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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (595)
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Sehr geehrtes Brautpaar,
liebe Heidi, lieber Markus, sehr geehrte Eltern,Trauzeugen, Radlerfreunde und Gäste des Brautpaares, ich begrüße euch in meiner Funktion als Standesbeamter und natürlich auch als selbst begeisterter Biker recht herzlich und ich freue mich, dass euch heute so schönes Wetter hierher begleitet hat.
Ich darf allen Hochzeitsgästen verraten, dass wir Radfahrer einen guten Draht zum Petrus im Himmel haben und für heute gutes Wetter bestellt haben. Diesmal scheint unser Funkspruch gut durchgekommen zu sein.
Heute werdet ihr durch euer übereinstimmendes Jawort rechtlich verbundene Eheleute. Doch bevor es so weit ist, möchte ich an euch noch ein paar persönliche Worte richten.
Schon seit längerer Zeit ist mir bekannt, dass Rad fahren euer gemeinsames Hobby ist, das euch unter anderem sehr verbindet. Viel Freizeit verbringt ihr beide auf dem Fahrrad. Darum habe ich es auch heute zum Thema meiner kleinen Ansprache gemacht.
Nicht erst mit eurer geplanten Radtour druch Amerika, sondern schon von heute an seid ihr unterwegs auf großer Fahrt, der Tour des Lebens zu zweit. Natürlich dürfen dabei eure Räder nicht fehlen.
Ein gemeinsames Hobby zu haben, ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Partnerschaft. Für die Freizeit ist es wichtig, dass ihr beide eine Gemeinsamkeit habt, die euch beiden Spaß macht.



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Lasst mich nun ein bisschen übers Rad fahren philosophieren:
Jeder von euch fährt sein eigenes Rad. Das ist auch gut so. So behält jeder seine Freiheit, wie sie in einer Partnerschaft ganz wichtig ist. Jeder von euch soll auch seinen eigenen Weg verfolgen können, unabhängig vom anderen. Jeder hat so sein eigenes Tempo und braucht auch ganz individuelle Verschnaufpausen.
Von heute an beginnt euer Eheleben. Ihr startet eine große gemeinsame Tour. Ihr behaltet beide eure Persönlichkeiten, steigt nicht auf ein Tandem um, wo sich einer dem anderen anpasst, wo einer dem anderen die Verantwortung und Führung überlässt. Nein, ihr behaltet beide eure Räder fest im Griff.
Zu Beginn jeder Reise muss die Route geplant werden. Ihr setzt euch zusammen, besprecht eure gemeinsame Zukunft und eure gemeinsamen Ziele. Wichtige Entscheidungen trefft ihr gemeinsam wie zum Beispiel ob ihr eine Familie gründen wollt oder nicht, welchen beruflichen Werdegang ihr einschlagen wollt, wie ihr die täglichen Pflichten aufteilen wollt, - usw. ……………… .
Dann kann die Fahrt beginnen. Einmal wird der eine, einmal der andere voranradeln, mal der eine, mal der andere im Windschatten fahren. Wichtig ist jedoch zusammenzubleiben, und nicht dem anderen davonzufahren, sondern auf sein Tempo Rücksicht zu nehmen. Will einer den anderen abhängen, dann ist auch schon der Wurm drin. Der andere fährt dann frustriert hinterher und fühlt sich alleingelassen.


