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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (508)

Sehr geehrte Frau ..., sehr geehrter Herr Dr. ....!

Ich begrüße Sie heute recht herzlich zu Ihrer Eheschließung im weihnachtlich geschmückten Trauzimmer des ...schlosses zu ....
Bei einem Paar, das bereits auf 28 gemeinsame Lebensjahre zurückblicken kann, fällt es nicht ganz leicht, die richtigen Worte zu finden, da Sie bestimmt genug Lebenserfahrung gesammelt haben, um zu wissen, worauf es in einer Partnerschaft ankommt.
Zudem ist es sicherlich auch überflüssig, hier von Toleranz, Vertrauen, Nähe und Liebe zu reden, wie ich es normalerweise bei einem sehr jungen Paar ansprechen würde. Was auf keinen Fall heißen soll, dass wir -und damit schließe ich mich auch ein- alt sind!
Gerade das und auch unsere Lebenserfahrung macht es vielleicht so schwierig, auf das Wort \"Liebe\" näher einzugehen, da dies ab einem bestimmten Zeitpunkt sicherlich ganz verschieden definiert wird. Für mich kann ich es nur so auslegen, dass ich bestimmt keine Schmetterlinge mehr im Bauch habe, wenn mein Partner abends nach Hause kommt. Ich genieße es aber und fühle mich wohl dabei, mit meinem Partner stundenlang fast wortlos durch den bunten Herbstwald zu wandern. Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass er es auch so sieht. Vielleicht sehen Sie es auch so?
Aber jetzt kommen wir endlich zum rechtlichen und wichtigsten Teil der Eheschließung, die Frage an die Verlobten und deren Beantwortung mit \"Ja\". Ich bitte Sie nun, sich mit mir von Ihren Plätzen zu erheben.
\"Möchten Sie, Herr Dr. ....., mit der hier anwesenden Frau...die Ehe eingehen? Dann beantworten Sie bitte meine Frage mit \"Ja\".
Nun frage ich Sie, Frau ..., möchten auch Sie mit dem hier anwesenden Herrn Dr. .... die Ehe eingehen?\" Dann antworten auch Sie bitte mit \"Ja\".
Nachdem Sie beide meine Frage mit\"Ja\" beantwortet haben, erkläre ich Sie nunmehr kraft Gesetzes zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten.
Ich darf Sie bitten, nun wieder Platz zu nehmen.
Leider geht es auch bei einer standesamtlichen Trauung nicht ganz ohne Formalitäten ab. Diesen kleinen Teil kann ich Ihnen nicht ersparen! Ich verlese nun die Erklärung zur Namensführung sowie den Heiratseintrag, der von Ihnen unterschrieben werden muß.
Es ist doch bei Ihrer Entscheidung geblieben, Ihre Geburtsnamen auch in der Ehe weiterzuführen?
Es erfolgt nun noch das Verlesen des Heiratseintrages: Unterschriften Eheleute Als schriftlichen Nachweis für Ihre Eheschließung erhalten Sie nun noch einen Auszug aus dem Famlienbuch sowie eine zusätzliche Bescheinigung, die von Ihnen nach Bedarf vorgelegt werden kann.

Für Ihre Eheschließung haben Sie sich die Weihnachtszeit ausgesucht und wir befinden uns in der Zeit der Geschenke. Überall stößt man auf Hektik oder man wird selbst davon erfasst.
Es gibt viele noble und teure Geschenke. Eines der sinnvollsten und vielsagendsten ist die eigene Zeit, weil man sie nicht vermehren kann, weil sie nicht käuflich ist, weil sie unwiederbringlich und kostbar ist. Schenken wir sie unserem Partner.
Für Ihr weiteres Eheleben wünsche ich Ihnen alles Gute. Möge Ihnen dieser Tag immer in angenehmer Erinnerung bleiben.
 
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