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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (540)

Liebes Brautpaar, werte Gäste
nach diesem besonderen musikalischem Auftakt möchte ich Sie rechtherzlich hier im Standesamt willkommen heißen.

Wir alle haben uns hier eingefunden um einen Ereignis beizuwohnen, durch welches Herr und Frau ihrem Zusammenleben heute durch ihr Ja-Wort eine rechtliche Grundlage geben.
Im Vorfeld des heutigen Tages war es meine Aufgabe die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu prüfen. Im Ergebnis ist zu sagen, dass rechtliche Belange ihrem Ehebund nicht entgegen stehen.

Nun gibt es neben den Rechtsfragen auch noch den anderen, den privaten Teil, den Sie beide liebes Brautpaar selbst beigetragen haben.

Angefangen hat alles im Jahr, als Sie Herr für die Band auf der Suche nach einer Sängerin waren und schließlich bei Frau vor der Tür standen.
Nun, gibt es im Leben viele flüchtige Begegnungen, denen wir keine Bedeutung zumessen. Viele Menschen trifft man ohne dass es von Gewicht oder Wert für die eigene Zukunft ist.
Es gibt aber auch die Begegnungen, die für uns und unser Leben wichtig sind, bei denen etwas passiert und von denen etwas abhängt.
Solch eine Begegnung war Ihr erstes Zusammentreffen, wenngleich zum damaligen Zeitpunkt dies Ihnen sicher noch nicht bewusst war.

Die Musik spielt in Ihrer beider Leben bis heute eine wichtige Rolle, denn beide sind sie Mitglied bei den.
Ehe und Musik haben dabei vieles gemeinsam.
Der Takt ordnet in der Musik die Noten, er teilt die Melodie in Abschnitte, die Notenwerte geben das tempo an.
Ihre beiden Herzen, so sagten sie mir, schlagen stets im gleichen Takt. Gemeinsam bestimmen Sie so im Gleichklang Ihr eheliches Zusammenleben.
Doch wie in der Musik wird es auch in Ihrem zukünftigen Zusammenleben Abschnitte geben, die Ihnen beiden viel abfordern und bei denen man schnell den Mut verliert, aber im gegenseitigen Vertrauen und in Rücksicht aufeinander werden sie sie gekonnt meistern und so mit neuen Schwung munter die Melodie des Lebens wieder fröhlicher gestalten.
Der Rhythmus belebt die Musik, manchmal ist er mitreißend, manchmal bedächtig und langsam.
Sie beide schwingen sich ein in Ihren gemeinsamen Eherhythmus, erleben den Wechsel erfrischend und belebend. Er bindet sie so aneinander, gemeinsam schwingen sie abwechslungsreich durch Ihr eheliches Leben.

Liebes Brautpaar Sie haben sich beide bewusst zu Ihrer Eheschließung entschieden, Ihr Gang zum Standesamt ist reiflich überlegt.
Ihre Eheschließung heute ist die öffentliche Antwort auf Ihre zukünftige Absicht, gemeinsam durch das Leben zu gehen. Ihre Antwort ist angemessen und zielbewusst, sie ist vor allem verantwortungsbewusst.

Dabei nehmen Sie beide ihre bisherigen Erfahrungen mit in die neue Ehe.
Sie beide sind sich der gegenseitigen Verantwortung bewusst, die Sie beide heute füreinander und für die Zukunft übernehmen und die Achtung voreinander wird ihr eheliches Zusammenleben kennzeichnen.
Sie achten Ihren Ehepartner in seiner Einmaligkeit und in seinem Anderssein.

Ihre Achtung voreinander, liebes Brautpaar, gibt Ihnen gleichzeitig das Gefühl der Geborgenheit.
Durch die Eheschließung verbinden Sie sich eng miteinander, Sie gehen eine Schicksalsgemeinschaft ein.
Was den einen trifft, betrifft auch den anderen.
Gemeinsam einander bergend und schützend sind Sie gerüstet für das zukünftige Eheleben und stark für alles, was Sie trifft und auf Sie zukommt.
Ihre Ehe schafft Ihnen ein bergendes Zuhause.
Und innere Zufriedenheit erwächst aus der menschlichen Geborgenheit.

Nun, ich möchte Ihnen über den Sinn und Zweck der Ehe keine weiteren Belehrungen erteilen und bevor sie beide sich nun gleich Ihr Jawort geben möchte ich abschließen einen Herrn Abraham a Santa Clara zitieren:

Die Eheleute müssen gute Zähne haben, denn sie müssen sich gar oft etwas verbeißen.
Die Eheleute müssen gute Finger haben, denn sie müssen gar oft durch dieselben schauen.
Die Eheleute müssen einen guten Rücken haben, denn sie müssen gar oft viel ertragen.
Die Eheleute müssen einen guten Magen haben, denn sie müssen gar oft viele harte Brocken schlucken.
Die Eheleute müssen eine gute Leber haben, denn es kriecht ihnen gar oft etwas darüber.
Die Eheleute müssen gute Füße haben, denn es drückt der Schuh gar vielfältig.
Mit einem Wort: Geduld, das ist die erste Haussteuer, so die Eheleute haben müssen.

Mit diesen Worten möchte ich meine Ansprache beenden und Ihrem Wunsch nach ehelicher Bindung nunmehr nachkommen.

 
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