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TRAUUNGSREDEN
 
Trauungsrede: (626)

Die Geschichte die ich Ihnen erzählen möchte handelt von einem Vergleich der Ehe mit einem Rummelplatz.
Es ist immer ein froher Moment, wenn ein junges Paar sich das Jawort gibt. Beide schauen voller Zuversicht in die gemeinsame Zukunft; beide fühlen, dass ihre gegenseitige Liebe ihnen ihr Glück garantiert und sie mit allen Problemen fertig werden lässt.
Denn das Leben ist ja nicht nur eitel Sonnenschein, sondern besteht aus Höhen und Tiefen. Das lässt sich nun mal nicht ändern. Doch wie wir damit umgehen und welches Gewicht Probleme bekommen, das liegt schon bei uns selbst.
Und wenn zwei Menschen sich lieben und dem Leben die positiven Seiten abzugewinnen verstehen, dann können ihnen die Tiefs nicht viel anhaben, die Hochs sie aber sehr glücklich stimmen.
Wir stellen uns also im Leben wie in der Ehe am besten darauf ein, dass es immer wieder mal rauf und mal runter geht, dass es wie auf einer Kirmes zugeht. Deshalb kommt wohl auch Martin Teuscher in einem Hochzeits-Glückwunschgedicht zu der Aussage, dass die Hochzeit den Lebenslauf zu einer Achterbahn oder zu einem Karussell macht.
Denn das Leben zu zweit gleicht einer Berg- und Talfahrt; ein Paar erlebt zusammen die schönsten Höhenflüge, aber auch Misserfolge. Manchmal überschlagen sich die Entwicklungen, während zu anderen Zeiten alles ganz geruhsam verläuft oder beide den Eindruck haben, sie bewegen sich im Kreis. Wie auf einer Kirmes geht es manchmal sehr lustig zu oder ist es sehr spannend, wenn beide gemeinsam etwas unternehmen, wenn sie sich gut verstehen, wenn sie zusammen etwas erreichen. Doch wenn Konflikte oder Schwierigkeiten auftauchen, müssen sie sich durchboxen oder erschrecken sich vor dem, was ihnen entgegenkommt.
Doch wenn sie dem Leben mutig begegnen – so zuversichtlich, wie man die Fahrt in der Geisterbahn antritt –, dann haben sie die besten Chancen, sich zu behaupten und etwas zu erreichen. Wenn sie sich zutrauen, mit Hindernissen fertig zu werden, und beherzt auf sie losgehen, dann haben sie es schon halb geschafft. Wenn sie in den ungemütlichen Phasen die schönen noch mit im Blick haben, dann machen ihnen die Probleme nicht so viel aus.
In diesem Sinne verkündet der eben zitierte Martin Teuscher auch am Ende seines Hochzeitsgedichts folgende Moral:
Seht ihr das Leben fröhlich an
als Rummeltummelplatz,
ist alles, was euch trüben kann,
am Ende für die Katz‘!
Also: Warum sollten Sie Ihre Ehe nicht als einen Rummelplatz ansehen? Als Rummelplatz, auf dem es zwar immer auf und ab geht, aber auch immer was los ist und Sie sich munter und tapfer durchs Leben schlagen. Mal erheben Sie sich hoch in die Lüfte, und mal schleichen Sie langsam dahin. Mal gruseln Sie sich vor den Gespenstern in der Geisterbahn, und mal frohlocken Sie, wenn Sie das große Los gezogen haben.
Wenn man auf die Kirmes geht, dann weiß man vorher, dass einem der Magen mal in die Kniekehle sacken wird, aber man weiß auch, dass einen ein großes Vergnügen erwartet.
So sieht es auch mit der Ehe aus. Beide wissen, dass es mal Probleme geben wird, aber sie wissen auch, was sie aneinander haben, wie viel sie einander bedeuten. Denn schließlich mögen sie sich sehr, kommen gut miteinander aus und verstehen sich gut. Und wenn sie darauf vertrauen, dass sie gemeinsam mit allem fertig werden, dann können ihnen Konflikte auch nicht viel anhaben. Denn sie wissen ja, dass sie zusammen gegen den Rest der Welt stehen; sie wissen ja, dass sie, egal was kommt, zusammengehören. Dann vertrauen sie immer auf den nächsten Schwung nach oben; dann sind sie sicher, dass das nächste Hoch im Eheleben schon vor der Tür steht. Und sie sind fähig, die schönen Stunden des Lebens gemeinsam auszukosten.
Ich jedenfalls wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrer Ehe viele Höhenflüge erleben.

 
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