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TRAUUNGSREDEN
 

Trauungsrede: (611)

Die \"zauberhafte\" Rede

Sehr geehrte Frau xxx, sehr geehrter Herr xxx, ich darf Sie recht herzlich begrüßen in den Räumen des Standesamts hier in xxx.

Ein herzliches Willkommen auch den beiden Trauzeugen und allen Angehörigen und Gästen, die mitgekommen sind, um das Brautpaar heute bei diesem wichtigen Schritt in eine gemeinsame Zukunft zu begleiten.

Damit Sie auch wissen, mit wem Sie´s zu tun haben, möchte ich mich kurz vorstellen: Mein Name ist xxxx, ich werde heute als Standesbeamtin an dieser Eheschließung mitwirken.

Sie alle sind heute hier erschienen, um Frau xxx und Herrn xxx bei diesem wichtigen Ereignis, ihrer Hochzeit, zu begleiten.

Solch einem Anlaß gebührt natürlich auch im Standesamt ein festlicher, ein ganz besonderer Rahmen, darum haben wir als allererstes für unser Brautpaar strahlenden Sonnenschein bestellt. Wir dachten uns nämlich, es wäre ein gutes Omen, wenn gutes Wetter - nicht nur symbolisch gesehen – schon vom ersten Moment an Ihre Ehe begleiten würde. Und mit dieser Extraportion Sonnenschein, da stimmen Sie mir sicher zu, ist dieser Tag doch schon mal ein guter Anfang!

Nun, als ich mich auf Ihre Trauung vorbereitete, fiel mir das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse in die Hände, das mir für den heutigen Anlaß sehr passend scheint:

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es da.

Ich bin mir sicher, wenn zwei Menschen sich kennenlernen… sich in einem magischen Moment begegnen… genügt meist schon ein nettes Wort, ein Lächeln, ein tiefer Blick in die Augen, und schon ist der Zauber perfekt. Plötzlich steht man fasziniert einem Menschen gegenüber, wird mit jedem Tag mehr und mehr in seinen Bann gezogen… ja förmlich verzaubert. So verzaubert, daß sich beide, wie Sie, liebes Brautpaar, nach einiger Zeit sogar entschließen, von nun an ihr weiteres Leben gemeinsam zu verbringen.

Glauben Sie mir, dieser Zauber ist auch jetzt… in diesem Moment spürbar! Wenn eine Hochzeitsgesellschaft, so wie sie heute, unser Trauzimmer betritt… alle festlich gekleidet sind…habe ich immer den Eindruck, es liegt ein gewisser Zauber, ein besonderes Flair in der Luft. Natürlich spielt wohl auch eine Portion freudige Aufregung mit… aber… letztlich ist es doch etwas ganz anderes, was ihre Augen an diesem Tage so besonders strahlen läßt: dieser gewisse Zauber eben!

Für Sie, Frau xxx und Sie, Herr xxx ist heute der Moment gekommen, da Sie sich durch Ihr Ja-Wort diesen Zauber für ihr ganzes Leben bewahren wollen.

Manchmal ist das allerdings keine leichte Sache, denn eine gute Ehe funktioniert wahrlich nicht wie durch Zauberhand… ein falscher Zauberspruch, und schon ist die Illusion dahin… droht das magische Kunststück zu mißlingen. Ich kann Ihnen für Ihre Ehe leider keinen universell einsetzbaren Zauberspruch verraten, kein Zaubereinmaleins mit auf den Weg geben – für eine gute Ehe es gibt kein Netz, keinen doppelten Boden… Vielmehr sind Sie beide jeden Tag aufs Neue wieder gefordert – durch gute Gespräche, liebevolle Gesten – durch Vertrauen und Verständnis füreinander ebenso wie durch eine Portion Zuversicht zum Gelingen Ihres „Zauberkunststückes“ beizutragen – und sich über die Zeit hinweg so vom Zauberlehrling zum Zauberkünstler weiterzuentwickeln.

Und das kleine Quentchen, daß dann noch fehlt… tja, da dürfen Sie sich laut Hermann Hesse ganz getrost zurücklehnen und auf den „Zauber“ verlassen. Ich möchte Ihnen deshalb noch einmal den Schriftsteller mit seinem Werk ins Gedächtnis rufen und an die Bedeutung dieses Zaubers… und vor allem an seine Ausmaße erinnern. In dem Gedicht „Stufen“ heißt es weiter:

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... der uns beschützt und der uns hilft zu leben“.

Ich wünsche Ihnen aus vollem Herzen, daß dieser Satz für Ihr Eheleben wahr wird. Daß dieser Zauber, der jedem Anfang innewohnt… und vor allem die Gefühle, die Sie füreinander hegen… bewahrt bleiben…daß sie dieser Zauber fortan beschützt …und daß all das in einer gerade zu magischen Art und Weise dazu beiträgt, daß Sie Ihr gemeinsames Leben vom heutigen Tage an gemeinsam meistern.



 
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