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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (574)

Sehr geehrte Herr Xx, sehr geehrte Herr YY!

Als Standesbeamter des Standesamts .......... darf ich Sie und Gäste auf das herzlichste zu Ihrer heutigen Eheschließung begrüßen. Ich darf mich kurz vorstellen, mein Name ist ...

Besonders herzlich begrüßen darf Ihre Familienangehörigen, die beiden, die Freundinnen und Freunde, die Nachbarn, Arbeitskolleginnen und Kollegen und natürlich die beiden Trauzeuginnen.

Handy
Hinweis an die Gäste, dass Photos und Vidoaufnahmen gemacht werden können.

Sehr geehrte Herr Xx, sehr geehrte Herr YY, Sie sind heute hier erschienen, um miteinander eine Lebenspartnerschaft einzugehen und dass ist sicher ein ganz besonderer Tag für Sie. Der Begriff Lebenspartnerschaft ist rechtlicher Natur, doch ich finde, wir sollten im weiteren Verlauf den Begriffe Trauung und Ehe verwenden. Telefonisch hatten wir das bereits geklärt und Sie waren damit einverstanden.

Wir bemühen uns immer nach Kräften, die standesamtliche Trauung hier so zu gestalten, daß sich die Paare gerne daran zurück erinnern.
Leider kann auch heute die Bürokratie nicht ganz außen vor bleiben, aber ich werde mich bemühen, mich mit den rein rechtlichen Dingen kurz zu fassen. Zunächst möchte ich noch einmal ihre Personalien vergleichen. Nach den mir vorliegenden Urkunden sind erschienen,

Herr AA Xx und Herr BB YY
Ist das korrekt ? Danke !
Als Trauzeugen sind erschienen:

Herr Xx, Herr YY, Sie haben vor einigen Wochen in den Diensträumes des Standesamtes ......... den Antrag auf Begründung einer Lebenspartnerschaft gestellt.

Bei dieser Anmeldung haben Sie alle Papiere vorbereitet und sich u.a. über die Möglichkeiten der Namensführung unterhalten. Sie haben sich dazu entschieden, keinen Lebenspartnerschaftsnamen zu bestimmen.

Soll das heute auch so beurkundet werden ?

Sie müßten mir dann beide die Erklärung zur Namensführung unterschreiben, aber ich denke ich verzichte darauf sie zu verlesen und die Unterschrift leisten Sie anschließend, wenn Sie auch Ihren Heiratseintrag unterschreiben.
Damit haben wir den förmlichen Anforderungen zunächst einmal genüge getan.

Sie haben sich, wie eingangs erwähnt, den Lür-Kropp-Hof als schönen Rahmen für Ihre Eheschließung ausgesucht. Ich wünsche Ihnen für Ihre Ehe die Beständigkeit die hier im Lür-Kropp Hof zu spüren ist, die dieser Hof ausstrahlt.
HOFGESCHICHTE
Soviel zur Geschichte des Hofes, jetzt möchte ich wieder zu den Hauptpersonen des heutigen Tages kommen, nämlich zu Ihnen Herr Xx und zu Ihnen Herr YY.

Bevor Sie sich nun das Ja-Wort geben und wir dies gemeinsam auch ganz amtlich festhalten und beglaubigen, möchte ich mich etwas näher mit Ihnen beiden befassen.

Kennengelernt haben Sie beide sich vor genau einem Jahr am 00.00.0000 und zwar in einer Szenekneipe am frühen Morgen. Es gab einen intensiven Blickkontakt und dann faßten Sie AA sich ein Herz und sprachen BB an.

Was mögen Sie AA so an ihrem BB?

