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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (46)
Wertes Brautpaar !

Wir haben uns heute hier eingefunden, weil ihr beide, du ... und du .. euren weiteren Lebensweg gemeinsam beschreiten wollt.

Bevor ich zur eigentlichen Trauung komme, möchte ich euch noch ein paar Worte zu diesem gemeinsamen Weg sagen.

Hinter dem Entschluss zu heiraten steht meist eine große, gegenseitige Zuneigung.
Man hat sich für einen anderen Menschen entschieden, man hat erfahren, wie wichtig einem diese Liebesbeziehung geworden ist, man möchte seinen Gefühlen folgen.

Ich will mit dem gehen, den ich liebe ..

fängt deshalb ein Liebesgedicht von Bertolt Brecht an, in dem es darum geht, diesen gemeinsamen Weg ohne jedes "WENN UND ABER" zu beschreiten.

Auch ihr habt euch dazu entschlossen: mit dem Menschen zu gehen, den ihr liebt.
Ihr fühlt, dass ihr zusammengehört; Ihr vertraut einander und der Stärke eurer Bindung; Ihr folgt euren Gefühlen und eurer Liebe zueinander.

Wenn man das Gefühl hat zusammenzugehören, stellt man sich keine müßigen Fragen über die Zukunft.
Dann plant man sie einfach.

Man stellt keine Kosten-Nutzen-Analyse an, denn zwischenmenschliche Beziehungen bilden dazu ja gerade das Gegengewicht.

Sie sind der Bereich, wo man gerne gibt, wo man Wärme findet, wo man gemäß seinen Gefühlen leben kann -
ganz im Gegensatz zur harten Welt, mit der man es sonst zu tun hat.
Man fragt sich auch nicht, was alles aus der Verbindung werden könnte oder was die Zukunft alles bringen mag.
Das kann man schließlich vorher nicht wissen.

Was man hingegen weiß, ist, wie man in der Gegenwart zueinander steht.
Und das ist das, was in der Liebe zählt.
Der Augenblick, in dem man zueinander findet, die Gewissheiten, die man im Moment hat, der Wille, miteinander in die Zukunft zu schreiten.

Was in der Liebe zählt, ist die Bereitschaft, zueinander zu stehen und einander zu vertrauen.
Denn letztlich sind Liebe und Ehe eine Vertrauenssache.

Man vertraut einander, weil man sich zueinander hingezogen fühlt.
Weil man weiß, dass man einander so akzeptiert, wie man ist,
dass man offen füreinander ist und sich gegenseitig unterstützt.

Man vertraut der Stärke der Bindung, weil man schon die Erfahrung gemacht hat, gut miteinander auszukommen und in schwierigen Situationen füreinander da zu sein.
Und weil man einander vertraut, wird man auch eventuell auftauchende Probleme bewältigen.

Je öfter sich das Vertrauen bewährt, desto stärker wird die Bindung werden.
Denn zum EINEN werden die Gefühle tiefer werden, wenn die Beziehung einem dazu verhilft, mit dem Alltag und schwierigen Situationen besser fertig zu werden,
und zum ANDEREN entwickeln sich dadurch aus den Gefühlen auch Gewissheiten.
Man braucht dann nicht mehr zu fragen, ob es gut ist, den Lebensweg gemeinsam zu gehen, weil man weiß, dass es so ist.
Weil man erfahren hat und immer wieder erfährt, wie viel man einander geben kann.

Wenn man sich liebt, wird man sich voll und ganz aufeinander einlassen.
Und wenn man eine vertrauensvolle Beziehung entwickelt, wird das Gefühl zusammen zu gehören immer stärker werden, wird man den Eindruck gewinnen, sozusagen füreinander bestimmt zu sein.

Die gegenseitige Liebe wird wachsen, denn sie basiert letztendlich auf Vertrauen.


 
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