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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (506)

Ich begrüße Euch alle sehr herzlich zur standesamtlichen Eheschließung hier im Trauungssaal der Markt/Gemeinde ...
Mein besonderer Gruß gilt natürlich den beiden „Hauptakteuren“ des heutigen Tages, ... und ....

Der - Für viele Leute ein ganz gewöhnlicher Samstag - für Euch beide wird es jedoch immer ein besonderer Tag bleiben. Nämlich der Tag, an dem ihr beide Euch „getraut“ habt - „JA“ zu sagen.

Dieses „Ja“ ist heute nicht bloß irgendeine Antwort, sondern hat eine ganz besondere Bedeutung.

Denn mit diesem „Ja“ sagt ihr vor allem:
„Ja“ zu Eurem gegenseitigen Vertrauen
„Ja“ zu Eurer gegenseitigen Liebe
„Ja“ zu eurem Sohn/Tochter ...

und vor allem sagt ihr
„Ja“ zu Eurer gemeinsamen Zukunft als eine Familie.

Dieses kleine, unscheinbare Wort „Ja“ sagt in diesem Fall mehr als 1.000 Worte. Es zeigt eure Bereitschaft, miteinander Glücklich zu werden, in EURER EHE bzw. in eurer FAMILIE.

Man kann also sagen: Ein kleiner formeller Akt für den Standesbeamten - aber ein großer Schritt für Euere gemeinsame Zukunft.

Wenn zwei Leute heiraten wollen, dann basiert das meistens auf einer ganz einfachen Grundlage: Sie lieben sich. Aber Liebe zwischen zwei Menschen ist keine Sache, die man einfach einschalten kann und dann ist sie für immer da. Vielmehr muss jeder seinen Beitrag leisten, um die liebe Aufrecht zu erhalten.

Am besten lässt sich das durch folgenden Text erklären, in dem die Liebe mit dem entzünden eines Feuers verglichen wird:

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Die Beziehung ist wie ein Feuer.
Am Anfang brennt es lichterloh, die Flammen lodern heiß und hoch. Wenn die Bedingungen stimmen, fangen, - nachdem das Stroh und das trockenes Papier weg sind - die dicken Holz-Scheitel zu brennen an.

In dieser Phase sind die Flammen zwar schon nicht mehr ganz so groß, entwickeln aber eine gleichmäßige Hitze über eine lange Zeit, in der man nicht nach dem Feuer schauen muss.

Aber dann kommt die Phase, in der man sich wieder mehr um das Feuer kümmern sollte, damit es nicht durch einen Zufall plötzlich ausgeht.
Man muss Brennholz nachlegen, am besten wieder große Scheitel, auf keinen Fall nur dürre Äste.
Verpasst man diese Gelegenheit, dann geht das Feuer in ein Glühen über - keine Flammen mehr, aber immer noch relativ viel Wärme. Man könnte das Feuer jederzeit wieder entfachen, wenn man möchte, ist aber noch von der Wärme überzeugt und zu faul dazu.

Doch leider hat man nicht bemerkt, dass in der Zwischenzeit das Brennholz ausgegangen ist und es bleibt einem nur zuzusehen, wie auch die letzte Glut langsam kalt wird. Wenn man jetzt versuchen möchte, die verkohlten Reste wieder zu entzünden, so hat man oft Schwierigkeiten damit.

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Eine Beziehung, eine Ehe, ist wie ein Feuer! Man muss immer Nachlegen, immer schauen, was der andere Braucht. Es darf nichts für selbstverständlich hingenommen werden, und man darf auch nicht in die Gewohnheit verfallen, nichts ändern zu wollen, weil es ja eh so passt wie es ist.

Man kann es auch so sagen: Das Feuer der Liebe soll übergehen in ein beständiges, behagliches Kaminfeuer. Und ihr beide seid zuständig dafür, dass dieses Feuer niemals ausgeht.


In einem Spruch heißt es:
Die Ehe ist ein jahrelanger Zweikampf,
der mit Ringen anfängt.

Probleme gemeinsam zu lösen - das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt für eine funktionierende Partnerschaft.

Eine Auseinandersetzung gehört zu jeder Ehe, ebenso wie die anschließende Versöhnung. Eine wichtige Grundlage dafür ist:

Miteinander reden können, das Problem rechtzeitig erkennen, und unter diesen Umständen einen vernünftigen Kompromiss miteinander erarbeiten.

Ansonst könnte es euch so ergehen wie Woody Allen in einem Zitat einmal behauptet hat:

„Zuerst versuchen die Frauen ihren Mann zu verändern, und dann jammern sie, dass er nicht mehr der Alte ist.“


Für die Zukunft wünsche ich Ihnen deshalb:
Verbringen Sie viel Zeit FÜREINANDER, und nicht nur miteinander.
Finden Sie die richtige Dosis der Toleranz, um sich gegenseitig zu achten, akzeptieren und zu lieben.


Und somit komme ich nun zu den gesetzlichen Bestimmungen einer Eheschließung:

Ich stelle fest, dass alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe erfüllt sind und ich ersuche Euch Beide zur Abgabe Eurer Erklärung von den Plätzen aufzustehen.

Ich frage dich...

Ich frage auch dich...

Nachdem Ihr nun vor Euren Zeugen erklärt habt, die Ehe miteinander einzugehen, spreche ich aus, dass Ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.


Zum Zeichen Eures Gelöbnisses steckt bitte einander gegenseitig die Eheringe an. Diese sollen Euch jederzeit an Euer heute abgegebenes Versprechen erinnern.

Weil die Fotografen schon bereitstehen darf sich das frischvermählte Brautpaar nun küssen!



Was Ihr beide Euch soeben mündlich versprochen habt, ist im Ehebuch der Markt/Gemeinde ... schriftlich festgehalten.
Ich werde nun diese Eintragungen vorlesen, und bitte Euch, diese anschließend mit Eurer Unterschrift zu bestätigen.





Liebes Ehepaar ...!


Ihr habt nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff „schließen“ im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend. Das klingt nach „abgeschlossen“ und „fertig“.

Ihr beide wisst es sicher besser, und auch alle Anwesenden werden das Bestätigen können:
Nämlich es ist genau umgekehrt! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen!
Deshalb meine ich, dass ihr heute Eure Ehe „eröffnet“ haben!

Ich wünsche Euch daher abschließend, dass ihr auch in späteren Jahren Eure Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit Liebe eröffnet.

In diesem Sinne darf ich Euch als erster ganz herzlich gratulieren, und Euch für Eure Zukunft alles Gute wünschen.

 
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