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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (534)

Eheschließung auf der .....

Als Standesbeamtin der Stadt ...... begrüße ich Sie recht herzlich hier in der Pankratius-Kapelle auf der .......

Wir sind heute zusammengekommen, um einen ganz besonderen Augenblick im Leben dieser beiden Menschen mitzuerleben.

Frau M. und Herr H. möchten heute hier die Ehe miteinander eingehen. Ich freue mich, dass ich diesen wichtigen Tag als Standesbeamtin mitgestalten darf.

Für Ihre Eheschließung haben Sie sich ein stilvolles Ambiente ausgesucht. Sie möchten den großen Moment, in dem Sie sich für Ihre gemeinsame Zu-kunft entscheiden, nicht in einem nüchternen Verwaltungsgebäude erleben, sondern hier oben auf der historischen Burg. Mit der Wahl dieses außerge-wöhnlichen Heiratsortes machen Sie deutlich, dass Sie auch Ihre Verbindung als etwas Besonderes ansehen und geben ihr damit einen stimmungsvollen Rahmen.

Schon lange haben Sie sich auf den heutigen Tag gefreut, an dem Sie sich das Ja-Wort geben werden. Es wurde viel vorbereitet und geplant. Heute ist der Tag endlich da. Nun sind Sie bestimmt etwas aufgeregt, weil es ja ein großer Moment in Ihrem Leben ist.

Aber zur seelischen Unterstützung haben Sie Ihre Trauzeugen:
Frau Xund Herrn Y mitgebracht.

