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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (502)

Sehr geehrtes Brautpaar – verehrte Trauzeugen und Hochzeitsgäste!
ich begrüße Sie herzlich hier im Standesamt der Stadt ............

Ich möchte mich kurz vorstellen:
mein Name ist XXX und ich bin seit August 2007 Standesbeamtin hier bei der Stadt XXX.



Sie beide, Frau XXX und Herr XXX,
Sie haben sich heute hier eingefunden, um sich offiziell das Jawort zu geben. Wir wollen sozusagen Ihrem persönlichen Glück am heutigen Tage eine äußere Form geben.


Liebes Brautpaar,
vor kurzer Zeit, haben Sie hier in unserem Standesamt die Eheschließung angemeldet und hatten ein wenig Berührung mit der Verwaltung, zum Beispiel haben wir geprüft, ob bei Ihnen Ehehindernisse oder –verbote vorliegen. Dies ist nicht der Fall, und deshalb steht Ihrer heutigen Eheschließung nichts im Weg.

Ich beginne bei Eheschließungen immer gerne mit dem Zitat::
Die Ehe ist und bleibt die wichtigste Entdeckungsreise, die der Mensch unternehmen kann.
Sie beide, lB, kennen sich ja nun schon eine ganze Weile, Ihre Entdeckungsreise hat schon vor einigen Jahren begonnen. Sie haben bereits einiges miteinander erlebt und dabei erfahren, dass Sie gut miteinander auskommen.
Sie sind sich Ihrer Gefühle sicher, Sie wissen, dass Sie zusammenbleiben wollen.


Und Sie haben erfahren, dass eine enge Bindung wie die Ihre Zusammenhalt und Rückhalt gibt. Dies ist für jeden Menschen wichtig, auch und gerade in unserer heutigen Zeit, die doch auf vielen Gebieten von raschen Veränderungen und Unwägbarkeiten geprägt ist.










Natürlich muss ein Paar heutzutage nicht verheiratet sein, um eine glückliche Beziehung zu führen. Und es muss auch nicht verheiratet sein, um seinen Kindern ein Heim mit Geborgenheit und Wärme zu schenken. Viele Paare heiraten heutzutage nicht mehr.

Umso schöner ist es, dass Ihnen beiden dieser offizielle Schritt und die damit einhergehende Verbindlichkeit wichtig ist. Dieser Schritt beweist, wie viel Sie einander bedeuten und welch hohen Stellenwert Ihre Beziehung für Sie einnimmt. Was gibt es schließlich Schöneres als die Nähe zu dem Menschen, den man liebt? Und was gibt es Bedeutsameres als den inneren Zusammenhalt, den ein Paar oder eine Familie sich geben?
Denn das, was wir in einer Ehe und in der Familie suchen und finden, das ist die Gewissheit, uns aufeinander verlassen zu können.






Obwohl so eine Eheschließung mit vielen Gefühlen verbunden ist, so bleibt sie doch in erster Linie ein Verwaltungsakt. Und deshalb sollten wir uns, auch wenn es eine recht trockene Materie ist, ein wenig mit der rechtlichen Seite einer Eheschließung befassen.
1 Artikel erscheint mir hierbei am wichtigsten und gleichzeitig am interessantesten:



Das Recht zu heiraten und eine Familie zu gründen, ist ein Menschenrecht, niedergeschrieben unter Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
















An Ihrem Hochzeitstag, sgB, soll es nun nicht so bürokratisch zugehen!
Ich möchte, bevor ich zum wesentlichen Teil der Eheschließung komme, gerne ein paar persönliche Worte an Sie beide richten.

Heute ist für Sie, lB, und auch für Sie, liebe Gäste, ein besonderer Tag, denn eine Eheschließung ist nichts Alltägliches, sondern etwas zum Feiern und ich als Ihre Standesbeamtin werde heute öffentlich feststellen und beurkunden, dass Sie mit dem Jawort rechtlich verbundene Ehegatten sind.





Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, die geben uns Halt im Leben.

Diesen Satz hat einmal die Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach geschrieben. Ich finde, dass er ein treffendes Bild für die Ehe ist. Und nicht nur für die Ehe, sondern auch für die Familie.

Es gibt in diesem Satz eine Stelle, an der man unwillkürlich aufhorchen muss. Die Stelle überrascht, weil der Satz auf einmal ganz anders weitergeht, als er angefangen hat.
Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, so fängt er an. Jeder erwartet dann eigentlich eine Fortsetzung wie: denen geben wir Halt im Leben. Aber Marie von Ebner-Eschenbach formulierte es genau umgekehrt. Sie sagte: Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, die geben uns den Halt im Leben.

Und damit hat sie wirklich ein schönes Bild für die Ehe gefunden. Denn es zeigt, dass in einer Beziehung zwischen zwei Menschen nichts einseitig ist. Jeder Partner schenkt dem anderem etwas von sich und wird von diesem in gleichem Maße wieder beschenkt.
Halt geben und Halt bekommen ist eins.
Liebe geben und Liebe bekommen ist eins

Der Satz ist deshalb so ein schönes Bild, weil er das anspricht, was eine Ehe und eine Familie so wertvoll macht:

Die Familienmitglieder stehen zueinander und sind füreinander da, sie geben sich gegenseitig Wärme, Kraft und Geborgenheit.

