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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (625)

Sehr verehrtes Brautpaar!

Andreas Baumkircher, unser großer Söldnerführer und Bauherr von ?? ließ vor rd. 550 Jahren die Burg, die Stadt und ein Kloster hier in ?? errichten. Sein damaliger Leitspruch war: „Die Burg für den Teufel, die Stadt für die Welt und das Kloster für sein Himmelreich.“ Diesen Spruch müssen wir heutzutage ergänzen, und zwar auf: „unsere Friedensburg (nicht für den Teufel sondern) für die Liebenden“.

Die Örtlichkeit hier im wunderschönen Burghof wurde von Euch selbst auserwählt. Wir befinden uns hier im Mittelpunkt der 5 Kastanienbäume, die anlässlich der Krönung von Kaiserin Elisabeth von Österreich zur Königin von Ungarn im Juni 1867 in Form einer Krone hier mitten im Burghof gepflanzt wurden.

Spüren und genießen wir diesen mythischen Platz hier im Zentrum dieser Bäume aber auch die kraftvolle Ausstrahlung dieser mächtigen Burganlage.

Genauso wie Andreas Baumkircher diese Stadt hier erbauen und als Handelszentrum ausbauen ließ, so sollt auch Ihr beide gemeinsam Eure Freundschaft aufbauen und langsam wachsen lassen. Vor allem sollt Ihr aber mit Frieden und Liebe gemeinsam durchs Leben gehen.

Liebes Brautpaar! Ich begrüße Euch recht herzlich mit Euren Trauzeugen, Euren Eltern, und allen Hochzeitsgästen zur standesamtlichen Eheschließung hier im wunderschönen Hof.

Ihr beide wollt vor mir Euren Ehewillen erklären, wollt einander das Ja-Wort geben. Ein Wort, das so oft im Leben verwendet wird, wollt Ihr heute hier sprechen. Jedoch das heutige Ja, das heutige Versprechen das Ihr Euch geben werdet ist etwas Besonderes, nichts Alltägliches.
Es freut mich, dass ich Euch als Standesbeamter bei Eurem Schritt ins Eheleben begleiten darf. Bevor wir den eigentlichen Trauungsakt durchführen, möchte ich Euch noch ein paar persönliche Worte auf Euren weiteren gemeinsamen Lebensweg mitgeben:



Eure Begegnung vor einem Jahr hat Euch dazu verholfen, Euch näher kennen zu lernen. Durch diese Begegnung ist Liebe entstanden. Und diese Liebe hat auch Euren Entschluss bewirkt, zu heiraten. Tradition und Überlegung veranlassen Euch heute, den Bund Eurer Gefühle rechtlich zu bestätigen und zu untermauern.

Liebes Brautpaar! Ich möchte heute nicht über Erwartungen bzw. Träumereien philosophieren, dafür steht Ihr beide schon zu sehr im wirklichen Leben. Vielmehr möchte ich über die Liebe erzählen. Denn gerade die Liebe ist es, die Menschen zusammenführt, egal welcher Nationalität, welcher Religion, welcher Hautfarbe bzw. ob Jung oder Alt.

Clemens von Brentano hat das natürlich viel schöner formuliert:

„Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.“

Aber der Reichtum der Ehe ist nicht in materiellen Dingen zu finden, sondern in den Gefühlen,

• sich loslassen zu können und doch getragen zu werden,
• Fehler machen zu können und diese verziehen zu bekommen,
• Halt zu geben und Halt zu finden,
• Trost zu suchen und Verständnis zu erfahren, aber besonders:
• Liebe zu schenken und diese selbst zu spüren.



Die Liebe überwindet Grenzen, gleich welcher Art; sie bringt Lebenswege zueinander. Die Liebe ist ein Gefühl, das kaum jemand wirklich beschreiben kann, und doch sucht jeder Mensch ein Leben lang danach. Nur selten ist die Liebe sichtbar, und doch glaubt jeder, sie schon einmal gesehen zu haben.

Euch beide, liebes Brautpaar, hat die Liebe dazu bewogen, Euer künftiges Leben als Ehepaar zu führen. Dabei werdet Ihr sowohl harmonische Tage erleben als auch Stunden, in denen es Unstimmigkeiten gibt. Doch so wie in der Musik die Melodien wieder zueinander finden, so wird sich auch in Eurer Ehe immer wieder ein neuer Gleichklang finden lassen.

Zur Liebe gehört es, aufeinander zuzugehen und Verantwortung füreinander und die gemeinsame Beziehung zu übernehmen. In einer Partnerschaft betreffen Entscheidungen immer auch den anderen, sie gelten nicht mehr nur für einen selbst. Darum ist es wichtig, bei jeder Entscheidung immer auch die Perspektive des anderen mitzubedenken.

