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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (535)

Sehr geehrtes Brautpaar,
geschätzte Trauzeugen und Gäste


Sie sind heute hier im Standesamt in … zusammengekommen, um bei einem wichtigen Ereignis im Leben zweier Menschen, nämlich der Eheschließung von Frau … und Herrn … dabei zu sein.

Besonders begrüße ich die Eltern der Brautleute und die beiden Trauzeugen, Frau … und Herrn ….

Meinen ganz besonderen Willkommensgruß richte ich aber an das Brautpaar.
Ich heiße dich liebe … und dich lieber … herzlich willkommen.

Ihr beide, liebes Brautpaar, wollt euch heute ganz offiziell das Jawort geben. Ihr lebt bereits seit längerer Zeit zusammen, ihr habt auch schon eine gemeinsame Tochter, Eure …, und wollt nun auch vor dem Gesetz als Paar gelten.

Auch wenn es noch ein paar Erleichterungen durch die Eheschließung geben mag, so steht hinter dem Heiratswillen doch der Wunsch, nach außen hin und auch durch einen gemeinsamen Namen zu dokumentieren, dass man als Paar und Familie zusammengehört.

Ihr kennt euch schon länger, habt bereits einiges miteinander erlebt und dabei erfahren, dass ihr gut miteinander auskommt. Ihr seid euch eurer Gefühle sicher, ihr wisst, dass ihr zusammenbleibt.
Und ihr habt erfahren, dass eine enge Bindung bzw. die Familie Zusammenhalt und Rückhalt gibt. Dies ist für jeden Menschen wichtig, - auch und gerade in unserer heutigen Zeit, die doch auf vielen Gebieten von raschen Veränderungen geprägt ist.
Dann braucht jeder Mensch einen Ort, wo er angenommen und akzeptiert wird, so wie er ist – mit all seinen Fehlern und Schwächen – und wo er aufgefangen wird, wenn er anderswo Konflikte durchstehen muss.
Zudem braucht jeder, vor allem wenn er Kinder hat, eine Lebensgemeinschaft, die darauf angelegt ist, auch den Alltag zu organisieren.
Und damit ist die klassische Rolle der Familie beschrieben.

Wahrscheinlich hat die Familie, trotz mancher Experimente mit anderen Beziehungsformen, sich gerade deshalb behauptet, weil sie für den Einzelnen diese wichtigen Funktionen übernehmen kann. Sie erfüllt Bedürfnisse, denen andere Bindungen oder Institutionen nicht in dieser Form Rechnung tragen können. Und damit wird sie für den Einzelnen zu einem Bereich, in dem er in vielerlei Hinsicht gut aufgehoben ist.

Diese Geborgenheit möchten Eltern, natürlich zuallererst ihren Kindern vermitteln. Sie möchten, dass ihr Kind gut aufgehoben ist und weiß, an wen es sich immer wenden kann. Es soll spüren und wissen, wohin es gehört.

Liebes Brautpaar

Lieben heißt Zeit haben für den anderen, für seine Sorgen und Nöte, aber auch für seine Freuden. Liebe ist ein Wechselspiel von Geben und Nehmen. Das lässt sich vor allen Dingen in der Familie mit Kindern erfahren.
Clemens von Brentano hat das natürlich viel schöner formuliert als ich:

„Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.“

Aber der Reichtum der Ehe ist nicht in materiellen Dingen zu finden, sondern in den Gefühlen,

• sich loslassen zu können und doch getragen zu sein,
• Fehler machen zu können und diese verziehen zu bekommen
• Halt zu geben und Halt zu finden
• Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren aber besonders
• Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren.

Lasst diese Gedanken in euch wirken mit einem Gedicht von Jörg Zink, über das Glück und ich darf euch damit alles Gute für eure Partnerschaft wünschen:

Ich wünsche dir Glück
Was soll ich dir besseres Wünschen können?

Es ist wichtig, dass du glücklich bist.
Ein glücklicher Mensch ist schöner,
er ist freundlicher, gütiger.
Er ist einverstanden mit sich und seinem Geschick.
Es geht mehr Frieden von ihm aus und mehr Weisheit.
Es ist wichtig, dass wir glücklich sind.

Aber wo sind die Quellen des Glücks?
Das müsste man wissen.
Denn es ist nicht leicht, es zu finden,
und manchmal sieht es anders aus,
als wir es uns ausmalen.
Ich wünsche dir aber, dass du es findest.

Ich wünsche Euch, dass ihr und eure … viele Momente des Glücks habt und auch Eure Hochzeit so ein glücklicher Tag ist, an den ihr euch gerne zurückerinnert.

Deshalb möchte ich nun zum wichtigsten Teil dieser Amtshandlung kommen und ich darf das Brautpaar und die Trauzeugen bitten, sich von den Plätzen zu erheben:

Ich frage dich werter Bräutigam …, willst du aus eigenem und freiem Willen die Ehe mit Frau … eingehen, dann antworte bitte mit JA.

Ich frage auch dich liebe Braut …, willst du aus eigenem und freien Willen die Ehe mit Herrn … eingehen, dann antworte auch du bitte mit JA.

Wertes Brautpaar, ihr habt nun die Ehe nach den Vorschriften des Gesetzes geschlossen, ihr seid Mann und Frau geworden. Ich freue mich aussprechen zu können, dass ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.
Die Eheschließenden haben den Familiennamen des Mannes zum gemeinsamen Familiennamen bestimmt.

(Die Braut darf geküsst werden)

Anlässlich eurer Hochzeit wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und euch anschließend bitten, diesen Eintrag mit euren Unterschriften zu ergänzen.


Sehr geehrtes Brautpaar!

Ihr habt nun die Ehe geschlossen. Ich persönlich finde den Begriff „Schließen“ im Zusammenhang mit der Ehe gar nicht so passend.
Das klingt nach „abgeschlossen, Fertig“, da braucht man nichts mehr dazu beitragen. Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem all jene, die heute mitgekommen sind und selbst verheiratet sind werden das bestätigen können:
Nämlich, es ist genau umgekehrt! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen!
Deshalb meine ich, dass ihr heute Eure Ehe „eröffnet“ habt!

Ich wünsche euch daher abschließend, dass ihr auch in späteren Jahren eure Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit Liebe eröffnet.
So möge mit dieser Stunde eine glückliche Ehe beginnen, das wünsche ich euch von ganzem Herzen.
Abschließend darf ich noch die besten Wünsche des Bürgermeisters übermitteln.
 
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