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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (607)

Liebes Brautpaar, liebe Trauzeugen, sehr geehrter Herr Dolmetscher, liebe Gäste!

Ich darf Euch alle – besonders natürlich das Brautpaar ___________ und ___________ – recht herzlich zur heutigen Trauung begrüßen! Es freut mich sehr, dass ich heute die schöne Aufgabe habe, als Standesbeamter des Standesamtes ___________ diese Ehe zu schließen.

Bevor wir zur Trauung kommen, darf ich ein paar persönliche Worte an Sie richten:
Sie sind heute zum Standesamt gekommen um hier den Bund fürs Leben zu schließen. So vollenden Sie auch nach außen hin, was Sie sich schon lange im Herzen gelobt haben. Eine Eheschließung heißt, eine große Verantwortung zu übernehmen und für Sie beide beginnt mit dem heutigen Tage ein neuer Lebensabschnitt. Wenn eine Ehe aber auch immer unter den schönsten Voraussetzungen geschlossen wird, so findet das Schicksal meistens Mittel und Wege um das Leben zu erschweren. Aber ohne Tiefen kann es andererseits auch keine Höhen geben. Miteinander ist nun Ihr weiterer Lebensweg, verbunden durch das starke Band der Liebe werden Sie zusammen die Höhen und Tiefen des Lebens überwinden und meistern.

Es gibt die Gefühle füreinander und die Überzeugung, gut zusammenzupassen, weil beide in manchen wichtigen Wertvorstellungen, Interessen und Lebenszielen übereinstimmen. Es gibt die Erfahrung, gut miteinander auszukommen und sich auf den anderen verlassen zu können, und die Erwartung, auch weiterhin miteinander glücklich zu sein.

Ihr habt Euch vorgenommen, in Eurer Ehe stets füreinander Verständnis aufzubringen. Dazu ist jedoch viel Gesprächsbereitschaft notwendig. Da die Menschen heutzutage immer weniger Zeit füreinander haben, glaube ich, dass das Gespräch zwischen den Ehepartnern besonders wichtig ist. Denn die meisten Probleme und Schwierigkeiten lassen sich am besten durch das „miteinander reden“ lösen.
Ein Grundsatz für Eure bisherige Lebensgemeinschaft und die bevorstehende Ehe besteht möglicherweise darin, die persönliche Freiheit des Partners bzw. der Partnerin nicht einschränken zu wollen. Manche Menschen versuchen nämlich nach der Eheschließung, den anderen zu verändern und zu vereinnahmen. Dabei sollte jeder Partner auch nach der Eheschließung so bleiben, wie er ist. Gerade die daraus resultierende Verschiedenheit, die Gegensätzlichkeit, führt letztendlich zur Einheit. Einer Einheit, in der beide Partner genügend persönlichen Freiraum haben.
Diese Gedanken sind in einem Gedicht von Rudolf Weiß, das den Titel „Dumm“ trägt, sehr treffend zusammengefaßt:
Es wäre dumm, ein Herz und eine Seele zu werden, wenn wir miteinander doch zwei von jedem haben können.
Ich wünsche Euch daher: Werdet zwei Herzen und zwei Seelen in einer glücklichen Ehe!

Liebes Brautpaar!
Ihr wollt nun Eurem festen Vorsatz, ein Ehepaar zu werden, Rechtskraft verleihen, in dem Ihr öffentlich vor zwei Zeugen erklärt, einander in der Ehe angehören zu wollen. Es ist mir eine Freude, dabei mitzuwirken. Ich bitte Euch nun aufzustehen und mir die Fragen zu beantworten, die ich an Euch zu richten habe:

Ich frage zuerst Sie, Herr ___________: Ist es Ihr freier und eigener Wille, mit der hier anwesenden Frau ___________ die Ehe einzugehen, dann antworten Sie mit „JA“.

Wollen auch Sie, Frau ___________, aus freiem und eigenen Willen mit dem hier anwesenden Herrn ___________ die Ehe eingehen, dann antworten auch Sie mit „JA“.

Bei Ansteckung der Ringe:
Euer gegenseitiges „Ja“ als Ausdruck Eures Willens, ein Ehepaar zu werden, habe ich vernommen. Damit habt Ihr vor Euch, Euren Zeugen und allen hier Anwesenden Verwandten und Freunden ein schönes Gelöbnis für Euer zukünftiges Leben abgelegt. Ihr seid nun in einen neuen Lebenskreis getreten und ich bitte Euch daher, dies auch äußerlich zu bezeigen, in dem Ihr Euch diese Ringe gegenseitig ansteckt.


Nach dem Ringwechsel:
Aufgrund des frei gesprochenen Jawortes ist es mir eine Freude aussprechen zu können, dass Ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid.

[Hochzeitskuss]

Euer gegenseitiges Gelöbnis wird in das Ehebuch des Standesamtes ___________ eingetragen, welchen ich nun vorlese:
[Unterschrift!]

Liebes Ehepaar!
Ihr habt nun die Trauung geschlossen. Persönlich finde ich den Begriff „schließen“ im Zusammehang mit der Ehe nicht sehr passend. Das klingt nach „abgeschlossen“, „fertig“, „da braucht man nichts mehr dazu beitragen“.
Ihr beide wisst es sicher besser, und vor allem jene, die heute mitgekommen und selbst verheiratet sind, werden das bestätigen.
Es ist nämlich genau umgekehrt! Man muss ständig an der Partnerschaft arbeiten und immer etwas dazu beitragen!
Deshalb meine ich, dass Ihr heute Eure Ehe „eröffnet“ habt! Ich wünsche Euch daher abschließend, dass Ihr auch in späteren Jahren Eure Ehe täglich von neuem, so wie heute, mit LIEBE eröffnet.
Ich wünsche Euch für die gemeinsame Zukunft alles Gute, damit Euch der heutige Tag immer in freudiger Erinnerung bleibe.
 
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