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Manches Mal lässt es die Straße zu, dass man nebeneinander fahren kann. Das macht dann besonders viel Spaß, auf gleicher Ebene zu sein. Dieses gute Gefühl hat man auch, wenn man auf gleicher Wellenlänge liegt, wenn man sich versteht, ohne viele Worte sagen zu müssen.
Als Radfahrer freut man sich besonders über Rückenwind. Ohne Belastung läuft alles viel leichter, man kommt mühelos voran und freut sich über die schnelle Fahrt. Rückenwind in der Partnerschaft liegt zum Beispiel vor, wenn man gleicher Meinung ist, wenn man gemeinsam eine Arbeit erledigt und sich über das Ergebnis freut und wenn man miteinander lacht.
Leider gibt es auch Gegenwind, und den nicht zu selten. So ist es auch im Eheleben. Nicht immer haben wir alles in der Hand, ob im Beruf oder im Privatleben. In einem guten Team fährt der Stärkere voran und lässt den anderen im Windschatten fahren. So können beide ihr Ziel trotz der Strapazen und unvorhergesehenen Widrigkeiten ganz gut erreichen.
Auf eurer Fahrt durchs Leben kommt ihr unweigerlich über Berge und durch Täler. Bei den Abfahrten schlägt jedes Radlerherz höher. So ist es auch, wenn ihr euch wortlos versteht. Wenn man sich nur gegenseitig anschaut und jeder weiß, man denkt und fühlt das Gleiche, wenn man sich in den Armen liegt, die Harmonie spürt und sich getragen fühlt von der Zuneigung und Zärtlichkeit des anderen.
Doch bei jeder Radtour, wie ihr ja wisst, gibt es auch manchmal Berge zu bewältigen. Diese stellen für einen jeden von euch eine Herausforderung dar. Die Berge in einer Partnerschaft sind die Krisenherde und die Meinungsverschiedenheiten.


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Da heißt es taktisch fahren: Die Gänge herunterschalten und die Kräfte einteilen und besonders aufeinander Rücksicht nehmen. Zur Not muss man absteigen und schieben. Es kann aber auch sein, dass einer auch in dieser Situation voran fährt. Doch dann ist es eine Selbstverständlichkeit, oben am Berg auf den anderen zu warten. Denn ihr wollt ja schließlich gemeinsam ans Ziel kommen.
Liebe und Wertschätzung beweist sich in schwierigen Situationen. Vor Pannen ist man nie ganz gefeit, darum vergesst das Flickzeug nicht. Damit meine ich: Es gibt immer Wege in einer Partnerschaft, von neuem aufeinander zuzugehen.
Ihr könnt euch ja schon heute einen Spickzettel mit Ideen anlegen, wie ihr eurem Ehepartner eine Freude machen könnt. Diesen habt ihr dann in schwierigen Zeiten zur Hand - ER wird euer Flickzeug sein.
Echte Radfahrer fürchten sich nicht vor Berge und Pannen. Sie wissen, dass Sie sie bewältigen können. Diese Einstellung wünsche ich euch auch für euer gemeinsames Eheleben.
Es soll euch auf eurer gemeinsamen Tour durchs Leben meistens gutes Wetter begleiten, sodass ihr die Schönheiten, die sich euch auf euren Wegen bieten, genießen könnt.
Vergesst nicht, bei voller Fahrt auch zwischendurch ein paar Pausen für Ruhe und Erholung einzulegen und immer ein Auge darauf zu haben, ob es auch dem Partner gut geht.
Ihr werdet nun im Kreis eurer Verwandten und Freunde die Ehe schließen und damit einen Partner an der Seite haben, der für euch einzig geworden ist, so wichtig, dass ihr euch nun einander vor allen das Jawort gebt.
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Ich stelle fest, dass ihr alle Voraussetzungen für das Zustandekommen einer rechtsgültigen Ehe erfüllt habt und ersuche euch nun zur Abgabe eurer Erklärung euch von den Plätzen zu erheben.


Ich frage Dich, ……………………………….

Ich frage Dich, ………………………………..


Nachdem ihr nun vor euren Zeugen erklärt haben, die Ehe miteinander einzugehen spreche ich aus, dass ihr von nun an rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

Ich bitte euch nun, als äußeres Zeichen eurer Verbundenheit, den Ringwechsel vorzunehmen.

Anlässlich eurer Trauung wurde im Ehebuch unseres Standesamtes ein neuer Eintrag angelegt. Ich werde euch diesen Eintrag nun auszugsweise vorlesen und euch anschließend bitten, diesen Eintrag zu unterschreiben.

Weiters wünsche ich euch herzlich, dass eure gemeinsame Fahrt durchs Eheleben von recht viel Glück und Sonnenschein begleitet wird, und so wird, wie ihr es euch in euren Träumen und Wünschen vorstellt`s und dass möglichst alles in Erfüllung geht, was euch liebe Menschen Gutes wünschen.
Gute Fahrt!


 
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