Nun, BB ist sehr zuverlässig, er ist der ruhende Pol in der Beziehung – mal abgesehen von seinem Bemühen, seinen Ruf als Partykönig zu verteidigen. Manchmal ist BB etwas bockig und stur, zum Beispiel wenn AA mal wieder die die Ordnung auf der Anrichte in der Küche durcheinander gebracht hat, denn bezogen auf Ordnung im Hause ist BB manchmal etwas pingelig.
BB weiß, wie er sie AA bei anstehenden Problemen wieder auf den Boden holen kann. Durch seine positive Ausstrahlung fühlen Sie AA sich bestätigt in vielen Dingen, die sie machen. Manchmal ist es nicht einfach an BB heranzukommen, wenn ihn mal etwas bedrückt, aber das bekommen Sie AA sicher im Laufe der Zeit gut in den Griff.

Und Sie BB mögen AAs ansteckendes Lachen. AA kann sehr lustig sein, er kann gut zuhören, er ist zärtlich, spontan, pünktlich oder kurz ausgedrückt – einfach ein liebenswerter Mensch.
AA neigt dazu, sich äußerst kurz zu fassen – weitschweifende Ausführungen sind im fremd, er neigt manchmal dazu zu zicken und er ist nur ganz selten auf die Palme zu bringen. Über AAs Talent, die Anrichte mal wieder gegen BBs Willen voll zu stellen habe ich bereits berichtet, aber das ist wohl der einzig erkennbare klitzekleine schwarze Fleck in Ihrer Beziehung.

Sie beide gehen gerne ins Theater, ins Kino und hören gerne Musik. Sie mögen es gemeinsam lange zu frühstücken, lange Spaziergänge zu unternehmen und gehen auch gerne shoppen. Sie pflegen Ihre Freundschaften, gehen gerne gut essen, spielen mit Sohn Dominik Gesellschaftsspiele und Sie reisen gerne.

Gemeinsam versuchen Sie jeden gemeinsamen Tag zu genießen, der Ihnen beiden geschenkt wird Sie freuen sich auf Ihre gemeinsamen Wochenenden und Abende und auf Ihre gemeinsame Zukunft. Es gibt da eine Lebensweisheit die Ihnen beiden so gut gefällt, so dass ich diese gerne vorlesen möchte

„Es ist das schwerste einen Menschen zu finden, der mit einem in die gleiche Richtung blickt. Alles andere ergibt sich von allein“

Am OO.00 haben sich zwei Menschen gefunden, die gemeinsam in die gleiche Richtung blicken.

Seit dem vvv leben Sie beide in einer gemeinsam renovierten und gemeinsam eingerichtete Wohnung in der Str. – es fehlt Ihnen beiden nur noch der amtliche Segen, aber deswegen sind wir ja heute hier.

Wenn eine \"Jungfrau\" mit einem \"Stier\" zusammenkommt...
.... finden sich zwei Realisten. Die Auseinandersetzung mit dem Materiellen, der sinnvolle Erwerb von Besitz, genaue Beobachtung und sorgfältiger Umgang mit den kleinen Dingen des täglichen Lebens werden zum gemeinsamen Lebensinhalt. Dabei ist die Jungfrau die sachlichere, oft auch fleissigere von beiden. Der Stier ist mehr dem Sinnlichen und Genussvollen zugeneigt.
Ihr gemeinsamer Alltag dürfte vorbildlich ablaufen, sind Sie doch beide zutiefst in Ihrem Wesen zwei bodenständige Realisten, die es gut verstehen, mit der materiellen Welt umzugehen. Gründlich meistern Sie gemeinsam das Leben. Dabei \"vergessen\" Sie vielleicht manchmal ebenfalls gemeinsam, dass es jenseits von Kochen und Essen, Arbeit und Haushalt auch noch eine Welt der Ideen, Gefühle und Phantasien gibt.
Die sachbezogene Art der Jungfrau mag dem Partner manchmal etwas trocken vorkommen. So zum Beispiel, wenn die Jungfrau in geduldiger Kleinarbeit die Wohnung aufräumen, anstatt mit ihr bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang zu geniessen. Unterschiede werden bei Ihnen durch die gemeinsame Liebe zum Konkreten und Greifbaren mehr als wettgemacht.