Wenn die Menschen, die zusammengehören, sich auf diese Weise gegenseitig eine Stütze sind, dann ist die Beziehung oder dieFamilie der Ort, an dem sich jeder wohl fühlt und zu Hause ist.




Die Ehe hat auch heute noch einen hohen symbolischen Wert. Wenn ein Mann und eine Frau heiraten, dann haben sie sich nicht nur füreinander entschieden – sie bekräftigen und bestätigen diese Entscheidung öffentlich.
Heute hier in der Trauungszeremonie bringen Sie beide, sgB, zum Ausdruck, dass Sie zueinander „Ja“ sagen.
Für zwei Menschen, die sich lieben, ist die Ehe das gegenseitige Versprechen, auch in Zukunft füreinander da zu sein und zusammenzuhalten, sich auch in Zukunft zu achten und zu schätzen.

Und dieses Versprechen gilt in Ihrem Fall nicht nur für Sie beide als Ehepaar, sondern auch für Sie als zukünftige Familie.


SvB!
Ab heute sind Sie nun ein Ehepaar und im Sommer, wenn Ihr gemeinsames Kind das Licht der Welt erblickt, sind Sie eine Familie. Und damit ist viel Glück verbunden, denn Kinder sind die Sonne im Winter und der Regen in der Wüste.
Aber auf der anderen Seite sind Sie sich auch Ihrer Verantwortung bewusst, die Sie haben.
Denn jeder weiß, Kinder sind ein Anlass zur Freude, aber Kinder bringen auch manchmal Sorgen mit sich.
Doch mit Ihrer Entscheidung, den Bund fürs Leben zu schließen, bringen Sie zum Ausdruck, dass Sie gewillt sind, Freud und Leid miteinander zu tragen und zu bewältigen.
Denn mit einem verständnisvollen Partner an der Seite ist alles im Leben einfacher.



Sie beide, lB, möchten zeigen, dass sie die Verantwortung sich und Ihre Beziehung, aber auch für Ihre zukünftige Familie übernommen haben und ihr auch weiterhin gerecht werden wollen.


Eines dürfen Sie nicht vergessen, vB:
Was Ihre Liebe zueinander ausmacht, welche gemeinsamen Ziele Sie verfolgen, was Sie sich gegenseitig versprochen haben.

Uns zu dem, was Sie sich gegenseitig versprochen haben, passt sehr gut ein Gedicht von Christa Alden, das ich Ihnen jetzt gerne vorlesen möchte:
Es heißt:





DAS VERSPRECHEN

Ich will wachen, wenn Du müde bist.
Ich will erinnern, wenn Du vergisst.
Ich will schweigen, wenn Du recht hast.
Ich will sprechen, wenn Du irrst.
Ich will voran gehen, wenn Du zögerst.
Ich will stark sein, wenn Du versagst.
Ich will gehen, wenn Du allein sein musst.
Ich werde aber immer da sein, wenn Du mich brauchst.

Ich darf Ihnen zu Ihrem Entschluss, heute hier die Ehe miteinander einzugehen, gratulieren und Ihnen eine von Glück erfüllte Zukunft wünschen.



Mit diesen Worten möchte ich nun meine Ansprache beenden und komme damit zum rechtlich wirksamen Teil Ihrer Eheschließung:






Bei der Anmeldung der Eheschließung haben Sie sich darauf geeinigt, dass Sie keinen Ehenamen bestimmen möchten. Sie, Herr XXX und Sie, Frau XXX möchten jeweils Ihren Geburtsnamen behalten.
Hat sich an dieser Entscheidung etwas geändert?

Verlesen Namenserklärung

Unterschreiben















Nun bitte ich Sie beide, sgB, sich von Ihren Plätzen zu erheben, damit Sie sich das Eheversprechen geben können!


Ich frage ich Sie,
Herr XXX,
ist es Ihr freier Wille mit der hier anwesenden Frau XXX die Ehe einzugehen,
so antworten Sie mit „Ja“.


Nun frage ich Sie,
Frau XXX,
Ist es Ihr freier Wille mit dem hier anwesenden Herrn XXX die Ehe einzugehen,
so antworten Sie mit „Ja“.


Nachdem Sie beide, sgB, meine Frage mit „Ja“ beantwortet haben,
erkläre ich Sie nunmehr kraft Gesetztes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten.

Fotografen bereit:
Herr XXX, Sie dürfen die Braut jetzt küssen!


Liebe Frau XXX, lieber Herr XXX !
Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich!


SgB, sie haben Ihre Eheringe mitgebracht, die Sie als Zeichen Ihrer unendlichen Liebe zueinander tragen wollen. Dann können Sie sich jetzt gegenseitig die Ringe anstecken.


Liebes Brautpaar!
Nach dem Gesetz ist das Jawort entscheidend, Sie sind bereits verheiratet.

Nun kommen wir noch zu ein paar wichtigen Förmlichkeiten.


Ich lese Ihnen nun Ihren Heiratseintrag vor, bitte korrigieren Sie mich, falls etwas nicht stimmt.


Verlesen der Heiratsniederschrift/ Unterschrift



Liebes Brautpaar!
Zum Abschluss Ihrer Trauung möchte ich Ihnen noch alles Gute und viel Glück für Ihre gemeinsame Zukunft wünschen, und natürlich, dass Sie im Leben immer wieder gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen können.



STAMMBUCH
GLÜCKWÜNSCHE

 
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