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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (494)

Ich begrüße Euch alle sehr herzlich zur standesamtlichen Eheschließung!
Mein besonderer Gruß gilt natürlich dem Brautpaar.

Lieber , liebe , ein bedeutsamer Schritt führt euch heute hierher zum Standesamt. Ihr wollt den Bund der Ehe schließen. Jeder ist bisher seine eigenen Wege gegangen, allein auf sich gestellt oder wohlgeborgen im Schutze der Eltern.



Ihr schließt heute die Ehe, weil Ihr gleichgerichtete Lebensziele und Wünsche habt. Eure gemeinsamen Ziele kann ich natürlich nur vermuten, allgemein werdet Ihr vielleicht folgende Erwartungen in Eure Ehe setzen:
• Ihr erhofft euch Sicherheit
• Ihr möchtet euch aufeinander verlassen können
• Ihr wollt euch gegenseitig unterstützen und gemeinsam viel erleben
• Ihr erwartet euch einen verantwortungsvollen Partner bzw. eine verantwortungsvolle Partnerin
• eine harmonische Beziehung und vieles mehr
Unbestritten kann es nur von Vorteil sein, wenn Ihr euch diese Ziele setzt und ernsthaft versucht, sie zu verwirklichen.

Euch ist jedoch bewusst, nicht alle Vorsätze erreicht werden können. Einerseits ist es nicht sinnvoll beim ersten Fehlschlag die Flinte gleich ins Korn zu werfen, andererseits soll sich Eure Beziehung entwickeln und an neuen Zielen orientieren können.
Insofern erscheint es vernünftig, diesen Mittelweg anzustreben. Dann werden in einigen Jahren die Freude und Zufriedenheit über das, was Ihr gemeinsam erreicht habt, Eure Beziehung zueinander noch mehr festigen.


Ich nehme an, ein wesentlicher Grund für Eure Eheschließung ist die Harmonie in Eurer Partnerschaft. Wir alle kennen Harmonie als ein wunderbares Gefühl der Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und inneren Ruhe.

Einige Leute sind der Ansicht, man könne dieses Gefühl nicht selbst herbeiführen und schon gar nicht auf Dauer erhalten. In den ersten Wochen einer Partnerschaft kann ich mir eine Harmonie, die sich rein zufällig ergibt, durchaus noch vorstellen.
Die Erfahrung zeigt jedoch, dass diese Vorstellung nach mehreren Ehejahren nicht mehr so realistisch ist. Ihr beide wisst, wie wichtig es ist, auch als Ehepartner in der Lage zu sein, die Harmonie unter anderem dadurch auszubauen, indem Ihr miteinander redet.

Harmonieren im Gespräch kann aber auch bedeuten, einer sagt \"Ja\"! und der andere \"Amen\". Das wäre keinesfalls sinnvoll, sondern:
Übereinstimmung ist nur möglich, wenn man an den Problemen und Schwierigkeiten aber auch an der Freude und dem Glück des Partners bzw. der Partnerin ehrlich interessiert ist. Das partnerorientierte Gespräch bildet daher eine wichtige Grundlage für eine gefestigte Harmonie in der Ehe.


Ihr habt sicher die Möglichkeit wahrgenommen, Eure Partnerschaft von der Zeit des Kennenlernens bis zum heutigen Tag vernünftig zu entwickeln. Das ist eine der besten Voraussetzungen für Eure Eheschließung. Das bedeutet, dass Ihr bereits jetzt ein eingespieltes Team bildet.
Das ist für das Lösen von möglicherweise auftretenden Problemen in der Ehe entscheidend. Die Erfahrung zeigt, dass eine Problemlösung nur dann möglich ist, wenn beide Ehepartner am selben Strick ziehen. Was dabei am wichtigsten ist, dass beide in die selbe Richtung ziehen.

Meiner Meinung nach liegt die logische Ursache für Unstimmigkeiten in der Ehe darin, dass in jeder Beziehung zwei Menschen aufeinander treffen, die unterschiedliche Meinungen, Standpunkte und Verhaltensweisen haben. Aus dem Gefühl der gegenseitigen Zuneigung, der Liebe, entwickelt jedes Paar Regeln, um eventuelle Streitigkeiten positiv zu lösen. Ich denke da zB. an jenen vernünftigen Grundsatz, bei Meinungsverschiedenheiten nicht \"alte Geschichten\" aufzuwärmen, sondern zu versuchen, möglichst objektiv in der aktuellen Konfliktsituation zu bleiben.