Nachdem wir jetzt fast alles über sie beide wissen, möchte ich jetzt zur eigentlichen Eheschließungshandlung überleiten. Und ich möchte Sie Herr Xx und Sie, Herr YYbitten, sich in Anbetracht der Bedeutung dieses Augenblicks von den Plätzen zu erheben.

Nunmehr frage ich Sie, Herr YYsind Sie bereit und ist es Ihr freier Wille, mit der hier anwesenden Herr Xx die Lebenspartnerschaft einzugehen, so antworten Sie bitte mit „Ja“ ich will. Danke !
Und ich frage auch Sie, Herr Xx., sind auch Sie bereit und ist es auch Ihr freier Wille, mit dem hier anwesenden Herrn YY
die Lebenspartnerschaft einzugehen, so antworten Sie bitte ebenfalls mit „Ja ich will“.
Danke !
Da Sie beide meine Frage mit „Ja“ ich will beantwortet haben, erkläre ich nunmehr den rechtlichen Vollzug einer zwischen Ihnen beiden geschlossenen Ehepartnerschaft

Dazu meinen herzlichsten Glückwunsch !

Hinweis dass sich geküßt werden darf

Ringtausch

Bitte nehmen Sie noch einen Moment Platz.
Ich verlese Ihnen nun den Ehevertrag, den Sie anschließend unterschreiben müßten. Achten Sie bitte eben darauf, daß darin auch alles richtig ist, denn nach diesem Eintrag werden Ihre Urkunden geschrieben.
Protokoll, Unterschriften


Sehr geehrte Herr Xx, sehr geehrte Herr YY

ich wünsche Ihnen, daß Ihre Liebe Sie aufmerksam füreinander bleiben läßt. Bewahren Sie sich den Blick für die Einzigartigkeit Ihres Partners und lassen ihn nicht im Alltagsstreß untergehen.
Ihr „ja“ zueinander ist ein Versprechen, die schönen und die schlechten Zeiten miteinander zu teilen und immer wieder nach neuen Wegen zu suchen.
Es steht mir sicher nicht zu, Ihnen irgendwelche Ratschläge zu erteilen, aber ich möchte Ihnen ein nette Lebensweisheit mit auf den Weg geben:

„Liebe ist etwas ideelles, Heirat ist etwas reelles und nie sollten Sie beide das Ideelle mit dem Reellen verwechseln.

Wenn Ihnen das gelingt, entspricht das sicher dem Wahlspruch: „Alles wird gut“.

Bevor ich mich jedoch von Ihnen verabschiede, möchte ich noch einmal auf den Beginn meiner kleinen Rede zurückkommen, und damit auf das ländlich-bäuerliche Ambiente in dem wir uns befinden. Zu Zeiten als dieser Hof noch bewirtschaftet wurde, ist hier sicher auch so mancher Vertrag zwischen den Bauern geschlossen worden. Wie Sie vielleicht wissen, war - und ist es vielleicht auch heute hier noch üblich -, dies per Handschlag zu besiegeln und anschließend mit einem ordentlichen Schluck zu begießen.
Sie beide haben eben gerade auch eine Art Vertrag geschlossen - per Handschlag ist das nicht möglich gewesen, dafür haben Sie sich das Ja-Wort gegeben und dies auch unterschrieben. Aber das begießen kriegen wir hier auch hin, und zwar sollten Sie Ihren Vertrag mit einem Schluck der besonderen Art besiegeln, mit dem Löffeltrunk.

Sekt gibt es heute sicher noch genug bei der anschließenden Feier.

Ich wünsche Ihnen hiermit eine lange, glückliche Ehe. Sie beide möchte ich hier nie wiedersehen, jedenfalls nicht aus dem gleichen Anlass.

Liebe Gäste, nun sind Sie dran und dürfen natürlich jetzt dem glücklichen Paar gratulieren.





 
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