In einer guten Partnerschaft wird es ein Wechselbad sein, mal gibt der eine nach, mal der andere, oder man trifft sich in der Mitte und schließt einen Kompromiss, dem beide gleichermaßen zustimmen können.

- Liebe bedeutet, die Wünsche des anderen wichtig zu nehmen und füreinander da zu sein;
- Liebe bedeutet, zuzuhören, Anteil zu nehmen, zu trösten und zu beschenken.
- Liebe ist der Grund, eine Ehe einzugehen, sie ist das Fundament, das eine Ehe, auch über alle Probleme hinweg, sicher trägt.




Wahre Liebe beinhaltet, dass man für sich selbst, für den Ehepartner und auch für die Beziehung selbst, sorgt. Denn es ist ein unbeschreiblicher Trost, vom Partner zutiefst verstanden und angenommen zu werden. Es entsteht daraus ein Gefühl von Frieden und seelischer Geborgenheit, das der tiefen Verbundenheit zweier Menschen entspringt.

Anerkennt, dass die Liebe sowohl ein Geschenk als auch das Ergebnis eigener Anstrengungen ist.

Ich wünsche Euch die Liebe und Zuneigung, die Ihr Euch von Eurem Partner in Eurem gemeinsamen Leben erwartet.

Ein Wort ist oft viel im Leben eines Menschen; ein Wort, das so viel bedeutet, wollt Ihr heute hier sprechen. Ihr wollt geloben, dass Ihr bereit seid treue Weggefährten zu sein, alles im Leben miteinander zu teilen, und als Mann und Frau in einer Gemeinschaft zu leben, in der Gemeinschaft der Ehe.

Liebes Brautpaar, das Versprechen, das Ihr Euch jetzt geben werdet, bindet Euch nach dem Willen des Gesetzes. Fester und dauerhafter aber als dieses Menschenwerk ist das Gefühl, das Ihr füreinander im Herzen trägt und das Euch zu einer innigen Gemeinschaft zusammenschließt.


„Und so will ich an Euch eine kleine aber doch so große Frage stellen, eine Frage, die Euer ganzes zukünftiges Leben einschließt, eine Frage, die Ihr mit dem Lippen beantworten, aber mit dem Herzen und dem Willen zum gemeinsamen Leben wahr machen müsst!



Ich frage Dich, lieber ??, ist es Dein freier und fester Entschluss, mit der hier anwesenden Braut ?? die Ehe zu schließen? Dann antworte mir mit einem deutlichen Ja!“

„Und nun frage ich Dich, liebe Braut ?? ist es auch Dein freier und fester Entschluss, mit Deinem Bräutigam ?? die Ehe einzugehen? Dann antworte auch Du mit einem deutlichen Ja!“

„Ihr habt nun die Ehe nach den Vorschriften des Gesetzes geschlossen, Ihr seid Mann und Frau geworden. Ich freue mich aussprechen zu können, dass Ihr nunmehr rechtmäßig verbundene Eheleute seid.“

Damit habt Ihr Euch und Euren Zeugen, Euren Eltern und Freunden, ein schönes, aber auch ein verantwortungsvolles Gelöbnis über Euer zukünftiges Leben abgelegt! Durch Eure freie Willenserklärung seid Ihr zu einer Gemeinschaft vereinigt, seid in einen neuen Lebenskreis getreten.



Gelobt mit Eurem Munde, besiegelt durch Eure Unterschrift, habt Ihr Euren Willen zur Ehe gegeben! Nur an Euch beiden liegt es, wie diese Gemeinschaft begonnen, gelebt und vertieft wird. Nicht das Wort ist das Entscheidende, sondern die Überzeugung und der Wille, mit dem es ausgesprochen wurde, dieses bescheidene aber doch so schwerwiegende Ja.

In diesem Sinne schließe ich nun Eure Trauung. Gestattet mir, Euch zu Eurem Bunde meinen herzlichsten Glückwunsch auszusprechen.

Genauso wie die Burg jahrhunderte lang als Bollwerk unserer Region gedient hat, so wünsche ich Euch ebenfalls die gleiche Dauer- und Standhaftigkeit in Eurem gemeinsamen Leben.

Euer künftiger Weg wird Euch über die Höhen aber auch durch die Tiefen des Lebens führen. Möge Euch viel Glück und Sonne beschieden sein, so, dass Euch der heutige Tag immer in freudiger Erinnerung bleibe.

 
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