Eine wesentliche Grundlage für eine glückliche Ehe ist sicherlich die Treue. Immer wieder wird von der \"modernen Partnerschaft\" oder der \"freien Ehe\" gesprochen. Darin aber einen Freibrief für die Untreue zu sehen wäre nicht richtig. Für Euch bedeutet Treue bestimmt sehr viel. Treue in der Partnerschaft heißt doch:
• Wir stehen zueinander
• wir halten zueinander und
was besonders wichtig ist
• wir lassen einander genügend Freiraum für die persönliche Entfaltung.


Abschließend gehe ich noch darauf ein, dass der Trend zum Single-Leben immer noch steigend ist. Solche Leute behaupten oft, die Ehe sei als Form der Partnerschaft überholt. Damit könnte man übereinstimmen, wenn man die Ehe nur als Gesellschaftszwang sieht, der künstlich aufrechterhalten wird.

Wenn man jedoch die Ehe so wie Ihr als Ausdruck für Eure ehrliche Zuneigung, Eure Gesprächsbereitschaft, Eurem Bemühen um den anderen, betrachtet, ist sie nach wie vor - und gerade in unserer hektischen und toleranzlosen Zeit - eine moderne Form der Beziehung, mit den besten Zukunftsaussichten!

Somit wende ich mich den gesetzlichen Bestimmungen zu. Ich stelle fest, dass Ihr alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe erfüllt und ich ersuche Euch, zur Abgabe Eurer Erklärungen von den Plätzen zu heben:

Und so will ich an Euch - aufeinander folgend - eine kleine aber doch so große Frage stellen:

(1) Ich frage Dich,
Herr
willst Du aus eigenem und freiem Willen die Ehe mit
Frau eingehen,
so antworte mit einem „JA“.

Ich frag nun Dich,
Frau ,
willst Du aus eigenem und freiem Willen mit
Herrn
den Ehebund schließen,
so antworte mir mit einem „JA“.

Nachdem Ihr nun vor Zeugen erklärt habt, die Ehe miteinander einzugehen, kann ich Kraft des Gesetzes verkünden, dass Ihr nunmehr rechtsmäßig verbundene Eheleute seit.

Ich darf euch nun bitten, als äußeres Zeichen Eurer Verbundheit den Ringwechsel vor zu nehmen.

Lieber , liebe !
Ihr habt nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff ”schließen” im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend. Das klingt nach ”abgeschlossen”, ”fertig”, ”da braucht man nichts mehr dazu beitragen!”

Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem all jene, die heute mitgekommen sind und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen können: Nämlich, es ist genau umgekehrt! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen!
Deshalb meine ich, dass Ihr heute Eure Ehe ”eröffnet” habt!
Ich wünsche Euch daher abschließend, dass Ihr auch in späteren Jahren Eure Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit Liebe eröffnet.

Zum Abschluss der Amtshandlung muss ich Kraft des Gesetzes die Ehebucheintragung der Nr. / vorlesen.


UNTERSCHREIBEN



Bevor ich euch meine Glückwünsche ausspreche möchte ich euch ein Gedicht für euren weiteren Lebensweg mitgeben






Wie uns seit Urzeit die Erfahrung lehrt, wird die Frau vom Mann - und umgekehrt - begehrt, denn selbst in der Bibel heißt es, ganz zweifelsfrei:
Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei!

Nun ist es auch bei euch soweit
dass die Ringe habt getauscht ihr heut.
Somit seid ihr für alle wahrnehmbar
ein stolzes glückliches Ehepaar!

Doch kommt trotz Liebessonnenschein
die Harmonie nicht von ganz allein.
Um das Glück zu halten, lang und ganz
braucht es Wertschätzung und Toleranz.

Eure Liebe sollte vor allen Dingen
euch stets einander näher bringen.
Vermeidet Kümmernis und Leid
habt immer füreinander Zeit.

Tragt zusammen alles, mit Verständnis füreinander wagt gemeinsam alles, mit Achtung voreinander.
Man könnte euch noch vieles raten, für ein Leben ganz im Glück, doch besser ist es, ihr probiert es selber, Stück für Stück!

Das alles will ich euch wünschen, Jahr für Jahr, kurz, seid ein gutes Ehepaar!

 
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