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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (545)

Liebes Brautpaar –Frau XY und Herr YX-, liebe Trauzeugen und sehr geehrte Gäste,

wir sind heute zu diesem feierlichen Anlass zusammengekommen und ich heiße Sie als Standesbeamtin der Stadt XX hier im historischen Ratsaal herzlich will-kommen. Mein Name ist XXX und ich nehme seit ca. zwei Jahren zusätzlich Aufgaben als Standesbeamtin wahr. Für mich ist es aber immer noch etwas ganz besonderes, wenn ich die Ehe zwischen zwei Verlobten miteinander schließen darf.

Sie beide wollen sich heute Ihr Jawort geben und damit Ihrer Verbindung eine größere Verbindlichkeit geben.

Wohl nur den wenigsten unter uns ist es vergönnt, mit der ersten großen Zuneigung zu einem Partner auch das große Lebensglück zu treffen. Das Leben geht, wie wir alle wissen, oft recht seltsame Wege, bis zwei Menschen zueinander finden und sich fragen, warum eine Begegnung nicht schon vor Jahren möglich war.

Vielleicht haben Sie sich heute daran zurück erinnert, wie Sie sich kennen gelernt haben. An die erste Verliebtheit, an das Kribbeln im Bauch, an das Glück, einander zu treffen. Oder an den Moment, wo Sie erstmals deutlich empfanden: Der ist der Richtige beziehungsweise die ist die Richtige für mich; ich habe den Menschen gefunden, mit dem ich mein Leben verbringen kann.

Sicher haben Sie am Anfang viele Gemeinsamkeiten entdeckt, doch irgendwann gab es dann wohl auch die erste Auseinandersetzung. Vielleicht war das ein schwieriger Moment in Ihrer noch jungen Beziehung, aber Sie sind nicht voreinander weggelaufen, sondern haben sich wieder versöhnt. Das Gefühl zusammenzugehören war stärker als die Meinungsverschiedenheit.

Und wahrscheinlich haben Sie einander durch die Auseinandersetzung sogar besser kennen gelernt und sich mit ihren Stärken, aber auch mit ihren Schwächen vertraut gemacht. So haben Sie dann vielleicht sogar einen neuen Zugang zueinander gefunden und Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl noch verstärkt.

Das Gefühl der Zusammengehörigkeit gibt beiden Eheleuten Rückhalt, Sicherheit und Geborgenheit. Es beruht auf der Gewissheit, zusammen am besten durchs Leben zu kommen. Die Ehe ist dann wie ein sicherer Hafen, in den beide immer einlaufen können, um zur Ruhe zu kommen oder um neue Kraft zu tanken. Und dadurch setzt das Gefühl der Zusammengehörigkeit auch neue Energien frei.

Es ist die Basis, von der aus sich Schwierigkeiten gut überwinden lassen. Denn wenn zwei Menschen zusammenhalten, werden sie gemeinsam den Problemen schon zu Leibe rücken können. Sie werden sich gegenseitig unterstützen und aufmuntern oder gemeinsam nach Lösungen suchen. Denn das beruht ja auf der Erfahrung, dass der andere für sie da ist, sich für alles interessiert, was sie bewegt, und sich mit ihnen über Schönes freut.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist das, was eine Beziehung trägt, es ist das, was immer bleibt. Die Liebe, die beide füreinander empfinden, wird sich im Lauf der Jahre wandeln; ebenso werden die Ziele, die beide miteinander verfolgen, mit der Zeit in eine andere Richtung gehen. Und auch die Eheleute selbst werden sich verändern, im Aussehen, in den Meinungen und Interessen, so wie auch ihr Lebensumfeld Veränderungen erfährt.

Das Bleibende jedoch liegt darin, dass beide sich diesem Leben gemeinsam stellen und immer wieder die gegenseitige Nähe suchen. Jeder Konflikt, den beide gemeinsam bewältigt haben, und jeder Erfolg, den beide gemeinsam errungen haben, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wie auch jedes andere schöne Erlebnis, das beide zusammen erfahren, oder die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Gestärkt wird es schließlich auch durch die gemeinsamen Erinnerungen. Wie die Erinnerung an die erste Begegnung oder das erste Rendezvous und an das, was einen von Anfang an am anderen fasziniert hat.

Jedes Paar hat ein Bild von sich als Paar. Das eine betont vielleicht, dass beide viel gemeinsam machen, das andere legt Wert darauf, dass beide ziemlich eigenständig agieren. Das eine Paar mag seine Konfliktfähigkeit hervorheben, das andere sein harmonisches Miteinander. Was es auch sein mag - all diesen Bildern liegt zugrunde, dass diese beiden Menschen davon ausgehen, zusammenzugehören und sich dem Leben gemeinsam zu stellen.

Ich möchte Sie nun fragen, ob Sie bereit sind, sich ihr gegenseitiges Eheversprechen zu geben und darf Sie nun bitten, sich von Ihren Plätzen zu erheben.

 
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