Heute wird es für Sie sozusagen ernst. Nun sagen Sie ganz offiziell, dass Sie sich füreinander entschieden haben und zusammenbleiben möchten. Sie ge-ben ein Stück Ihrer Ungebundenheit auf, weil Ihnen der andere Partner so viel bedeutet. Weil Sie miteinander glücklich sind, weil Sie bei dem anderen Verständnis und Vertrauen finden und weil Sie zusammen noch sehr viel mehr erleben möchten.
Für heute haben Sie sich entschlossen „Ja“ zu sagen. „Ja“ - ein so kleines Wort mit einer so großen Bedeutung Mit dem „Ja“, erklären Sie sich vor dem Gesetz, aber auch vor der Gesell-schaft bereit, für immer miteinander zu denken, zu planen, zu sorgen und zu entscheiden.
Ihr „Ja-Wort“ gilt dem Menschen, für den Sie sich entschieden haben. Damit sagen Sie: „Ich liebe Dich - so wie du bist - mit all’ den großen und kleinen Ecken und Kanten, die dich so einzigartig und für mich so liebenswert ma-chen.“ Mit Ihrem Ja-Wort vollendet sich heute nach außen hin, was Sie sich gegen-seitig schon vor einiger Zeit im Herzen versprochen haben – ein neuer Ab-schnitt in Ihrem Leben beginnt.
Das Leben in der Ehe kann reich und erfüllt sein, es zeigt sich aber auch von seiner weniger schönen Seite. Sie beide haben Ihre persönlichen Erfahrun-gen gemacht – sicherlich nicht nur schöne Erfahrungen, doch so etwas prägt und formt uns, vielleicht hinterlässt es auch Wunden. Doch unsere Erinne-rungen und Erfahrungen – die Guten wie die Schlechten – lassen uns reifen und machen uns zu dem Menschen, der wir sind, zu dem Menschen, den un-ser Partner, unsere Partnerin liebt.
Es bedeutet Mut, zeigt aber Ihre Liebe und Ihr Vertrauen zueinander, dass Sie heute bereit sind, das Wagnis „Ehe und Familie“ einzugehen.
Ja, die Ehe bedeutet auch ein Wagnis, das sich aber - mit Liebe, Vertrauen und etwas Glück - zum schönsten Abenteuer in Ihrem gemeinsamen Leben entwickeln kann.
Die Ehe kann man auch mit einer langen Reise vergleichen. Man lernt sich kennen und lieben und hat die Idee zu verreisen - zu heiraten. Wie bei der Reise bedarf es auch bei der Hochzeit einer gewissenhaften Planung und Vorbereitung. Die Vorstellungen, die beide Partner haben, müssen unter ei-nen Hut gebracht werden. Termine müssen geklärt, Papiere besorgt werden. Die große Frage „Wer soll dabei sein – wer soll mit uns reisen?“ muss be-antwortet werden.
Der große Tag kommt näher und die Aufregung wächst. Hat man auch wirk-lich nichts vergessen? Hat man an alles gedacht, was wichtig ist, für eine Reise ins Glück?
Dann plötzlich ist er da, der Tag auf den man so lange gewartet hat, die Rei-se ins Ungewisse beginnt. Was man geplant hat, dass weiß man – auch was man gerne erleben möchte. Ob jedoch alles so kommt, wie man es gerne hätte, ob alles so ist, wie man es sich vorstellt – wie man es gebucht hat -, das weiß niemand.
Auf Ihrer gemeinsamen Reise wird Ihnen immer wieder Neues begegnen. Sie werden neue Leute kennenlernen – auch Freunde und Verwandte Ihrer Part-ner, die Sie bisher noch nicht kannten. Man wird Ihnen gut gemeinte Ratsch-läge und Tipps geben, wie Sie Ihre Reise gestalten können – ein Freund gibt vielleicht Tipps für mehr Aufregung und Abenteuer, eine Freundin vielleicht für mehr Ruhe und traute Zweisamkeit!
Wichtig ist jedoch, dass Sie sich Ihr gemeinsames Ziel - Ihre Hoffnungen und Wünsche – immer vor Augen halten und an Ihren Ideen für eine schöne Reise und Ihr gemeinsames Glück glauben und festhalten.
Heute beginnt Sie nun, Ihre gemeinsame Reise ins Ungewisse – aber auch - dass wünschen wir Ihnen alle – Ihre Reise ins Glück.
Das Wörtchen „Glück“ wird Ihnen heute immer wieder begegnen. Freunde und Verwandte, Nachbarn, Kollegen – viele werden Ihnen Glück für die ge-meinsame Zukunft wünschen.
Manch einer denkt vielleicht auch an alte Bräuche und wird Sie damit über-raschen:
z.B. an die alte Tradition des Blumen- und Reisstreuens vor der Kirche, an den Schornsteinfeger der die Braut küssen soll oder an das Hufeisen, das über der Tür hängt - all’ dies sollen Symbole für das Glück sein, das Ihnen heute sicher jeder wünscht.
Ich hoffe Sie erinnern sich auch heute an Ihrem Polterabend an den alten Brauch, dass Scherben Glück bringen sollen.
Heute Morgen habe ich Ihre schöne Anzeige in der Zeitung gesehen. Auch Ihre Eltern haben sich Gedanken über Ihr Glück gemacht: Das Glück ist dazu da, dass man es teilt!
Und Sie teilen das Glück ja schon etwas länger miteinander.
Wie Sie mir erzählt haben, kennen Sie sich schon fast 10 Jahre. Eine lange Probezeit. Und da auch Ihr Zusammenleben seit Jahren bestens harmoniert, ist es nun wirklich Zeit „Nägeln mit Köpfen“ zu machen.
Im täglichen Zusammenleben gilt es immer wieder Kompromisse einzuge-hen. Man ist zwar ein Paar und versteht sich als „Wir“ aber jeder hat seine eigenen Interessen und Wünsche, denen er nachgehen möchte.

Wie ich erfahren habe, sind Sie Frau M die Musikalische von Ihnen beiden. Sie spielen Akkordeon in einem Orchester.
Da Sie sicher auch mal zu Hause üben oder Herr H. Sie zu einem Konzert begleitet, wird Ihnen beiden der Unterschied von Missklängen und Harmo-nien bekannt sein.

Sollte es einmal Missklänge in Ihrer Ehe geben, dann versuchen Sie, sich an die Glücksmomente in Ihrer Beziehung zu erinnern. Gehen Sie aufeinander zu, reden Sie miteinander, gehen Sie Kompromisse ein. Umgehen Sie die Missklänge und finden Sie Harmonien. Wenn Sie mit diesen Harmonien sorg-fältig umgehen und diese pflegen, wird sich vieles zum Guten wenden.

