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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (538)

Ich möchte euch, liebes Brautpaar zur standesamtlichen Trauung sehr herzlich begrüßen!

Begrüßen möchte ich auch eure Trauzeugen, eure Familie und eure Freunde die euch heute begleiten.

Liebe Gabi! Lieber Gabriel!
Ihr seid heute hierher gekommen, um zueinander ja zu sagen, um miteinander den Bund der Ehe einzugehen.

Das Wort Ehe bedeutet ursprünglich „Recht oder Gesetz“. Daher können wir auch besser verstehen warum die Ehe ein Vertrag ist. Menschen die sich Lieben haben ein Bedürfnis ihre Liebe öffentlich zu zeigen. Die Ehe ist für uns das öffentliche Bekenntnis zweier Menschen zu einander.

Und Trauung hängt zusammen mit Vertrauen, mit tiefem Vertrauen. Ohne Vertrauen kann man nicht heiraten. Wenn man heiratet und sich traut, will man einander Geborgenheit geben.

Wenn man heiratet und sich traut, will man ein Leben lang den selben Weg gehen, durch gute und durch schlechte Tage. Heiraten heißt: bei einem Menschen zu Hause sein und Geborgenheit finden für das Leben.

Denn wenn sich zwei Menschen wirklich gern haben, kann ihr Haus zusammenfallen, und sie haben immer noch ein zu Hause. Eine gute Ehe ist ein sicheres zu Hause, und sei es auch in einer Hütte. Eine gute Ehe ist die beste Garantie für eine glückliche Familie.

Treu heißt ursprünglich „Stark, fest wie ein Baum“. Wer den Mut hat, sich dem anderen anzuvertrauen, der hat die Hoffnung, dass das Vertrauen, das daraus entsteht, ein fester Halt wird, an dem er sich halten kann, der ihm Sicherheit schenkt, auf den er sich verlassen kann. Genau wie ein Baum wächst und so immer fester wird, so muss auch das Vertrauen wachsen.

Liebe und Treue können in Sturm geraten.

Es gibt Tage, da trägt man einander auf Händen, begeistert ohne Sorgen. Es werden Tage kommen, da muss man einander er-tragen, und Tage, an denen es nicht mehr geht, an denen gar nichts mehr geht.

Durch dumme Fehler geht etwas in die Brüche. Es entstehen Risse, und durch sie kommt die Nacht ins Herz und ins Zuhause.

Da möchte man etwas sagen und bekommt doch kein Wort über die Lippen.
Man möchte eine Hand ausstrecken, doch sie ist starr wie Eis. Man möchte umarmen und bleibt versteinert wie ein Standbild. Man möchte vergeben und sagt doch: Warum hast du das getan?

In solchen Tagen gibt es nur eine Lösung: Geduld, viel Geduld und Suche nach Versöhnung. Der Partner macht Sachen, die unbegreiflich sind, und man denkt: Wie ist so etwas möglich?
In dieser Zeit kämpft man um die Liebe und lernt, dass der andere eine eigene Welt in sich trägt, die in ihrem tiefsten Kern immer seine Welt bleibt.

 
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