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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (495)

Liebes Brautpaar, verehrte Trauzeugen und Gäste, ich möchte Sie ganz herzlich im historischen Rathaussaal der Stadt... zu Ihrer standesamtlichen Eheschließung begrüßen.



Ich habe mir viele Gedanken über meine kleine Ansprache an Sie gemacht, und möchte Ihnen heute nun ein paar heitere Gedanken mit auf den Weg geben, an die Sie sich hoffentlich gerne zurückerinnern.

Die Gedanken sind mir so nach und nach gekommen, als ich mir überlegte :“Warum und für was mag man sich eigentlich?

Haben Sie schon einmal bewusst darüber nachgedacht, warum gerade Sie ein Paar geworden sind?

Sie, Herr……, stellten fest, Frau ….ist eine Frau, die hat das Herz auf dem rechten Fleck, und auch Sie Frau ……, stellten dies bei Herr ……fest.



Sie haben ein Herz füreinander, das Ihnen hilft, manche kleine Schwäche zu verzeihen.
Ihr Herz ist weit und nicht kleinlich gegenüber dem anderen. Es pocht besonders beim Wiedersehen nach einer längeren Trennung und ist auch verantwortlich für die Wiedersehensfreude am Ende eines Arbeitstages.

Nun zum Auge:
Liebes Brautpaar, Sie haben schon vor gewisser Zeit ein Auge aufeinander geworfen.
Vielleicht sind Sie, Frau ……, Herrn …… schon bei Ihrem ersten Treffen ins Auge gestochen oder natürlich umgekehrt.
Wie hart dieser Ausdruck ins Auge gestochen doch ist, und doch ist etwas Wahres daran. Der eine war für den anderen etwas Besonderes und sie wollten sich nicht mehr aus den Augen verlieren, sondern sich möglichst oft treffen.
Die Augen sind für das Kennenlernen , aber auch im späteren Leben, besonders wichtig. Es gilt auch Kleinigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich zu sehen und manches bewundern anzuerkennen.
Vergessen Sie in der Partnerschaft nie, die Augen offen zu halten, die Bedürfnisse des anderen zu sehen und auch zu sehen, was macht der andere mir zuliebe.

Nach dem Herz und den Augen möchte ich auch noch über die Bedeutung der Ohren sprechen.
Kennen Sie das Sprichwort: Der hat ja Bohnen in den Ohren?- Das ist natürlich schlecht für die Partnerschaft: Sie sind ein Paar und ab heute sogar ein Ehepaar, weil Sie ein offenes Ohr haben für den anderen, für seine Sorgen, Ängste und Nöte, aber auch für die vielen Freuden im Leben, die der Partner ebenfalls nicht für sich behalten will.
Zuhören bedeutet aber auch, sich Zeit nehmen für den anderen.

Sie haben schließlich auch einen Mund und eine Stimme.
Sie sind nicht auf den Mund gefallen, sondern sagten irgendwann einmal zueinander, dass Sie sich lieben, dass der Partner einzig ist.
Und nicht zuletzt dient der Mund auch zum Küssen. Vergessen Sie daneben aber nicht, so manch kleines Kompliment über die Lippen zu bringen.



Mit Ihren Händen können Sie durch kleine Gesten ebenfalls Ihre Zuneigung ausdrücken.
Hände- zum Zuwinken, zum Streicheln, und gar manchmal kann ein fester Händedruck im richtigen Moment jedes Wort ersetzen.
Hand in Hand werden Sie heute als Ehepaar diese Räume verlassen und dabei feststellen: Unsere Beine haben auch eine wichtige Bedeutung!

Nicht immer ist es ganz leicht, den gleichen Schritt zu halten. Jeder entwickelt sich in der Partnerschaft weiter. Deshalb ist es wichtig, den anderen mitkommen zu lassen und auch auf sein Schritttempo Rücksicht zu nehmen.

Ich möchte nun zum Abschluss meiner kleinen Rede kommen und wünsche mir, dass Sie zwischendurch gerne einmal
- an Ihr Herz denken, das füreinander schlägt,
- an Ihre Augen, die dem Ehepartner liebevoll zuzwinkern,
- an Ihre Ohren, die Sie füreinander offen halten,
- an Ihre Hände, die stets gerne den anderen spüren,
- an Ihre Beine, die einen gemeinsamen Lebensweg eingeschlagen haben.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Ihre Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen und Sie es immer schaffen, kleine Ungereimtheiten und Krisen zu meistern und gerade in solchen kritischen Momenten an Ihre persönlichen Glücksmomente denken!


Ich habe ein Gedicht gefunden, dass ich immer wieder für eine Eheschließung passend finde und dass ich Ihnen gerne vorlesen möchte:

Unser Ja ist ein Ja!
Unser Ja ist kein Möglicher Weise,
kein Unter Umständen,
kein Probeweise.
Unser Ja ist kein Naja.
Unser Ja ist ein Ja zu uns
Wie wir sind
Und wie wir werden können!

Vergessen Sie nie, so weit die Erde Himmel sein kann, ist sie es in einer glücklichen Ehe!



 
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