überhaupt. Nichts greift so tief in das menschliche Leben ein, nichts wirkt so stark in die Zukunft, kein Ereignis ergreift zwei Menschen so stark als die Eheschließung.

Dieser Tag ist nun für Sie angebrochen; die Stunde die sie jetzt erleben, entscheidet über Ihr ganzes Leben und verpflichtet Sie im Geiste diesen Bund täglich neu zu schließen, neu zu beginnen mit der gleichen Herzlichkeit wie heute. Sie haben in Ihrer Brautzeit, im Vorhofe der Ehe, einander kennengelernt und haben zueinander das große Vertrauen, dass Sie nicht nur in den Tagen wie dem heutigen zueinander stehen, sondern auch in den Tagen, die nicht so schön sein werden wie dieser.
Ihr Entschluss die Ehe zu schließen ist ein freier. Aber die Bindung die sie damit eingehen, unterliegt nicht mehr ihrem Willen, sie ist auf Lebenszeit und soll unlösbar sein. Sie kann auch nicht willkürlich geschlossen, freiwillig gelöst oder geändert werden. Auf Grund dieses Ehebündnisses haben sie Freud und Leid miteinander zu tragen und sich gegenseitig Beistand zu leisten.

Die Rechtskraft der Ehe aber bedingt nach den Vorschriften des Gesetzes die Mitwirkung des Standesbeamten. Ich bin bereit Ihre Erklärungen entgegen zu nehmen und bitte das Brautpaar und die Trauzeugen sich zu erheben.

Jetzt sollen Sie entscheiden, ob Sie einander angehören wollen fürs ganze Leben, ob Sie Ihrer beider Schicksale zu einem gemeinsamen verbinden wollen. Diese Entscheidung ist kurz, denn das kleine Wort ist bald gesprochen, das Wort das Sie dann für Ihr ganzes Leben bindet. Da Sie aber wohl vorbereitet hierher gekommen sind wird es Ihnen ja leicht, wenn ich Sie jetzt frage.
Herr.................................wollen Sie mit Frau...................................die Ehe eingehen?

Frau................................wollen Sie mit Herrn..................................die Ehe eingehen?

Sie haben nun die Ehe nach den Vorschriften des Gesetzes geschlossen. Ich freue mich, aussprechen zu können, dass Sie nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute sind.

Der Ring ist Sinnbild des in sich Geschlossenen, der Einheit und der Treue. Nehmen Sie diesen kleinen goldenen Reifen zum äußeren Zeichen Ihrer Verbundenheit und zur immerwährenden Bereitschaft miteinander und füreinander zu leben.

Zum jederzeitigen Beweis dieses bedeutungsvollen Beginns eines neuen Lebensabschnittes wurde Ihr gegenseitiges Gelöbnis in das Ehebuch eingetragen, welchen Eintrag ich Ihnen nunmehr vorlesen werde.

Ich bitte nun das neuvermählte Paar und die Zeugen diese Urkunde zu unterfertigen.

Sehr geehrtes Ehepaar!

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Glück für Ihren gemeinsamen Lebensweg, dass Ihnen die Zukunft die Erfüllung Ihrer Wünsche bringe, Sie die Liebe dieses Tages in den frohen und den trüben Stunden stets verbinde, Ihr Vertrauen zueinander in des Lebens Stürmen niemals wanke und Sie miteinander wirklich glücklich werden.

Dieser Festtag geht vorüber und der graue Alltag kommt dann wieder. Nicht allein des Lebens Höhen, seine Sonnenseiten werden Sie durchwandern, sondern auch die Tiefen und die Schattenseiten kennen lernen. Wenn Sie auch das JA-Wort jetzt als Mann und Frau verbindet, werden Ihre Meinungen und Wünsche doch mitunter auseinander gehen. Guter Wille, Liebe und Geduld auf beiden Seiten wird Sie aber immer wieder einen Weg für beide finden lassen.

In den besten Ehen gibt es Schwierigkeiten, Ärger und Verdruss. Bemühen Sie sich ehrlich, durch ein Wort der Liebe oder durch ein Zeichen Ihres guten Willens die Verstimmung immer noch am gleichen Tage zu beenden. Denn verloren sind für immer diese Stunden, wenn der Friede und die Eintracht in der Ehe fehlen.

Lassen Sie mich mit den Worten des Dichters Grillparzer schließen:
.....................es ist schön, für andere zu leben!



 
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