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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (624)

Liebes Brautpaar,
verehrte Trauzeugen und Gäste!

Ich darf Sie im Trauungszimmer des Standesamtes der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See herzlich willkommen heißen.

Sie, Frau .... und Sie, Herr .... haben vor kurzem das Aufgebot bestellt.

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Eheschließung wurden überprüft, die Trauzeugen haben Sie heute mitgebracht, also steht der Eheschließung nicht mehr im Wege.

Bevor ich zum eigentlichen Teil der Eheschließung komme, möchte ich ein paar persönliche Worte an Sie richten.

Es ist nicht immer ganz leicht, für Menschen, die man nicht persönlich kennt, die passenden Worte zu finden. So ist es für mich jedesmal von neuem ein kleiner Versuch.

Als ich mich auf diese Eheschließung vorbereitet habe, habe ich lange nach passender Literatur gesucht. In sehr vielen Büchern, Liedern und Filmen steht die Bezeihungskiste im Mittelpunkt und man bekommt von daher schon früh die Sehrsucht nach der erfüllten, harmonischen Partnerschaft. Und dann plötzlich ist es soweit und der bzw. die Richtige ist ins eigene Leben getreten, den bzw. die man so gerne man, daß man sich nun heute das Ja-Wort gibt. In Ihren Herzen haben Sie wohl schon früher zueinander \"ja\" gesagt, \"ja\" gesagt, einen gemeinsamen Lebensweg zu gehen. Un nun wird´s heute auch offiziell.

Sie gelten fortan nicht nur in Ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis als Paar, sondern auch offiziell vor der Gesellschaft als Ehepaar. Durch Ihr Ja-Wort heute bekommen Sie eine neue Rechtsstellung in der Gesellschaft. Im Bürgerlichen Gesetzbuch und im Steuerrecht gibt es etliche Bestimmungen dazu.

Doch ich wollte heute ja weniger auf die Gesetze eingehen. Ich möchte Ihnen ja erzählen, auf was ich bei meiner Suche nach passenen Hochtzeitsgeschichten gestoßen bin, was ihc Ihnen jetzt für Ihren Ehealltag mitgeben kann.

Ich habe mir aus dem Büchlein \"Der kleine Prinz\" von Antoine de Saint-Exupery eine Geschichte herausgeschrieben.

Die Geschichte handelt von einem kleinen Prinzen, einem außerirdischen, der auf seinem Planeten u.a. einen Rosenstock hat und diesen mit viel Liebe hegt und pflegt. Er begibt sich auf eine Reise und kommt so auch auf die Erde. Dort schließt er mit einem Fuchs Freundschaft. Er kommt auch auf der Erde an einem Rosengarten vorbei und unterhält sich mit den Rosen. Dazu möchte ich Ihnen einen kleinen Auszug vorlesen.

\"Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehen: \" \"Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts\", sagte er zu ihnen. \"Niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig auf der Welt\". Und die Rosen waren sehr beschämt.
\"Ihr seid schön, aber ihr seid leer\", sagte er noch. \"Man kann für euch nicht sterben. Gewiß, ein Irgendwer, der vorübergeht, könnte glauben, meine Rose ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich begossen habe. Da sie es ist, die ich unter den Glassturz gestellt habe. Das sie es ist, deren Raupen ich getötet habe. Da sie es ist, die ich klagen oder sich rühmen gehört habe oder auch manchmal schweigen. Da es meine Rose ist.\"

Dies ist nur eine Geschichte, aber die Aussage, die dahinter steckt, ist die: die Zeit, die Sie füreinander haben, die macht Sie einander so wichtig. Nur Sie beide kennen die Ereignisse, das gemeinsam Erlebte und die Motive, die den Entschluß bis heute heranreifen ließen, nun heute die Ehe zu schließen.

Noch einen weiteren wichtigen Satz sagt der Fuchs zum Prinzen:

\"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.\"

Und so meine ich, eine Hochzeit ist in erster Linie eine Herzensangelegenheit. Die Liebe zwischen Ihnen ist für die Augen unsichtbar.

Der Fuchs hält auch einen ernsten Gedanken für seinen neuen Freund, den kleinen Prinzen bereit. Er sagt: \"Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig. Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bis für deine Rose verantwortlich.\"

Sie beide haben sich gegenseitig vertraut gemacht, der Partner ist einzig geworden, so wichtig, daß Sie sich nun heute das Ja-Wort geben wollen.

Ich möchte nun zum eigentlichen Teil der Eheschließung kommen und darf die Verlobten bitten aufzustehen.

Abschluß:
Die Trauung ist hiermit beendet. Ich wünsche Ihnen das Beste auf Ihrem gemeinsamen Lebensweg. Erinnern Sie sich immer wieder gerne an diesen, Ihren Hochzeitstag, nehmen Sie die frohe Stimmung und die gute Laune mit in Ihren Ehealltag und beginnen Sie mit dieser Stunde eine gute, glückliche und harmonische Ehegemeinschaft.

 
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