logout
TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (516)

Sehr geehrte Hochzeitsgäste,
sehr geehrte Eltern des Brautpaares, werte Trauzeugen, liebe ......., lieber ..........


ich darf Sie hier im Namen der Gemeinde ........... recht herzlich begrüßen.


Liebes Brautpaar,
Sie beide haben sich entschlossen zu heiraten und deshalb die Eheschließung angemeldet.

Die Ehe ist das öffentliche Bekenntnis einer streng privaten Absicht.
Bevor ich den gesetzlichen Teil dieses öffentlichen Bekenntnisses vornehme, darf ich Ihnen ein paar persönliche Worte mit auf den Weg geben.

Die Ehe ---- Start zu einem Marathonlauf, wenn man in seinem ganzen Leben noch keine 42 km gelau-fen ist.
Vielleicht kommt ihnen dieser Satz reichlich übertrieben vor, aber ich denke, dass er schon eine gewisse Wahrheit birgt.

Stellen sie sich einmal vor, sie haben die Absicht, gemeinsam an einem Marathonlauf oder an einer größere Bergwanderung teilzunehmen.
Somit begeben Sie sich in die Vorbereitungsphase. Sie trainieren jeden Tag ein wenig.


An einem Tag ist Ihre Kondition prima, aber Ihr Partner ist nicht so fit. Also warten Sie auf ihn und passen sich seinem Tempo an. Sie lassen ihn nicht auf halber Wegstrecke alleine zurück.
Vielleicht nehmen Sie ihm sein Gepäck ab, damit er es leichter hat.
Manchmal bleiben Sie gemeinsam stehen und blicken auf die bereits zurückgelegte Wegstrecke.
Vielleicht sind Sie ein wenig Stolz über das, was sie schon gemeinsam geschaffen haben.

An einem anderen „Wandertag“ oder „Lauftraining“ sind sie selbst nicht recht in Form. Also erwarten Sie, dass auch Ihr Partner Rücksicht nimmt oder gar ein Teil Ihrer Last für Sie übernimmt.
Eines jedoch haben Sie gemeinsam stets im Blick –
den Gipfel bzw. beim Marathonlauf – die 42-km- Marke.
Das ist Ihr gemeinsam erklärtes Ziel, dass Sie nicht aus den Augen verlieren.

Vergleichbar sollte es in einer harmonisch gelebten Ehe zugehen.
Man strebt einem gemeinsamen, persönlichen Ziel entgegen – im Allgemeinen – miteinander glücklich Alt zu werden.

Zu Beginn des Vorhabens – zu Beginn der Ehe – ist man unbelastet, voller Tatendrang und Energie.
Doch schon bald wird man feststellen, dass der Weg dorthin mit reichlich Hindernissen und Stolpersteinen versehen ist.

Es kommt Unvorhersehbares erschwerend hinzu, womit sie nicht gerechnet haben. Sie selbst werden sich mit den Jahren verändern. Dies alles gilt es, gemeinsam zu meistern.

Nun ist gegenseitige Hilfe und Unterstützung von Nöten. Das verlangt jedem von Ihnen beiden zeitweise wirklich alles ab. Das Gefühl – Wolke 7 – wird Opfer des Alltages. Jetzt beginnt die Prüfung – näm-lich die eigentliche Ehe.



Die Kunst der Ehe wird es sein, Ihren gemeinsamen Alltag glücklich und harmonisch zu erhalten.
Hierzu ist Wertschätzung, Vertrauen und Achtung sowie ständige, gegenseitige Rücksichtnahme unerlässlich.
Auch mal die Faust in der Tasche machen, des lieben Friedens Willen- ist absolut und immer wieder von Nöten. Das wird Ihnen nur dann nicht schwer fallen wenn sie feststellen, dass dies gegenseitig geschieht.


Liebes Brautpaar,
ich wünsche Ihnen lange, lange Jahre auf Wolke 7, ein Ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten angepasstes Marathontraining und dass sie Ihr gemeinsam erklärtes Ziel nie aus den Augen verlieren.



Liebe Eltern,
Ihre Gefühle mögen an diesem heutigen Tag ein wenig schwanken zwischen Stolz und Trauer – ja vielleicht sogar ein wenig das Gefühl von Abschied. Dies ist sicherlich verständlich.

Doch sehen Sie es einfach einmal aus einem etwas anderem Blickwinkel.


Sie werden heute durch diese Eheschließung nicht eine Tochter / Sohn verlieren sondern eine Tochter / Sohn heute dazugewinnen. Dazu noch einen Menschen, der Ihr Kind liebt, wie Sie beide es geformt und auf das Leben vorbereitet haben.

Sehen Sie also diese heutige Eheschließung zum einen als Bereicherung Ihrer Familien zum anderen auch als ein schönes Kompliment an Ihre Erziehung.

Nicht zuletzt jedoch aber auch dann als eine weitere Aufgabe, - nämlich dann, wenn Ihre Kinder Sie um Rat und um Ihre Lebenserfahrung fragen.

Man sagt: - Die Liebe ist Verantwortung eines ICH für ein DU –
und auch die Elternliebe versteht sich als Verantwortung eines WIR für ein EUCH.

Stellen Sie sich bewusst und gerne dieser Verantwortung.

Liebes Brautpaar,
wir kommen nunmehr zum gesetzlichen Teil Ihrer Eheschließung .
Ich darf Sie bitten aufzustehen

 
zurück zur Übersicht