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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (546)

Liebes Brautpaar, sehr geehrte Gäste, ich begrüße Sie herzlich hier im Trausaal unserer Gemeinde.

Ein Hochzeitstag ist immer ein schöner Tag - und ein Tag, der mit vielen Erwartungen und Hoffnungen verbunden ist. Denn zwei Menschen versprechen sich ja nun in aller Öffentlichkeit, zusammenzubleiben und ihr Leben miteinander teilen zu wollen; zwei Menschen sind davon überzeugt, miteinander glücklich zu werden.
Sie fühlen sich zueinander hingezogen und miteinander verbunden. Sicher lässt sich viel benennen, was in Ihren Gefühlen füreinander und bei Ihrem Entschluss zu heiraten eine Rolle spielt. Doch bestimmt werden Achtung und Vertrauen eine wesentliche Rolle spielen. Und deshalb möchte ich Ihnen beiden vor Ihrer Trauung dazu noch ein paar Worte sagen.
Denn Vertrauen zueinander und Achtung voreinander machen die Basis einer gelungenen Ehe und einer glücklichen Liebesbeziehung aus.
Da die Dichter über Liebe und Ehe besonders treffend sprechen können, möchte ich an dieser Stelle Heinrich von Kleist zu Wort kommen lassen, der die Auffassung vertrat:
Vertrauen und Achtung, das sind die beiden unzertrennlichen Grundpfeiler der Liebe, ohne welche sie nicht bestehen kann; denn ohne Achtung hat die Liebe keinen Wert und ohne Vertrauen keine Freude.
Im Grunde ist es ja ganz selbstverständlich, denjenigen, den man liebt, auch zu achten und ihm zu vertrauen.
Liebe wie Achtung schließen ein, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist, also mit allen Stärken, aber auch mit allen Schwächen. Liebe wie Achtung bedeuten darüber hinaus, den anderen zu schätzen; vielleicht sogar bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu bewundern.
Achtung vor dem anderen schließt aber auch ein, es zu akzeptieren, wenn der andere anders denkt und handelt, als wir es selbst tun. Wenn er eine andere Meinung vertritt, andere Interessen oder Ziele verfolgt. Das ist schließlich auch in einer Ehe ganz normal, denn zwei Menschen, die völlig übereinstimmen, die gibt es nicht. Vielleicht wäre das ja auch langweilig.
In einer Ehe kommen also zwei Individuen mit jeweils eigenen Vorstellungen zusammen, die bereit und fähig sind, eine gemeinsame Linie zu finden, um sich ein gemeinsames Leben aufzubauen beziehungsweise um ihr Leben miteinander zu teilen.
Und hierbei nun ist Vertrauen sehr wichtig. Denn wenn ich mein Leben mit jemandem teile, dann will ich dem anderen trauen können, dann vertraue ich im Grunde darauf, dass für den anderen die Beziehung genauso wichtig ist wie für mich selbst.
Wenn zwei Menschen einander lieben und zusammenleben, dann wollen sie einander alles anvertrauen können, was sie bewegt. Dann erwarten sie, dass der andere sie versteht und zu ihnen hält. Dann vertrauen sie darauf, dass der andere sie ernst nimmt und, wie sie selber, Zeit und Aufmerksamkeit in die Beziehung investiert.
Sie bilden mit dem anderen sozusagen eine Insel, wo sie sich sicher und gut aufgehoben fühlen, wo sie offen miteinander umgehen und über alles reden können. Was gerade heute sehr wichtig ist, wo die Menschen in Beruf und Gesellschaft oft nur danach beurteilt werden, wie gut sie funktionieren, wo sie oft auf taktisches Verhalten oder Gleichgültigkeit stoßen. Doch jeder braucht auch Vertrauen und Zuneigung, jeder sehnt sich nach dem, was enge zwischenmenschliche Beziehungen immer noch ausmachen.
Achtung und Vertrauen machen den Kern der Liebe aus; und die Menschen, die einander achten und vertrauen können, haben etwas Wertvolles in ihrem Leben gefunden. Achtung und Vertrauen machen aus der Liebe etwas Dauerhaftes, etwas, das über einen ersten Eindruck und eine rasche Verliebtheit weit hinausreicht. Und damit sind sie auch Garanten einer glücklichen Ehe.
Um Ihre Ehe nun zu schließen, bitte ich Sie, sich von den Plätzen zu erheben ...
(Trauformel)
Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihren gemeinsamen Lebensweg.


 
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