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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (570)

Das kleine Wort „Ja“

Liebes Brautpaar,

recht herzlich darf ich Sie beide ihre Trauzeugen sowie die anwesenden Gäste hier in diesem Raum begrüßen, der den meisten in erster Linie dadurch bekannt ist, dass hier ein kurzes Wort, zweimal ausgesprochen, Liebespaare zu Eheleuten macht.

Es geht also um das kleine Wort „Ja“, das Sie für sich als das richtige Wort angenommen haben. Und dieses entscheidende Wort möchte ich auch zum Mittelpunkt meiner kleinen Ansprache an Sie beide machen.

Dieses Wörtchen wird Sie heute verbinden vor der Gesellschaft, in der wir leben, vor dem Recht, das uns gegeben ist, und vor dem Staat, für den verheiratete Paare in vielem etwas anderes sind als die, die das Wörtchen „Ja“ noch nicht für sich entdecken konnten.

So kurz das Wort, so groß sind die Veränderungen, die es herbeiführen kann, und so groß ist das Versprechen auf Glück, das es in sich trägt.

Warum kann dieses kleine Wort soviel bewirken und bedeuten?

Wenn zwei Menschen sich dafür entscheiden, das weitere Leben als Ehepaar zu führen, dann haben sie es sich ganz gewiss nicht leicht gemacht. Sie sorgen künftig nicht mehr nur für sich selbst, sondern der Partner braucht Ihre Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und Unterstützung.

Eine Ehe zu gestalten ist nicht immer ganz leicht, so sehr sie auch die Möglichkeit großer Erfüllung im Zusammenleben bereithält. Sie beide haben mit Ernst und Freude das „Vielleicht“ aus Ihrem Leben gekehrt und sich für ein vernehmliches „Ja“ entschieden.

Ihr „Ja“ zur Ehe, liebes Brautpaar, das Sie sich heute geben, ist eine feste Entscheidung für den Partner und dafür, die kommenden guten und manchmal auch schlechten Zeiten gemeinsam zu bewältigen.

Es gehört zum Wesen der Entscheidung für die Ehe, dass man zusammenstehen will, „komme, was da wolle“.

Beliebigkeit gilt dann nur für all die Dinge, die in Ihrem Leben zu zweit auf Sie zukommen werden; sie soll aber nie für das Leben gelten, das Sie miteinander führen. Hier darf nichts beliebig sein von dem, das den Kern Ihrer Ehe ausmacht: Aufmerksamkeit für den Partner, Unterstützung in allen Lagen, gegenseitiger Respekt, Zuspruch und Vertrauen.

Von dem romantischen Dichter Joseph von Eichendorff ist uns ein Gedicht überliefert, das ich Ihnen gerne vortragen möchte:

Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.

Dieses Zauberwort, das in das Leben von uns Menschen ein Lied hineinträgt, ist für jeden, der danach sucht, ein anderes. Es kann eine Geschichte sein, die man erlebt; es kann ein Gespräch mit Ihrem Partner sein; es kann auch ein Wort sein, von dem man nur träumt, das aber doch den Tag verwandelt.

Sie, liebes Brautpaar, haben es gefunden, diese kleine Wort, und es wird Ihr Leben ab heute verwandeln. Es bedeutet den Anfang Ihres gemeinsamen Lebens, es wird auf Ihre Zukunft wirken; und es ist Ausdruck für die Art und Weise, in der Sie beide sich entschlossen haben, heute die Ehe einzugehen: ein freundliches und entschiedenes „Ja“.

Damit Sie sich das kleine und so wichtige Wörtchen nun sagen können, möchte ich Sie bitten, gemeinsam mit mir aufzustehen.

Ich frage Sie Herr ….
ist es Ihr eigener und fester Entschluss, mit der hier anwesenden Frau …… die Ehe einzugehen, so antworten Sie mit „Ja“

Ich frage Sie Frau ……
ist es auch Ihr eigener und fester Entschluss, mit dem hier anwesenden Herrn …… die Ehe einzugehen, so antworten Sie mit „Ja“


Nachdem Sie beide vor mir, der zuständigen Standesbeamtin erklärt haben, die Ehe miteinander einzugehen, sind Sie nunmehr Kraft Gesetzes rechtmäßig verbundene Eheleute.

 
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