Glücksmomente können uns täglich begegnen. Es kann das Gesicht des schlafenden Partners sein, das man voller Liebe betrachtet. Es kann die Hilfe sein, die Sie von einem anderen Menschen erhalten, wenn es Ihnen einmal nicht so gut geht oder aber auch die Hilfe, die Sie einem anderen geben können:
das Gefühl nicht nutzlos zu sein und gebraucht zu werden.
Glücksmomente können uns in alltäglichen Situationen begegnen. Es liegt an Ihnen, diese Momente täglich ausfindig zu machen, sie zu erkennen und sich daran zu erfreuen.
Patentrezepte für eine glückliche und harmonische Ehe gibt es natürlich nicht, sture Regeln sind weder zumut- noch anwendbar.
Geduldig zuhören zu können, trösten, Mut zusprechen, offen und ehrlich ein-ander zu begegnen - auch das können Glücksmomente sein und sind wichti-ge Bestandteile einer Ehe.
Die Ehe bedeutet ein stetiges Geben und Nehmen:
Mut, Kraft und Vertrauen in schwierigen Situationen, die sich gemeinsam sicher besser tragen und verkraften lassen; Fröhlichkeit, Freude und Humor für schöne Zeiten, die zusammen erlebt viel mehr Spaß machen; Achtung, Toleranz und Dankbarkeit im Alltag, der gemeinsam einfacher zu meistern ist.
Solange sich dieses Geben und Nehmen die Waage halten, und jeder bereit ist, zu geben, aber auch zu nehmen, steht einer glücklichen und dauerhaften Ehe nichts mehr im Wege.
Wenn Sie sich gegenseitig durch Ihre Liebe und Treue stützen, gemeinsam leiden aber auch lachen und sich freuen können, dann schaffen Sie es sicherlich immer wieder neue Glücks-momente zu finden, sie festzuhalten und eine glückliche Partnerschaft aufzubauen - und es werden Ihnen viele harmonische Tage sicher sein.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Reiseziel erreichen, dass Ihre Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen und Sie es immer schaffen, kleine Unge-reimtheiten und Krisen zu meistern und gerade in solchen kritischen Momen-ten an Ihre Glücksmomente zurückdenken.

Ich freue mich, dass ich Ihrer Entscheidung miteinander die Ehe einzugehen, heute rechtliche Bedeutung geben darf und bitte Sie, sich von den Plätzen zu erheben.

Über die möglichen Formen der Namensführung wurden Sie bereits bei der Anmeldung zur Eheschließung informiert. In der Niederschrift wurden Sie befragt, ob Sie eine Erklärung darüber abgeben möchten, welchen Ehena-men Sie führen werden. Sie haben sich für den Namen H. entschieden. Falls sich Ihre damals geäußerte Absicht inzwischen geändert hat, müssten Sie mir das jetzt bitte mitteilen.


Da dies nicht der Fall ist, frage ich zuerst Sie, Herr H. Ist es Ihr freier Wille, mit der hier anwesenden Frau M. die Ehe einzugehen, dann antworten Sie bitte mit „Ja“.

Möchten auch Sie, Frau M., mit dem hier anwesenden Herrn H. die Ehe ein-gehen, dann antworten Sie bitte mit „Ja“.

Da Sie beide meine Frage übereinstimmend mit „Ja“ beantwortet haben, stelle ich fest, dass Sie kraft Gesetzes rechtlich verbundene Eheleute sind.

Die Ringe sind schon in alten Zeiten das Symbol für die Ehe gewesen.
Denn ein Ring hat keinen Anfang und kein Ende, so wie Ihre gegenseitige Zuneigung auch kein Ende haben soll. Als Zeichen Ihrer Verbundenheit ste-cken Sie sich nun bitte die Ringe an.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt für den Hochzeitskuss gekommen.

Sie können sich jetzt wieder setzen, nun sind noch ein paar Formalitäten zu erledigen...


Auf Ihrer gemeinsamen Reise ins Eheglück wünsche ich Ihnen alles Gute und hoffe, dass ich etwas dazu beitragen konnte, dass Ihnen der heutige Tag in positiver Erinnerung bleibt.

 
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